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Free Cashflow: Der Schlüssel zur Unternehmensbewertung

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Nicht nur fürs Unternehmen selbst, sondern auch für Aktionäre ist der Free Cashflow eine der wichtigsten Betriebskennzahlen – sowohl bei der Dividendenausschüttung als auch zur Unternehmensbewertung. Die wichtigsten Grundlagen im Überblick.

Von allen betriebswirtschaftlichen Messgrössen gehört der Cashflow zu den effektivsten und besonders einleuchtenden – und vor allem zu den ehrlichsten: Im Gegensatz zum Gewinn, der in der Buchhaltung ganz unterschiedlich ausgelegt werden kann, bildet der Cashflow die Ertrags- und Finanzkraft eines Unternehmens deutlich wahrheitsgetreuer ab. Deshalb gilt er als eine der wichtigsten Betriebskennzahlen – nicht nur für das Unternehmen selbst, sondern auch für seine Aktionäre. In der finanzwirtschaftlichen Analyse werden drei Arten von Cashflow unterschieden:

  1. Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit: Geldflüsse, die aus dem operativen Geschäft erwirtschaftet werden.
  2. Cashflow aus Investitionstätigkeit: Geldflüsse durch den Erwerb und Verkauf von Anlagevermögen und anderen Investitionen.
  3. Cashflow aus Finanzierungstätigkeit: Geldflüsse bezogen auf Eigenkapitaländerungen.

Diese drei Positionen ergeben den gesamten Cashflow eines Unternehmens. Zusammen mit dem Finanzmittelbestand zu Beginn des Geschäftsjahres bildet der gesamte Cashflow den Finanzmittelbestand am Ende des Geschäftsjahres. Geldmittel, die im Unternehmen selbst verbleiben – z.B. für Reinvestitionen – sind für Kapitalgeber bzw. Aktionäre jedoch weniger interessant. Letztlich interessiert sie die für sie verfügbaren Mittel. Diese werden mit dem sogenannten Free Cashflow (FCF) bestimmt. Er zeigt auf, wie viel Geld einem Unternehmen zur Verfügung steht, um Dividenden auszuschütten oder Aktien zurückzukaufen – und so Aktionäre am Erfolg des Unternehmens teilhaben zu lassen. Der Free Cashflow wird definiert als operativer Cashflow abzüglich des Cashflows aus der Investitionstätigkeit.

Der Free Cashflow lässt sich mit einer direkten oder einer indirekten Methode ermitteln. In der Praxis häufiger anzutreffen ist die indirekte Methode:

FCF ermitteln: Indirekte Methode

EBIT
– Steuern
+ Abschreibungen
+ Bildung / – Auflösung langfristiger Rückstellungen
= Betriebswirtschaftlicher Cashflow (brutto vor Zinsen)

– Desinvestitionen
+ Investitionen
+/- Änderung Nettoumlaufsvermögen (NUV)
= Free Cashflow

Entsprechend bildet der Free Cashflow alle Zahlungsströme ab, die im Unternehmen bleiben, abzüglich der Investitionen und zuzüglich der Desinvestitionen. Der Vorteil: Der Free Cashflow kann durch Bilanztricks praktisch nicht verfälscht werden. Zwar ziehen Unternehmen manchmal grössere Investitionen vor oder verschieben diese in eine spätere Periode, um den Cashflow zu beeinflussen. Da Investitionstätigkeiten beim Free Cashflow aber hinausgerechnet werden, entsteht für Aktionäre ein klares Bild über die tatsächlichen Geldmittel, die dem Unternehmen zur Dividendenausschüttung zur Verfügung stehen.

Discounted Cashflow: Grundlage zur Unternehmensbewertung

Der Free Cashflow wird als Basis zur Bewertung eines Unternehmens herangezogen – und zwar über den sogenannten Discounted Cashflow, kurz DCF: Es wird allgemein angenommen, dass ein Unternehmen genau so viel wert ist, wie es in Zukunft Zahlungsströme für die Kapitalgeber erwirtschaften wird (d.h. Barwert aller zukünftigen FCF). Sprich: Je höher dieser Bargeldüberschuss – also der Free Cashflow – ist, desto mehr ist die Firma wert. Entsprechend basiert der DCF auf Annahmen über künftige (d.h. diskontierte) freie Geldflüsse.

Aber Achtung: Der Aufwand für die Schätzung künftiger freier Cashflows ist gross. Da man bei der DCF-Methode von einer unbegrenzten Lebensdauer des Unternehmens ausgeht, berechnet man für den FCF ausserhalb einer klaren Planungsperiode einen sogenannten Residualwert. Dabei können schon kleine Abweichungen in den getroffenen Annahmen zu grossen Wertdifferenzen führen.

Trotzdem gilt das DCF-Verfahren als umfassendste und anerkannteste Methode zur Bestimmung des Unternehmenswertes. Korrekt angewendet, handelt es sich beim DCF um eine wahrheitsgetreue Kennzahl, die den Wert eines Unternehmens sehr genau beziffern kann.