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Covid-19: So erhalten Sie Unterstützung

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Covid Hilfspaket

Mit neuen Härtefallmassnahmen erweitert der Bund die Unterstützung für Unternehmen. Wer hat gemäss dem Covid-19-Gesetz Anspruch auf Unterstützung? Welche Angebote gibt es? Wie müssen Sie vorgehen? Ein Überblick über die geltenden Bestimmungen.

Die Corona-Pandemie ist unberechenbar. Je nach Verlauf müssen Massnahmen und Einschränkungen angepasst werden, somit ändern sich auch die Voraussetzungen für staatliche und kantonale Hilfe für Unternehmen. Der Bund stellt für Unternehmen verschiedene Arten von Unterstützung bereit. Neben Überbrückungskrediten, Kurzarbeitsentschädigungen, Corona-Erwerbsersatz und weiterer Unterstützungsmassnahmen für einzelne Branchen lancierte der Bund im Herbst 2020 auch Härtefallhilfen für besonders stark betroffene Unternehmen. Denn wo nicht nur Umsatzausfälle entstehen, sondern bei Schliessungen auch noch hohe Fixkosten gedeckt werden müssen, reichen die vorhandenen Massnahmen oft nicht aus.

Aufgrund der anhaltend schwierigen Lage passte der Bund die Härtefallverordnung am 13. Januar 2021 an. Zudem erweiterte der Bundesrat am 17. Februar 2021 die Unterstützung für grössere Unternehmen und Arbeitslose.

Die Massnahmen für Härtefälle

Mit der neuen Verordnung wurden die Bedingungen gelockert, die ein Unternehmen erfüllen muss, um Härtefallhilfe zu erhalten. Mit den Massnahmen sollen Unternehmen wirtschaftliche Folgen besser abfedern können. Der Bundesrat hat entschieden, die 750 Millionen Franken, die das Parlament im Covid-19-Gesetz als Reserve vorsieht, auch für die kantonalen Härtefallprogramme einzusetzen. Die aktuellen Änderungen in der Härtefallverordnung wurden im Austausch mit den Kantonen erarbeitet. Die wichtigsten Anpassungen umfassen folgende Punkte:

  • Kein Nachweis bei Schliessung: Jene Unternehmen, die seit dem 1. November 2020 während mindestens 40 Kalendertagen behördlich geschlossen wurden (insbesondere Restaurants, Bars und Discotheken sowie Freizeit- und Unterhaltungsbetriebe) müssen den Nachweis der Umsatzeinbusse von 40 Prozent nicht mehr erbringen. Neu gelten diese Unternehmen automatisch als Härtefälle.
  • Berücksichtigung aktueller Umsatzrückgänge: Bisher mussten Unternehmen zur Bemessungsgrundlage die Umsatzrückgänge des Jahresumsatzes von 2020 beiziehen. Nun können Unternehmen, die in den Monaten Januar 2021 bis Juni 2021 in Zusammenhang mit behördlich angeordneten Covid-Massnahmen Umsatzrückgänge erleiden, als Bemessungsgrundlage den Umsatz der letzten 12 Monate verwenden. Dies kommt insbesondere Unternehmen mit saisonal bedingten Ausfällen zugute, so etwa Tourismusunternehmen in Berggebieten.
  • Administrative Erleichterungen: Geschlossene Unternehmen müssen grundsätzlich weniger Nachweise erbringen als «normale» Härtefälle. So kann zum Beispiel auf das Einfordern von Belegen für Massnahmen zum Schutz der Liquidität und Kapitalbasis verzichtet werden. Ebenso muss nicht mehr nachgewiesen werden, dass aus dem Umsatzrückgang am Jahresende ein erheblicher Anteil an ungedeckten Fixkosten resultiert.
  • Verkürzung des Dividendenverbots: Unternehmen, die Härtefallhilfe beziehen, durften bisher während mindestens fünf Jahren keine Dividenden ausschütten. Das Verbot, Dividenden oder Tantiemen zu bezahlen oder Kapitaleinlagen von Eigentümern zurückzubezahlen, wird neu auf drei Jahre oder bis zur Rückzahlung von Covid-Krediten verkürzt.
  • Obergrenzen erhöht: Neu können Kantone für alle Unternehmen Beiträge von bis zu 20 Prozent des Jahresumsatzes (bisher 10 Prozent) leisten. Absolut können die für A-fonds-perdu-Beiträge bis zu CHF 750’000 je Unternehmen betragen statt bisher CHF 500’000. Die Kantone können die absolute Obergrenze der Hilfe sogar auf CHF 1,5 Millionen erhöhen, sofern die Eigentümer mindestens in gleichem Umfang frisches Eigenkapital einbringen oder Fremdkapitalgeber auf ihre Forderungen verzichten. Mit dieser Anpassung sollen Unternehmen mit hohen Fixkosten besser berücksichtigt werden können.

