Wir spielen gerade

Wir spielen gerade

ERP-Systeme: Internationalisierung gezielt unterstützen

Zurück zur Suche

Sage Advice – Logo
Sage AdviceDer Blog für fundiertes Unternehmerwissen
AbonnierenAbonnieren
ERP-Systeme: Internationalisierung gezielt unterstützen

Für KMU mit internationalen Wachstumsplänen bieten ERP-Systeme Wettbewerbsvorteile und ermöglichen eine effektive Marktbearbeitung – sofern sie richtig eingesetzt werden. Ein Überblick.

Der KMU-Markt wird international

Immer mehr Schweizer KMU expandieren ins Ausland. Gemäss der Studie «Swiss International Entrepreneurship Survey 2016», die von der Hochschule für Wirtschaft (HSW) Freiburg durchgeführt wurde, beliefern Schweizer KMU im Schnitt 14 verschiedene Länder und erwirtschaften mehr als die Hälfte des Umsatzes im Export. Wer sich international behaupten möchte, muss schneller und effizienter im Markt agieren als die Mitbewerber. Die betriebseigene IT erhält so eine zentrale Rolle in der Unternehmensstrategie.

Erfolgsfaktor ERP-Software

Wird eine Software länderübergreifend eingesetzt, steigen die funktionalen und technischen Anforderungen. Je komplexer das Einsatzgebiet und je vielfältiger die Geschäftsprozesse, desto flexibler und einfacher skalierbar muss Software sein. Eine ERP-Lösung (Enterprise Ressource Planning) erleichtert KMU den Einstieg in internationale Märkte und verbessert die Geschäftstätigkeit von bereits international tätigen Unternehmen. ERP-Softwares ermöglichen die effiziente Planung der eigenen Ressourcen: Mit ihnen steuert das Management das Wachstum, verbessert die Zusammenarbeit von Niederlassungen, Unternehmensbereichen und Mitarbeitern, reduziert Kosten, steigert die Transparenz und strafft die Prozesse der Organisation. Die ERP-Lösung bildet dabei alle Managementprozesse und Ressourcen des Unternehmens in einem einheitlichen System ab. Die länderübergreifenden Daten werden beteiligten Mitarbeitern überall direkt zugänglich gemacht.

Gesucht: ein ERP-System, das mitwächst

Wenn ein KMU ins Ausland expandieren will, muss auch sein ERP-System mitwachsen können. Viele der heute im Markt erhältlichen ERP-Systeme eignen sich zwar für Unternehmen mit internationalen Strukturen, sind jedoch für die Bedürfnisse von KMU überdimensioniert und somit zu teuer. Weltweit bereits aktive Unternehmen wiederum haben oft mit heterogenen und teilweise nur schwer kompatiblen und zu konsolidierenden IT-Landschaften zu kämpfen. In beiden Fällen steht bei der Evaluation einer geeigneten Lösung die KMU-Tauglichkeit im Mittelpunkt.

Doch wie geht ein Unternehmen am besten vor? KMU, die den Schritt ins Ausland später planen, sollten eine ERP-Lösung einsetzen, die international geltende Standards unterstützt – etwa ISO-Normen oder XML. Auf diese Weise lassen sich ausländische Lösungen später leichter anbinden als mit einem geschlossenen, nur für die Schweiz konzipierten System. Eine klare Einführungsmethodik hilft bei Installation und Konfiguration.

Kostenloser ERP-Check

Wie finden Sie das passende ERP für Ihr Unternehmen? Die Checklisten für Projektvorbereitung, interne Vorarbeiten, Softwareauswahl und Implementierung helfen Ihnen, an alle Schritte zu denken und teure Fehler zu vermeiden.

Zum ERP-Check

Standardisierung spart Zeit und Kosten

Für komplexere Projekte mit heterogenen IT-Landschaften empfiehlt sich dagegen der sogenannte «Core-Model-Ansatz». Dabei werden in Workshops Kernprozesse definiert, die für alle Standorte gelten. Anhand dieses einheitlichen Prozessmodells können später die Prozesse schrittweise in die verschiedenen Länder ausgerollt werden.

Modernes Technologiekonzept und Skalierbarkeit

Damit die ERP-Lösung auch in Zukunft flexibel bleibt, sollte sie eine möglichst breite Auswahl an Hardware und Serversystemen unterstützen. Deshalb sollte das ERP-System mit unterschiedlichen Datenbank- und Betriebssystemen kompatibel sein (z. B. Oracle- oder Microsoft-SQL-Server-Datenbanken, Windows-, Unix- oder Linux-Betriebssystemen). Es sollte sich zudem gleichermassen in Web- und/oder Client-Server-Umgebungen einsetzen lassen. Eine serviceorientierte Architektur (SOA) stellt sicher, dass mobile Anwendungen auf derselben Applikationslogik basieren wie die Desktop und Office Clients. Zudem muss ein ERP-System so konzipiert sein, dass es Wachstumsprozesse zulässt. Funktionen sollen schrittweise eingeführt und eingesetzt werden können.

Business Intelligence als Standard

Will ein Unternehmen im Ausland Erfolg haben, ist funktionierendes Risikomanagement sehr wichtig. Transparenz ist essenziell, um Risiken besser abschätzen zu können. Hinzu kommt der Zeitfaktor: Ein schneller Überblick über die Geschäftstätigkeiten bestimmt über Erfolg oder Misserfolg – vor allem in einer komplexen, international vernetzen Unternehmensstruktur. Dank dem ERP-System können aktuelle Unternehmenskennzahlen und Auswertungen separat nach Land, nach Regionen oder für alle Länder konsolidiert per Knopfdruck erstellt und in einem Management-Cockpit zusammengefasst werden.

International einheitlich und auf lokales Recht abgestimmt

Beim Gang über die Grenze stellen für KMU gerade ausländische Gesetze und Vorschriften eine der grössten Hindernisse dar. Die eingesetzte Lösung muss neben unterschiedlichen Rechnungslegungsstandards (OR, Swiss GAAP FER, IFRS oder US GAAP) oder Fremdwährungen auch die jeweiligen rechtlichen Grundlagen (z. B. Vertragsrecht) kennen und unterstützen. Weiter konsolidiert die ERP-Lösung landesspezifische Parameter wie Artikelbezeichnungen, Mengenangaben, Währungen oder Preislisten. Gleichzeitig soll die Software die entsprechenden Anforderungen des Heimmarktes erfüllen. Nur dann lassen sich grenzüberschreitend die lokalen Standards in der Buchführung, der MwSt.-Abrechnung oder den üblichen elektronischen Zahlungsformaten anwenden.