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Quellensteuer 2021: harmonisiert, aber trotzdem komplex

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Quellensteuer

Das Bundesgesetz über die Revision der Quellensteuer tritt am 1. Januar 2021 in Kraft. Durch die Neuerungen sind besonders die Arbeitgeber gefordert – vor allem dann, wenn sie keine Swissdec-zertifizierte Lohnsoftware im Einsatz haben. Wir beleuchten zwei Herausforderungen etwas genauer.

Am 1. Januar 2021 tritt das revidierte Quellensteuergesetz in Kraft – unter anderem mit dem Ziel, die Berechnung im Monats- und Jahresmodell einheitlich zwischen den entsprechenden Kantonen zu regeln.

Für Unternehmen wird die akribische Pflege der Informationen ihrer quellenbesteuerten Arbeitnehmer entscheidend für die korrekte Abrechnung sein. Denn trotz der Harmonisierung stellt das neue Bundesgesetz die Unternehmen vor Herausforderungen.

Herausforderung Teilzeit-/Nebenerwerb

Dies beginnt schon bei der Bestimmung des satzbestimmenden Einkommens: Für dessen Ermittlung müssen sämtliche Bruttoerwerbseinkünfte (inklusive Ersatzeinkünfte) des quellensteuerpflichtigen Arbeitnehmenden herangezogen werden. Das ist für den Arbeitgeber keine leichte Aufgabe: Denn er gelangt nur an diese Informationen, wenn er quellensteuerpflichtige Arbeitnehmende darauf hinweist, dass diese von Gesetzes wegen eine Mitwirkungspflicht haben.

Je nach Kenntnisstand über deren Gesamtbeschäftigungsgrad und deren Einkünfte gelten schliesslich andere Berechnungen. Die Unterschiede beim satzbestimmenden Einkommen sind nicht unerheblich. So nennt das Kreisschreiben 45, in dem die wichtigsten Neuerungen der Quellensteuerrevision festgehalten werden, für das Monatsmodell unter anderem folgende Beispiele:

Beispiel 1: Gesamtbeschäftigungsgrad unbekannt

Zwei Arbeitsverhältnisse in der Schweiz (Gesamtpensum: 90 %): Arbeitnehmer Z. ist bei der M. AG, Bern, und bei der T. AG, Thun, angestellt und erzielt folgende Lohneinkommen (beiden Arbeitgebern ist das jeweils andere Pensum nicht bekannt):

 

Arbeitgeber Pensum Bruttolohn satzbestimmend
M. AG (CH) 50 % 4 500 9 000
T. AG (CH) 40 % 4 400 11 000

Beispiel 2: Gesamtbeschäftigungsgrad bekannt

Zwei Arbeitsverhältnisse in der Schweiz (Gesamtpensum: 90 %): Arbeitnehmende Z. ist bei der M. AG, Bern, und bei der T. AG, Thun, angestellt und erzielt folgende Lohneinkommen (beiden Arbeitgebern ist das jeweils andere Pensum bekannt):

Arbeitgeber Pensum Bruttolohn satzbestimmend
M. AG (CH) 50 % 4 500 8 100
T. AG (CH) 40 % 4 400 9 900

Die Beispiele zeigen: Es lohnt sich, wenn Sie als Arbeitgeber die Beschäftigungssituation Ihrer Arbeitnehmenden kennen. Wenn der Arbeitnehmende wie in Beispiel 1 seine Beschäftigung nicht offenlegt, wird das satzbestimmende Einkommen jeweils separat zu 100 % vom Bruttolohn berechnet. Legt er seine beiden Arbeitsverhältnisse offen, ist das satzbestimmende Einkommen tiefer, da nun die Berechnung im Verhältnis zum Gesamtpensum von 90 % erfolgt.

Wiederum anders gestaltet sich die Berechnung im Jahresmodell: Für den monatlichen Abzug der Quellensteuer unterliegt das tatsächlich erzielte Einkommen demjenigen Steuersatz, der dem zu versteuernden Jahreseinkommen entspricht. Etwa bei einem gleichbleibenden Lohn während 12 Monaten:

Ein lediger Steuerpflichtiger ohne Kinder ist mit einem Beschäftigungsgrad von 100 % vom 1. Januar bis am 31. Dezember 2021 in der Schweiz erwerbstätig. Für diese Tätigkeit erhält er ein Jahresbruttoeinkommen von CHF 60 000.00 (12 x CHF 5 000).

Das monatliche Bruttoeinkommen von CHF 5 000 wird mit dem Tarifcode A0 und zum satzbestimmenden Jahreseinkommen von CHF 60 000.00 besteuert.

 

Monat Januar November Dezember Besteuerung
Bruttolohn 5 000 5 000 5 000 60 000
Tarifcode A0 A0 A0 A0
Steuersatz (%) 9,5 9,5 9,5 9,5
Quellensteuer 475 475 475 5 700

Herausforderung Wohnsitzwechsel

 Bislang war es Arbeitgebern möglich, die Quellensteuer bei der kantonalen Steuerbehörde des Firmensitzes abzurechnen. Ab dem 1. Januar 2021 sind Arbeitgeber aber zur Abrechnung bei der Steuerbehörde des Wohn- oder Aufenthaltskantons des quellensteuerpflichtigen Arbeitnehmers verpflichtet – es sei denn, er ist im Ausland ansässig und kein Wochenaufenthalter. Für Arbeitgeber ist diese Regelung unter Umständen mit einem grösseren Mehraufwand verbunden: Nicht nur muss er sich bei der Beschäftigung mehrerer quellensteuerpflichtiger Mitarbeitenden mit verschiedenen kantonalen Tarifcodes auseinandersetzen, sondern unter Umständen auch mit dem Jahres- wie auch dem Monatsmodell.

Entsprechend ändert sich auch die Berechnung, wenn der Arbeitnehmende seinen Wohn- oder Aufenthaltskanton wechselt. In diesem Fall reichen Arbeitgeber die Quellensteuerabrechnung ab dem Folgemonat bei der entsprechenden Steuerverwaltung ein – unter Berücksichtigung des dort geltenden Berechnungsmodells und der jeweiligen Tarifcodes.

Hinzu kommen spezielle Bestimmungen zu Stunden- und Tagelöhnern, unterjährigen Ein- und Austritten oder zum 13. Monatslohn, die Unternehmen gewisses Kopfzerbrechen bereiten dürften. Das Kreisschreiben 45 hält für diese Fälle Berechnungserklärungen und -beispiele fest. Deshalb sollten sich Unternehmen bis zum 1. Januar 2021 unbedingt mit dem Schreiben auseinandersetzen.

Mit Lohnsoftware von Sage auf der sicheren Seite

Besonders Arbeitgeber, die noch keine moderne Lohnsoftware im Einsatz haben, sind durch die Neuerungen stark gefordert. Gerade im Zuge der Quellensteuerrevision lohnt sich deshalb der Umstieg auf eine entsprechende Lösung. Die HR- und Lohnsoftwarelösungen von Sage greifen bereits dem kommenden Swissdec-Standard 5.0 vor, um Unternehmen auch beim revidierten Quellensteuergesetz zu unterstützen.