Bedingungen für den Erhalt von Härtefallhilfen

Die Härtefallregelungen bestimmt der Bund. Für die Bearbeitung der Gesuche sind jedoch die Kantone zuständig. So liegt auch die konkrete Anwendung und der Entscheid über die Härtefallhilfen in der Zuständigkeit der Kantone. Sie können Bürgschaften, Garantien, Darlehen und/oder A-fonds-perdu-Beiträge vergeben. Aus diesem Grund müssen Unternehmen ihr Gesuch bei der zuständigen Kontaktstelle des Kantons einreichen. Zuständig ist jeweils der Kanton, in welchem ein Unternehmen am 1. Oktober 2020 seinen Sitz hatte. Grundsätzlich bestehen folgende Bedingungen, um für Härtefallhilfen bezugsberechtigt zu sein:

  • Das Unternehmen muss vor dem 1. März 2020 gegründet worden sein.
  • Beim Unternehmen muss es sich um eine Einzelunternehmung, eine Personengesellschaft, oder eine juristische Person mit Sitz in der Schweiz
  • Das Unternehmen muss über eine Unternehmens-Identifikationsnummer verfügen.
  • Das Unternehmen muss im Durchschnitt der Jahre 2018 und 2019 einen Umsatz von mindestens 50’000 Franken erzielt haben.
  • Das Unternehmen muss vor Ausbruch der Covid-19-Pandemie profitabel oder überlebensfähig gewesen sein.
  • Das Unternehmen muss gegenüber dem Kanton belegen, dass es die Massnahmen, die zum Schutz der Liquidität und der Kapitalbasis nötig sind, ergriffen hat.

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Vorgehen in einem Härtefall

Was ist zu tun, wenn Ihr Unternehmen unter der aktuellen Situation leidet? Worauf soll man bei der Gesuchstellung für Härtefallentschädigungen achten? Luca Rutz, dipl. Treuhandexperte bei der Findea AG, gibt folgende Tipps:

  • Holen Sie Informationen über die Härtefallhilfen direkt bei der Verwaltung des Kantons ein, in dem Ihr Unternehmen seinen Sitz hat (Stichtag: 1. Oktober 2020). In den meisten Kantonen sind alle wichtigen Informationen und Formulare online einfach auffindbar.
  • Überprüfen Sie, ob Ihr Betrieb die Voraussetzungen für die Beantragung der Härtefallentschädigungen erfüllt.
  • Tragen Sie alle verlangten Unterlagen und Informationen sorgfältig zusammen und nutzen Sie die entsprechenden Vorlagen, die von den Kantonen zur Verfügung gestellt werden (z. B. Antragsformular oder Liquiditätsplan).
  • Planen Sie genügend Zeit für die Vorbereitung und Bearbeitung der Unterlagen ein. Der administrative Aufwand ist nicht zu unterschätzen.
  • Beachten Sie die kantonal teilweise sehr unterschiedlichen Fristen. Reichen Sie den Antrag fristgerecht ein.
  • Reagieren Sie umgehend, falls die zuständige Stelle der Kantonsverwaltung Rückfragen stellt.

Im Helpcenter von easygov finden Sie weitere Informationen zu den Massnahmen der Härtefallverordnung; zum Beispiel, welche Angaben ein Gesuch für eine Härtefallentschädigung haben muss oder wie gross die Unterstützung für einzelne Unternehmen ausfallen kann.

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