Wir spielen gerade

Wir spielen gerade

Jahresabschluss: 12 häufige Fehler

Zurück zur Suche

Jahresabschluss

Der Jahresabschluss birgt so manche Tücken. Wir listen oft gemachte Fehler auf, damit nichts vergessen geht, der Aufbau stimmt und Sie im Nachhinein keine bösen Überraschungen erleben. Gerade auch im Hinblick auf COVID-19 gibt es zwei wichtige Tipps.

Sind Sie in Ihrem Unternehmen verantwortlich für den Jahresabschluss? Es ist schnell passiert, dass bei dieser doch sehr umfangreichen Aufgabe wichtige Informationen vergessen gehen oder sich Fehler einschleichen. Schliesslich macht man den Jahresabschluss nicht alle Tage, da stellt sich auch mit mehreren Jahren Erfahrung kaum Routine ein. Sicher empfiehlt es sich, ihn mithilfe einer entsprechenden Software zu machen. Die korrekte Ablieferung des Jahresabschlusses lohnt sich. Denn ein richtig ausgeführter Jahresabschluss macht sich in der Steuerrechnung bemerkbar – und die gemachten Fehler ebenso.

Es gibt unterschiedliche Methoden, den Jahresabschluss zu erledigen: analog oder digital, selbst gemacht oder durch den Treuhänder ausgeführt. Je nachdem, welcher Jahresabschluss-Typ Sie sind, bevorzugen Sie eine andere Methode. Egal, welcher Typ Sie sind: Damit Sie den Jahresabschluss sicher über die Bühne bringen, müssen Sie die vorgegebene Form sowie die Prinzipien der Buchhaltung – Stetigkeit, Bruttoprinzip und der Grundsatz der Fortführung – einhalten. Wer also den Jahresabschluss selbst macht und nicht einem Treuhänder in Auftrag gibt, sollte folgende Fehler vermeiden:

  1. Mangelhafte Vorbereitung

Im Nachhinein auftauchende Aufwandbelege oder vergessene Abschreibungen können nicht nachgereicht werden. Deshalb ist eine gute Vorbereitung das A und O. Organisieren Sie alle für den Jahresabschluss notwendigen Unterlagen, bevor Sie mit dem eigentlichen Vorgang beginnen. Idealerweise legen Sie alle Belege während dem Jahr strukturiert in elektronischer Form ab. So entfällt das mühsame Zusammensuchen am Ende des Jahres.

  1. Abweichungen nicht vermerkt

Vergessen Sie nicht, Hinweise auf geänderte Schätzmethoden, Abschreibungsarten und Annahmen von Abweichungen zu machen (Abweichung vom Prinzip der Stetigkeit). Kontrollieren Sie die Verbuchungen von Abschreibungen und Wertberichtigungen, damit diese nicht vergessen gehen.

  1. COVID-19-Rückstellungen nicht geprüft

Zur Sicherung der zukünftigen Entwicklung Ihres Unternehmens dürfen zusätzliche Rückstellungen (Art. 960 OR) vorgenommen werden. Michele Blasucci vom Treuhandunternehmen Findea sagt dazu: «Falls Ihr Betrieb besonders hart von der Pandemie getroffen wurde, der Betrag aber noch nicht genau bezifferbar ist, können Sie möglicherweise eine COVID-19-Rückstellung machen.» Informieren Sie sich bei der kantonalen Steuerbehörde nach den genauen Bestimmungen.

  1. Bildung einer Arbeitgeber-Beitragsreserve nicht geprüft

Falls Sie von der Pandemie verschont wurden und im Geschäftsjahr 2020 hohe Gewinne erzielen konnten, lohnt es sich allenfalls, eine Arbeitgeber-Beitragsreserve für die berufliche Vorsorge der Arbeitnehmer zu bilden. Klären Sie beim Kanton, bis wann eine Einzahlung an die Vorsorgeeinrichtung erfolgen muss, denn nur die buchhalterische Berücksichtigung reicht nicht.

  1. Begründung für Verrechnungen vergessen

Machen Sie Hinweise auf allfällige Verrechnungen und begründen Sie diese. Denn es gilt der Grundsatz: Bruttoprinzip und generelles Verrechnungsverbot.

  1. Mangelhafte Versicherungsinformationen

Hinweise auf offene Verpflichtungen gegenüber Sozialversicherungen, Unfallversicherung und Vorsorge müssen in der Bilanz oder im Anhang vermerkt werden. Falls Ihr Unternehmen freiwillig Arbeitgeberreserven an die Vorsorgeeinrichtung der 2. Säule einzahlt (etwa bei grossen Gewinnen), sollten diese ebenfalls aufgeführt werden.

  1. Falsche Gliederung

Kein Freestyle-Aufbau: Die Gliederung des Jahresabschlusses muss auf Basis der Verfallstruktur aufbauen. Der Jahresabschluss muss bezüglich Gliederung und Inhalt die Mindestvorgaben erfüllen. Schliesslich möchte man vermeiden, dass ihn das Steueramt zurückweist. Die Reihenfolgen für einzelne Aktiv- und Passivposten sowie für Aufwendungen und Erträge müssen eingehalten werden.

  1. Dritte vergessen

Die Angaben zu gewährten Sicherheiten für Verbindlichkeiten, aber auch Angaben zu Sicherheiten für Forderungen gegenüber Dritten dürfen nicht vergessen gehen.

  1. Stille Reserven nicht berücksichtigt

Die Nettobildung bzw. die Nettoauflösung von stillen Reserven geht oft vergessen. Berücksichtigen Sie diese, falls vorhanden.

  1. Prognose vergessen

Sind wesentliche Ereignisse, die erst nach dem Bilanzstichtag eintreffen werden, berücksichtigt? Diese müssen ebenfalls aufgeführt und mit der geschätzten finanziellen Auswirkung berechnet werden.

  1. Informationen und Unterschriften fehlen

Führen sie die Angaben einer Kontaktperson sowie der Revisionsfirma auf. Dies ist zwar nicht obligatorisch, macht bei Nachfragen die Sache aber einfacher. Das Dokument muss mit den Unterschriften gemäss Handelsregister versehen sein (Einzelunterschrift oder Unterschrift zu zweien). Zudem muss die verantwortliche Person (Buchhalter, CFO) unterschreiben.

  1. Verspätung

Der Jahresabschluss muss spätestens 180 Tage nach Bilanzstichtag durchgeführt worden sein. Insbesondere bei Kleinfirmen verstreicht diese Frist häufig, ohne dass der Jahresabschluss eingereicht wurde.

 

Konkrete Tipps, wie Sie den Jahresabschluss mit Sage Start meistern, finden Sie in unserem Blog-Beitrag von unserem Experten André Schmidt.

Buchhaltungssoftware

Mit der richtigen Software jederzeit den Überblick über die Finanzen behalten, Mehrwertsteuer-Abrechnungen auf Knopfdruck erledigen und die Business-Performance optimieren.

Software vergleichen