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Crowdfunding-Formen im Überblick

Crowdfunding ist nicht gleich Crowdfunding. Je nach Projekt, Geschäftsidee oder Unternehmensphase eignen sich gewisse Finanzierungsformen besser als andere. Wir stellen Ihnen die wichtigsten vor.

Viele Neugründer und Start-ups stehen vor dem gleichen Problem: Die zündende Geschäftsidee ist zwar da, die eigenen finanziellen Ressourcen für die Umsetzung sind aber schnell aufgebraucht. Fremdkapital muss her. Doch Risikokapitalgeber sind meist schwer zu finden. Und auch Bankkredite werden nur selten vergeben – gerade bei Jungunternehmern: «Einen Wachstumskredit von einer Bank zu bekommen, ist für ein Start-up fast unmöglich, weil sie meist noch nicht über die nötige finanzielle Stabilität verfügen», erklärt Michele Blasucci, CEO von Startups.ch.

Crowdfunding könnte der Schlüssel für die eigene Projektrealisierung sein: Für kommerzielle, kulturelle oder soziale Projekte bringen nicht einige wenige Investoren, sondern eine Vielzahl von Personen Geld auf, die Kommunikation zwischen Investor und Kapitalnehmer läuft über eine entsprechende Internet-Plattform. Doch Crowdfunding ist nicht gleich Crowdfunding. Es gibt verschiedene Formen der Schwarmfinanzierung – und nicht alle sind für das eigene Projekt oder Geschäftsmodell gleich gut geeignet. Unterschieden werden folgende Finanzierungsformen:

Reward-based Crowdfunding / Crowdsupporting

Beim Reward-based Crowdfunding unterstützen Privatpersonen mit kleineren Beiträgen ein Projekt. Ist die Finanzierungskampagne erfolgreich, erhalten sie eine einmalige Gegenleistung, wie etwa den Vorbezug eines Produkts, Gutscheine oder Vergünstigungen. So eignet sich Reward-based Crowdfunding im kommerziellen Bereich etwa als Anstoss-Finanzierung für eine erste serienmässige Produktion. Die Finanzierungsart kommt aber auch für Projekte aus den Bereichen Sport oder Kultur oft zum Einsatz. Geldgeber können hier etwa Veranstaltungseinladungen erhalten oder werden im Rahmen des Projekts namentlich erwähnt – zum Beispiel im Abspann eines mitfinanzierten Films.

Plattformen: Kickstarter (auch in der Schweiz am beliebtesten), Wemakeit, 100 Days

Crowddonating

Im Gegensatz zum Reward-based Crowdfunding verfolgen die Kapitalgeber beim Crowddonating kein finanzielles Interesse und erwarten keine Gegenleistungen. Sprich: Das Geld wird gespendet. Crowddonating kommt daher vorwiegend bei gemeinnützigen, wissenschaftlichen oder auch künstlerischen Projekten zum Einsatz. Auch Vereine können sich über Crowddonating finanzieren.

Plattformen: I Believe in You, Given Gain

Crowdlending

Beim Crowdlending vergeben Privatpersonen Darlehen an Unternehmen oder andere Privatpersonen, für die sie als Gegenleistung Zinszahlungen erhalten. Diese sind meist abhängig vom Risiko des Kapitalnehmers. Für Start-ups, die bereits über Eigenkapital verfügen und fürs weitere Wachstum auf Fremdkapital angewiesen sind, ist Crowdlending eine attraktive Finanzierungsform. In der Schweiz ist der Crowdlending-Markt in den letzten Jahren extrem stark gewachsen: Laut dem diesjährigen Crowdfunding Monitoring des Instituts für Finanzdienstleistungen Zug (IFZ) und der Hochschule Luzern erreichte er 2017 ein Volumen von knapp 187 Millionen Franken – ein Wachstum von 239 Prozent gegenüber 2016.

Plattformen: Cashare, Lend

Crowdinvesting

Beim Crowdinvesting investieren Privatpersonen in ein Start-up oder ein KMU mit Eigenkapital oder gemischten Finanzierungsformen. Dabei werden sie zu Anteilsinhabern des Unternehmens und sind somit am Unternehmenserfolg beteiligt. Mit Crowdinvesting werden vor allem Jungunternehmen in der Wachstumsphase unterstützt. Von allen Crowdfunding-Formen erzielte der Schweizer Crowdinvesting-Markt in den letzten Jahren das grösste Wachstum: 2017 waren es 245 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Plattformen: C-Crowd, Investiere

Finanzierung mit ICO

Als jüngste aller Crowdfunding-Formen haben Initial Coin Offerings – kurz ICO – einen regelrechten Boom ausgelöst – auch in der Schweiz, wo einige der weltweit grössten ICOs über die Bühne gingen: Alleine 2017 fanden hier ICOs im Umfang von rund 837 Millionen Franken statt – bei keiner anderen Finanzierungsform wurde mehr Geld vermittelt. ICOs stellen eine Verbindung von Crowdfunding mit der Blockchain dar. Investoren erhalten sogenannte Tokens, die entweder als Kryptowährung (Payment Token) dienen, den Zugang zu einer Technologie oder einer Dienstleistung ermöglichen (Utility Token) oder Vermögenswerte darstellen können (Asset Token). ICOs sind daher vor allem für Start-ups im Blockchain-Sektor ein attraktives Finanzierungsmittel.

Plattformen: Smart-ICO

Informieren auf allen Kanälen

Damit die eigene Finanzierungskampagne auch erfolgreich wird, braucht es ständige Kommunikation: Die Crowd sollte im Vorfeld und fortwährend über das Projekt, das Produkt und das Team informiert werden. Sonst macht sie nicht mit. Auch genügt es meist nicht, sich bei der Kommunikation alleine auf die Finanzierungsplattform zu beschränken: «Wenn das Projekt parallel auch über Social-Media-Netzwerke wie Facebook, Twitter, Instagram oder LinkedIn beworben wird, sind die Erfolgsaussichten viel höher», erklärt Blasucci. «Wer diese Kanäle nicht nutzt, ist selber schuld, wenn die Finanzierung nicht zustande kommt.»