Der zweite Geschäftsplan

Businessplan für florierende Firmen

Ein Businessplan ist auch für eine florierende Firma vital, allerdings aus anderen Gründen als für ein Start-up. Worauf es beim etablierten Unternehmen ankommt und wieso ein Jahresbudget in einer Excel-Tabelle nicht reicht.

Businessplan für Unternehmen

Ein Businessplan ist etwas für Start-ups. Etablierte Firmen laufen, da reicht ein Jahresbudget. So die weit verbreitete Meinung. Nur: Stimmt das auch? Wie oft liegt das Budget Ende Jahr daneben, weil die schönen Excel-Tabellen eben doch nicht die Realität verkörperten? Gerade bei anstehenden Veränderungen lohnt sich ein anderes Vorgehen: Ein Businessplan dient als Wegweiser durch das Dickicht aus Vermutungen, Wünschen und Plänen. Natürlich soll aus einem Businessplan auch ein belastbares Budget entstehen. Aber nicht in erster Linie.

Wie ein Businessplan grundsätzlich aussehen sollte und worauf beim Verfassen zu achten ist, lesen Sie im Artikel «Businessplan erstellen – so geht’s». Allerdings sollte der Businessplan für ein etabliertes Unternehmen noch einige zusätzliche Punkte berücksichtigen.

Ist-Analyse

Am Anfang steht die ungeschminkte Wahrheit: Wie läuft das Geschäft? Warum laufen gewisse Angebote nicht bzw. nicht so gut, wie sie sollten? Warum laufen andere gut? Mit dieser Analyse verschaffen Sie sich ein realistisches Bild von der aktuellen Situation Ihres Unternehmens als Ausgangslage für den Businessplan. Sie werden die Painpoints, Stärken und Chancen identifizieren, bei denen Sie ansetzen müssen. Empfehlenswert ist der Beizug eines externen Moderators, der eine komplett andere Optik mitbringt und eingefahrene Argumentationen hinterfragt.

Ziele

Nach der Ist-Analyse legen Sie die Ziele fest. Formulieren Sie Ziele spezifisch, messbar, ansprechend, realistisch und terminiert (SMART). Womit wollen Sie am Markt bestehen? Wollen Sie ein neues Produkt oder einen neuen Service einführen oder ein Angebot verändern? Auch hier sollten Sie keine Luftschlösser bauen, sondern realistisch bleiben. Es schadet nicht, mal wieder die eigenen Kunden nach ihren Bedürfnissen zu befragen. Sobald Sie ein Ziel festgelegt haben, sollten Sie versuchen, den Weg in einzelne Meilensteine aufzuteilen. So behalten Sie die Übersicht und können bei Verzögerungen rechtzeitig intervenieren.

Veränderungen berücksichtigen

Ziele sind was Schönes, aber sie sollten auch erreicht werden. Dies funktioniert nur, wenn Sie sich auch über das «Wie» Rechenschaft ablegen. Denn Wachstum und Veränderung bewegen nicht nur die Umsatzzahlen, sondern den gesamten Betrieb. Überlegen Sie, wo Veränderungen welche Auswirkungen haben. Konkret gehen folgende interne Bereiche gerne vergessen:

  • Organisation: Trägt die heutige Organisation die Veränderung, oder muss sie angepasst werden? Stimmen die Zuständigkeiten, Abhängigkeiten und Prozesse noch?
  • Mitarbeitende: Wen benötigen Sie künftig und vor allem: Wie finden Sie diese Spezialisten?
  • Kommunikation: Oft unterschätzt und nachträglich als Störfaktor identifiziert. Was mit vier Leuten noch auf Zuruf funktioniert, muss mit 10 Leuten als Prozess definiert werden. Sich darüber bereits im Businessplan Gedanken zu machen, hilft, Reibungsverluste zu minimieren.
  • Werkzeuge: Allenfalls braucht es ein neues Tool, mit dem Sie Ihr Vorhaben monitoren und steuern können. Was kostet das, wer nutzt und betreut es?
  • Kultur: Können die Mitarbeitenden die Veränderung mit Begeisterung und Leidenschaft mittragen? Wissen sie genug, um zu verstehen, was und warum sich verändert? Dieser «weiche» Faktor geht oft vergessen und gehört darum in den Businessplan. Wann und wie informiere ich? Wie weit sind die Mitarbeitenden allenfalls bereits in den Veränderungsprozess involviert? Wer braucht eine Weiterbildung und was kostet das allenfalls?

Budget

Sind die obigen Fragen mehr oder weniger ausführlich beantwortet, kommt (endlich) Ihre Buchhaltungssoftware oder Excel zum Zug: Jetzt kann ein Budget aufgestellt werden, das Unwägbarkeiten möglichst ausschliesst.

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