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Wie war das nochmal mit dem Handelsregister-Eintrag?

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Wie war das nochmal mit dem Handelsregister-Eintrag?

Zur Gründung eines Unternehmens gehört ein Eintrag im Handelsregister. Doch wer muss sich überhaupt darin eintragen? Was gilt es zu beachten? Und warum sollte man sich freiwillig anmelden?

Ein Unternehmen ist schnell gegründet: Wer eine Einzelfirma, eine Kollektiv- oder eine Kommanditgesellschaft gründet, kann dies relativ einfach online tun. Bei einer Aktiengesellschaft oder einer GmbH hingegen ist dies nicht möglich. Allen gemeinsam ist: Die Gründung von Kapitalgesellschaften entsteht erst mit dem Handelsregistereintrag.

Die von den Kantonen verwaltete öffentliche Datenbank enthält die wichtigsten Angaben über die nach kaufmännischer Art geführten Unternehmen und Organisationen. Allerdings muss nicht jedes Unternehmen darin eingetragen werden. Ein Eintrag im Handelsregister ist erforderlich für:

  • Einzelfirmen, die einen Umsatz von mehr als CHF 100’000.– erwirtschaften
  • Kollektivgesellschaften
  • Kommanditgesellschaften (Personen- bzw. Rechtsgemeinschaften unter gemeinsamer Firma)
  • Aktiengesellschaften (AG)
  • Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH)
  • Genossenschaften
  • Vereine, die ein nach kaufmännischer Art geführtes Gewerbe betreiben
  • Stiftungen (ohne Familien- und kirchliche Stiftungen)
  • Zweigniederlassungen ausländischer und schweizerischer Unternehmen

Freiwilliger Eintrag im HR

Unter Umständen empfiehlt sich eine Registrierung im Handelsregister auch dann, wenn diese nicht gesetzlich vorgeschrieben ist. Gemäss Martin Skripsky, Rechtsberater bei Sage Schweiz, gibt es rechtlich zwei Hauptgründe, die für eine freiwillige Eintragung sprechen: «Erstens: Das eingetragene Unternehmen untersteht der Betreibung auf Konkurs. Das heisst, der Unternehmer erklärt sich bereit, jede Schuld zu bezahlen, weil er im Falle einer Konkursandrohung riskiert, alles zu verlieren. Dies kann sich positiv auf die wahrgenommene Kreditwürdigkeit auswirken. Und zweitens: Das eingetragene Unternehmen hat das Recht, die Firma – also den im Handelsregister eingetragenen Namen des Unternehmens – als einziges zu nutzen.»

In der Praxis kann ein Handelsregisterauszug darüber hinaus hilfreich sein, etwa bei der Eröffnung eines Bankkontos oder eines Postfachs, beim Abschluss von Leasingverträgen oder zur leichten Identifikation des Unternehmens im internationalen Handelsverkehr. Nicht nur, weil damit zusätzliche Erklärungen entfallen, sondern auch, weil dies für Partnerfirmen ein Hinweis auf die Seriosität eines Unternehmens sein kann.

Anforderungen für den HR-Eintrag

Beim Einzelunternehmen ist eine Eintragung in der Regel ohne weitere Dokumente (Belege) sehr einfach möglich, wenn die Anmeldung folgende Angaben enthält:

  • Firma (d.h. gewählter Name des Unternehmens)
  • Sitz und Rechtsdomizil
  • Rechtsform (hier also Einzelunternehmen)
  • Zweck (Umschreibung der Tätigkeit, von der das Unternehmen wirtschaftlich leben soll)
  • Inhaberin oder Inhaber (neben komplettem Namen am besten Pass- oder ID-Kopie beilegen)
  • Zur Vertretung berechtigte Personen

Bei einer AG oder einer GmbH ist die Sache etwas aufwendiger. Da verlangt das Handelsregisteramt noch weitere zwingende Belege wie die Statuten, eine Annahmeerklärung der Revisionsgesellschaft oder eine öffentliche Urkunde über den Errichtungsakt. Auch eventuelle Beschlüsse und Nachweise über die Wahl von Geschäftsführern oder die Gewährung des Rechtsdomizils am Ort des Firmensitzes müssen eingereicht werden. Weitere Informationen findet man in der Handelsregisterverordnung.

Alle Einträge im Handelsregister werden vom Bund verwaltet, das Register wird täglich aktualisiert und ist über den zentralen Firmenindex Zefix zugänglich. Anmelden muss man eine Organisation jedoch beim kantonalen Handelsregisteramt oder je nach Kanton bei einem Bezirkshandelsregisteramt.