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Freiwillig Mehrwertsteuer abrechnen?

Unternehmen, die einen jährlichen Umsatz von über 100’000 Franken erzielen, müssen Mehrwertsteuer auf Waren und Dienstleistungen verrechnen. Wann es sinnvoll ist, die Mehrwertsteuer freiwillig abzurechnen.

Die Mehrwertsteuer gilt für Unternehmen, die einen jährlichen Umsatz von mehr als 100’000 Franken erwirtschaften, unabhängig von der Rechtsform. Ausgenommen davon sind Organisationen aus den Bereichen Medizin, Kinderbetreuung, Bildung, Kultur oder Sport. Je nach Umständen kann es aber auch für Unternehmen mit weniger Umsatz sinnvoll sein, sich bei der Mehrwertsteuer (MwSt.) anzumelden. Wie bitte? Warum sollte man sich die aufwändige Mehrwertsteuerabrechnung freiwillig antun? Schliesslich gilt die Angelegenheit bei KMU nicht gerade als beliebte Beschäftigung. Der wohl einfachste Grund: Man will nicht zeigen, dass man noch wenig Umsatz erzielt. Doch es gibt noch weitere.

Wenn Sie hohe Investitionen tätigen

Einer der wichtigsten Gründe für die freiwillige Abrechnung ist die Vorsteuer: Ein Unternehmen, das die Mehrwertsteuer abrechnet, kann für Einkäufe oder Investitionen den Vorsteuerabzug geltend machen. Für ein kleines Unternehmen, das grössere Anschaffungen oder Investitionen plant, kann sich eine Mehrwertsteueranmeldung für einen entsprechenden Zeitraum lohnen – nämlich dann, wenn die Vorsteuer höher ist als die abzuliefernde Mehrwertsteuer.

Wenn Ihre Kunden der Mehrwertsteuer unterstellt sind

Gerade wenn Sie im B2B-Bereich tätig sind, also Geschäfte mit anderen KMU machen, lohnt sich auch für Sie die Anmeldung. Diese Kunden bevorzugen Lieferanten, die selber auch MwSt. abliefern müssen. «Konkret heisst das, dass Ihre Kunden dann die 7.7 % Vorsteuer zurückfordern können und so faktisch 7.7 % Rabatt erhalten. Bei Geschäften mit anderen Partnern, die nicht mehrwertsteuerpflichtig sind, ist dies nicht möglich», sagt Fabian Lauener, Head of Product Delivery Sage Start.

«Unternehmen können von Jahr zu Jahr entscheiden, ob sie die freiwillige Mehrwertsteuerabrechnung anmelden.»

Lothar Jansen, Dozent für Steuerrecht an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW)

Wenn Sie exportieren

Auch Unternehmen, die hauptsächlich im Warenexport tätig sind oder bestimmte grenzüberschreitende Dienstleistungen an ausländische Kunden erbringen, profitieren von einer freiwilligen MwSt.-Anmeldung. Denn auf Exportgüter muss keine MwSt. abgeliefert werden, man kann aber trotzdem die Vorsteuer abziehen. Das Schöne bei der freiwilligen Abrechnung der Mehrwertsteuer ist, dass «Unternehmen von Jahr zu Jahr entscheiden können, ob sie die freiwillige Mehrwertsteuerabrechnung anmelden oder nicht», erklärt Lothar Jansen, Dozent für Steuerrecht an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW).