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Homeoffice bei Sage

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Homeoffice bei Sage

Während der Corona-Pandemie bestreitet auch die Sage-Belegschaft ihren Arbeitsalltag im Homeoffice. Was geht dabei gut, was ist eher schwierig? Wir haben bei drei Sage-Mitarbeitenden nachgefragt.

Der Ausbruch der Corona-Pandemie Ende Februar zwang viele Schweizer Unternehmen zu Homeoffice. Auch die Sage-Mitarbeitenden mussten die gerade neu gestalteten Büroräumlichkeiten verlassen und fortan von zuhause aus arbeiten. Doch: Wie empfanden sie die Umstellung aufs Homeoffice? Was fiel ihnen leicht? Was war schwieriger? Wir haben in den eigenen Reihen nachgefragt.

Lydia Betschart, Leiterin HR Sage Schweiz

«Wir sind seit März weitestgehend vollständig im Homeoffice. Aufgrund unserer neuen Büroräumlichkeiten – mit flexiblen Arbeitsplätzen – hatten unsere Mitarbeitenden bereits einen Laptop. So verlief der Wechsel aufs Homeoffice aus technischer Sicht eigentlich problemlos. Jedoch muss ich sagen: Ich persönlich empfinde das Arbeiten von zuhause aus als deutlich erschwert und mühsam. Nicht nur wegen des ganzen Papierkrams – die Post, das Einholen von Unterschriften oder die Formulare von Amtsstellen – um den man sich ja doch noch vor Ort kümmern muss. Auch die Abgrenzung zwischen Privatem und Beruflichem fällt mir im Homeoffice etwas schwer. Gerade diese Trennung schätze ich an der Büropräsenz sehr.»

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Lydia Betschart, Leiterin HR: «Ich empfinde das Arbeiten von zuhause aus als erschwert und mühsam.»

Auch was das Zwischenmenschliche betrifft, sei die Arbeit von zuhause nicht ganz leicht: «Jede HR-Abteilung ist auf die Interaktion mit Menschen angewiesen, sie ist für unsere Aufgaben elementar. Diese soziale Interaktion kommt jetzt zu kurz. Vor der Pandemie begegnete man sich vielleicht auch in unserer Cafeteria, man sah gleich, ob es jemandem gut geht oder nicht. Und auch Fragen werden im direkten Austausch vor Ort viel schneller geklärt als auf digitalem Weg. Bei der Büropräsenz bekommt man viel mehr mit – auch von anderen Abteilungen. Natürlich können Videokonferenzen und Telefonie einiges kompensieren; das hat aber seinen Preis: Nicht nur spüre ich mein Gegenüber in Videokonferenzen deutlich weniger als im persönlichen Gespräch. Ich glaube auch, ich bin im Homeoffice weniger effizient als bei der Arbeit vor Ort. Und es erfordert viel Disziplin: Man muss immer wieder bewusst Pausen einlegen – sonst ist es schwierig, produktiv zu bleiben.»

Dennoch biete das Homeoffice auch Vorteile: «Gerade bei Projekten kann ich mich im Homeoffice sehr gut ausklinken und konzentriert arbeiten. Und viele administrative Arbeiten kann ich auch von zuhause aus gut erledigen. Daher kann ich mir schon vorstellen, in Zukunft teilweise von zuhause aus zu arbeiten. Jedoch vermutlich nicht mehr als zwei Tage pro Woche. 40 Prozent Homeoffice, 60 Prozent Büro – das wäre für mich die ideale Mischung.»

René Albert, Leiter ISV-Management

«Da ich schon vor Corona zwei Tage pro Woche von zuhause aus gearbeitet habe, ist der vollständige Wechsel ins Homeoffice für mich kein Problem. Im Gegenteil: Ich arbeite tendenziell sogar mehr als vorher, weil einfach der Arbeitsweg – eine Stunde hin und eine zurück – nun wegfällt. Und: Ich kann im Homeoffice viel konzentrierter arbeiten als im Büro. So habe ich mehr Freizeit, bringe gleichzeitig aber auch mehr Output, da ich weniger durch Gespräche oder andere Dinge gestört werde. Wobei ich sagen muss, dass mir auch Lärm nicht viel ausmacht. Meine Kinder sind zwar schon alt genug, um sich zuhause selber zu beschäftigen; aber selbst wenn neben mir geredet wird, stört mich das nicht gross. Ich habe schon vorher in Grossraumbüros und im Homeoffice gearbeitet und habe mich einfach an die Lautstärke gewöhnt.»

Homeoffice bei Sage

René Albert, Leiter ISV-Management: «Im Home Office arbeite ich konzentrierter als im Büro.»

Auch die Trennung zwischen Arbeit und Privatleben gelinge ihm ohne Probleme. Spätestens um sechs Uhr sei einfach Schluss. «Symbolisch schliesse ich dann auch den Laptop, und auf dem Smartphone schaue ich mir keine Geschäftsmails mehr an. Das erfordert eine gewisse Selbstdisziplin – die manche schon haben und manche erst noch erlernen müssen. Mir hilft es auch, dass ich morgens und nachmittags statt der Kaffeepause mit meinem Hund spazieren gehe, um auch den Kopf ein bisschen freizukriegen. Ich glaube, dieser Bruch – aufstehen, an einen anderen Ort hingehen und wieder zum Arbeitsplatz zurückkehren – ist im Homeoffice sehr wichtig. Er gibt einem die Energie, die man braucht, um effizient weiterarbeiten zu können.

Jetzt, auf lange Sicht, merke ich aber, dass gerade die Online-Sitzungen auch ihre Grenzen haben. Gemeinsam kreativ sein und Ideen entwickeln, geht im persönlichen Meeting besser als auf virtuellem Weg. Die Zusammenarbeit vor Ort ist viel innovativer. Und auch die kurzen Gespräche mit Arbeitskollegen, mit denen man im Geschäftsalltag nur selten in Kontakt tritt, fallen im Homeoffice nun ganz weg. Der soziale Teil fehlt. Ich kann mir gut vorstellen, dass das gerade für alleinstehende Personen – oder Mitarbeitende, die während der Corona-Pandemie neu bei uns begonnen haben – eine grosse Herausforderung ist.»

Nathalie Küttel, Personal Assistant to Country Manager

«Ich arbeitete schon vor der Pandemie teilweise im Homeoffice und war mit dieser Situation vertraut. Als dann aber auch die Schulen schlossen, stiess ich schon ein bisschen an meine Grenzen: Ich musste mein Arbeitspensum von 40 Prozent umverteilen, so dass ich mehrere Halbtage pro Woche arbeitete – ich konnte meine Kinder (9 und 6 Jahre) ja nicht acht Stunden unbeaufsichtigt lassen. Von Seiten Sage war das auch überhaupt kein Problem – und für mich selbst einfach eine Frage der Organisation. Meine Kinder arbeiteten meistens im Wohnzimmer an ihren Hausaufgaben, ich im Büro. Natürlich konnten sie immer noch zu mir kommen, wenn sie Hilfe brauchten – bei nicht dringenden Dingen habe ich sie aber auch mal vertrösten müssen, bis ich wieder Zeit hatte. Und beim Medienkonsum war ich halt nicht mehr ganz so streng.

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Nathalie Küttel, Personal Assistant to Country Manager: «Den Grossteil meiner Aufgaben kann ich gut von zuhause aus erledigen.»

Das permanente Homeoffice hat mir wieder vor Augen geführt, dass der Mensch einfach ein Gewohnheitstier ist: Eigentlich arbeite ich nach wie vor gerne mit Papier – obwohl Sage schon immer bemüht war, möglichst papierlos zu sein. Nun, im Homeoffice, wurde das papierlose Arbeiten ja nochmals deutlich verstärkt. Das war für mich schon eine Umstellung. Dagegen wende ich die Clean Desk Policy, die ja bei Sage gilt, auch zu Hause an: Ich verstaue meine Unterlagen und fahre den Computer nach Arbeitsende runter. Das bin ich einfach so gewohnt: Da ich für die Geschäftsleitung tätig bin, liess ich vertrauliche Dokumente auch in den Sage-Büros nie offen herumliegen.

Ich arbeite im organisatorischen und administrativen Bereich. Für diesen Zweck kann ich den Grossteil meiner Aufgaben gut von Zuhause aus erledigen. Ich glaube aber schon, dass zum Beispiel kreative Meetings oder Brainstorming-Sessions vor Ort im Büro effizienter und fruchtbarer sind als auf virtuellem Weg. Für meine Aufgaben sind Telefongespräche und Videokonferenzen aber völlig ausreichend. Und auch witzig: Man winkt sich zur Begrüssung auch mal zu, macht virtuelle Kaffeepausen oder lacht, wenn zum Beispiel meine Tochter bei eingeschalteter Webcam hinter mir durchläuft. Solche Momente werden als sympathisch empfunden und lockern die Stimmung ein wenig auf. Ich habe auch das Gefühl, dass sich die Leute öfter nach dem persönlichen Befinden erkundigen als im Büro. Im Homeoffice ist man froh um den Austausch und man nimmt sich deshalb auch gerne etwas mehr Zeit dafür.»