ISO-20022-Umstellung

ISO 20022: So geht’s in der Praxis

Die Blumer Techno Fenster AG setzt mit Sage 50 Extra auf den Standard in der Schweizer Buchhaltung. Bei der Umstellung des Zahlungsverkehrs auf ISO 20022 erhielt sie starke Unterstützung durch die Experten von Sage Schweiz.

ISO 20022 in der Praxis

Es dürfte mittlerweile den meisten Unternehmen bekannt sein: Der Zahlungsverkehr in der Schweiz wird harmonisiert, die unterschiedlichen Verfahren von Post und Banken verschwinden und werden durch den ISO-20022-Standard ersetzt. «Den meisten, aber doch nicht allen», wie Thomas Holderegger anmerkt. Er ist stellvertretender Geschäftsführer und Mitinhaber des innovativen Traditionsunternehmens Blumer Techno Fenster AG mit Sitz im appenzellischen Waldstatt und meint: «In Firmen, wo das Rechnungswesen nicht so stark strukturiert ist, glaube ich kaum, dass die Botschaft schon durchgängig angekommen ist.»

Und das, obwohl der Fahrplan sehr eng ist: Die PostFinance macht dem bisherigen Überweisungsformat EZAG schon per Ende 2017 den Garaus; ab 2018 werden Überweisungen nur noch im neuen «pain»-Format akzeptiert. Die Banken folgen etwas später, dort wird die Ablösung bis Mitte 2018 über die Bühne gehen.

Automatisierter Zahlungsverkehr mit IBAN und QR-Code

Blumer Techno Fenster AG beschäftigt rund 100 Mitarbeitende: «Wir produzieren auf höchstem IT-Niveau.» Möglichst automatisch muss für Thomas Holderegger auch der Zahlungsverkehr ablaufen: «Wir haben jedes Jahr rund 6000 Kreditoren, die vollautomatisch laufen müssen – sonst ist der Zahlungsverkehr zum Scheitern verurteilt.» Und auch die Mitarbeitenden sind darauf angewiesen, dass ihre Firma reibungslos zahlen kann, denn andernfalls gibt es Ende Monat keinen Lohn aufs Konto. Thomas Holderegger weiter: «Wenn man den Prozess nicht sauber durchzieht, kann es Probleme geben – nur schon im Tagesgeschäft, wenn Zahlungen nicht laufen oder Fehlermeldungen von der Bank eintreffen.»

Mit ISO 20022 entfallen zum Beispiel die «alten» Kontonummern, neu ist nur noch die IBAN-Nummer gefragt. Und auch die bisher sieben verschiedenen Einzahlungsscheine werden bis 2021 verschwunden sein. Ab dann gibt es nur noch die «QR-Rechnung mit Zahlteil». Im Zentrum steht der «Swiss QR Code», der zusätzlich zu den ausgeschriebenen Rechnungsinformationen auf jeder Rechnung steht und in Zukunft das automatisierte Einlesen sämtlicher Zahlungsdetails ermöglicht. Damit können die Kunden ihre Zahlungen ganz einfach per Software erledigen – oder am Postschalter einzahlen, wie es heute 165 Mio. Mal pro Jahr geschieht.

Gemeinsam stark

Damit Blumer Techno Fenster AG auch in Zukunft Zahlungen reibungslos durchführen und Kontoauszüge automatisiert beziehen kann, mussten unter anderem Kontonummern und Softwareeinstellungen angepasst werden – angesichts der Anzahl Kunden und Lieferanten ein ziemlicher Aufwand für die Anpassung der Stammdaten. Für viele Unternehmen ist dies eine echte Herausforderung.

Die Blumer Techno Fenster AG ist sowohl ein Referenzbetrieb von Sage als auch der Acrevis Bank AG. Vor der Auslieferung der neuen ISO-20022-Formate an alle Kunden wurde Sage 50 Extra in den Referenzbetrieben zuerst auf Herz und Nieren getestet – inklusive Zusammenspiel mit der Bank. So stand die Buchhaltungslösung Sage 50 Extra bei Blumer für Zahlungsläufe nach neuem ISO-20022-Format schon Ende 2016 im Einsatz. Die IT-Abteilung der Hausbank und Sage standen dabei in direktem Kontakt. Traten Fehler auf, konnten diese umgehend analysiert, diskutiert und behoben werden. Die Auslieferung an alle Kunden erfolgte dann Mitte 2017.

 

SRF Eco zur ISO-20022-Revolution bei Blumer Techno Fenster (Beitrag vom Februar 2017 – inzwischen ist der «neue Einzahlungsschein» definiert und heisst nun QR-Rechnung mit Zahlteil).

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