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Crowdfunding-Kampagne: So geht’s richtig

Gerade für Start-ups und Firmengründer ist Crowdfunding eine clevere Art, ein Projekt zu finanzieren. Tipps, wie Sie eine Crowdfunding-Kampagne erfolgreich umsetzen.

Firmengründer und Start-ups haben häufig ein grosses Problem: Es existiert zwar eine tolle Idee und vielleicht sogar ein Produkt, aber das Geld fehlt, um die Marktreife zu erreichen. Banken sind in solchen Fällen sehr zurückhaltend mit der Finanzierung. Das ist aber kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen: Wer es clever anstellt, beschafft sich das Geld via Crowdfunding im Web. Der Witz daran: Die gewünschte Summe wird mit zahlreichen Klein- und Kleinstbeiträgen zusammengetragen, das Risiko für den einzelnen Geldgeber hält sich darum in Grenzen.

Grundsätzlich unterscheidet man vier verschiedene Crowdfunding-Arten:

  • Crowddonating: Hier wird das Geld vom Geber gespendet, er erwartet keine Gegenleistung
  • Crowdsupporting: Hier erwartet der Geldgeber eine – meist einmalige – Gegenleistung in Form eines Produkts oder einer Dienstleistung.
  • Crowdlending: Dies ist eine Finanzierung durch einen Kredit, die Zinsen sind risikoabhängig
  • Crowdinvesting: Hier geht es um eine tatsächliche Beteiligung an einer Firma mit Eigenkapital.

In der Schweiz ist der Markt für Crowdlending im letzten Jahr regelrecht explodiert: Von 7,9 Millionen Franken im Jahr 2015 auf 55,1 Millionen 2016. Auch Crowdinvesting hat seine Projekte. Für viele Start-ups ist aber der Weg über Crowdsupporting bzw. Crowddonating als Starthilfe der beste, die folgenden Tipps und Hinweise beziehen sich entsprechend auf diese beiden Crowdfunding-Arten.

Für die Finanzierung von Projekten kann die Crowd helfen.
Für die Finanzierung von Projekten kann die Crowd helfen.
Um seine Crowdfunding-Kampagne mit möglichst guten Erfolgschancen lancieren zu können, sollten Firmengründer und Start-ups einige einfache Regeln befolgen.
  • Passende Plattform: In der Schweiz sind rund 50 Crowdfunding-Plattformen aktiv, viele davon sind entweder auf eine Finanzierungsform spezialisiert oder aber auf bestimmte Branchen wie z. B. Kultur oder Sport. Vergleichen Sie die Angebote und Bedingungen der einzelnen Plattformen und entscheiden Sie, welche am besten zu Ihrem Projekt passt. Thematisch ähnliche Projekte sind hilfreich, da hier mit grösserer Wahrscheinlichkeit Spender aktiv sind, die Ihre Art Projekt bevorzugen.
  • Lokales Internet: Mit einem Crowdfunding-Projekt erreichen Sie potenziell die ganze Welt. Tatsache ist aber, dass gemäss dem Crowdfunding-Monitoring Schweiz 2016 des Instituts für Finanzdienstleistungen Zug (IFZ) der Fachhochschule Luzern Spender und Empfänger durchschnittlich gerade mal acht Kilometer in urbanem Umfeld und 44 Kilometer im ländlichen Umfeld voneinander entfernt sind. Es ist also sehr wichtig, dass die potenziellen Spender deutlich sehen, wo Ihre Firma angesiedelt ist. Das schafft Nähe und damit auch Vertrauen. Diese Relevanz zwischen Erfolg und Nähe schlägt sich in allen Zahlen nieder. Wer es nicht schafft, sein direktes Umfeld zu mobilisieren, wird es schwer haben, eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne zu führen.
  • Dauer der Kampagne: Länger heisst nicht besser, wie die Studie des IFZ deutlich zeigt. Die durchschnittlich besten Chancen auf einen Kampagnenerfolg verspricht ein Zeitraum von 30 Tagen. Damit waren 74 % der Crowdfunding-Kampagnen erfolgreich. Bei einem Zeitraum zwischen 60 und 90 Tagen lag die Erfolgsquote noch bei 61 bzw. 62 %. Bei längeren Laufzeiten wurden aber meist höhere Summen gesammelt, die generell schwieriger zu erreichen sind.
  • Die ersten Tage: Nach einem Drittel der Kampagne sollten Sie 40 % der Zielsumme erreicht haben. Dann stehen Ihre Chancen extrem gut, Erfolg zu haben. Lassen Sie es also krachen in den ersten Tagen! Mailings, Social Media, Telefonate – nutzen Sie sämtliche Möglichkeiten. Crowdfunding ist nichts für introvertierte Langsamstarter.
  • Mehrsprachigkeit: Wenn Sie Ihr Projekt in mehreren Sprachen (Deutsch, Französisch, Englisch) beschreiben, steigern Sie die Erfolgsquote noch etwas. Klar eigentlich, erreichen Sie doch so mehr potenzielle Geldgeber.
  • Zeitpunkt: In den Monaten July und August liegt die Erfolgsquote für ein Crowdfunding-Projekt rund 10 % tiefer als für den Rest des Jahres. Timing ist darum schon die halbe Miete.

Was erwarten eigentlich die Geldgeber von einem Projekt?

  • Saubere Projektbeschreibung: Dies ist das A und O für Ihre Kampagne. Für nicht weniger als 96 % aller Geldgeber ist die wichtig bzw. sehr wichtig. Nehmen Sie sich also die nötige Zeit, Ihr Projekt sauber und detailliert zu beschreiben, insbesondere, wofür genau das Geld verwendet wird.
  • Sagen Sie etwas zu Ihrer Person: 71 % der Geldgeber betonen, dass sie etwas über den Projektinhaber wissen möchten: Name und Wohnort, Ausbildung und nicht zuletzt die Motivation für das Projekt. Fotos und Videos stossen auf weniger grosses Interesse.

Quelle: Crowdfunding Monitoring Schweiz 2016, Prof. Dr. Andreas Dietrich, Simon Amrein, www.hslu.ch/crowdfunding