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Was Sie über Kurzarbeit wissen müssen

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Informationsstand des Artikels: 8. März 2021

Die Ausnahmesituation aufgrund des Coronavirus stellt viele KMU weiterhin vor nie dagewesene Herausforderungen. Aufgrund der prekären Wirtschaftslage haben sich 2020 zahlreiche Unternehmen für Kurzarbeit angemeldet. Was bedeutet das genau, wer hat Anspruch auf Kurzarbeit und wie wird die Kurzarbeitsentschädigung abgerechnet? Und was ändert sich 2021 mit der anhaltend schwierigen Lage? Wir haben die wichtigsten Fakten für Sie zusammengestellt.

Mit der weiterhin vorherrschenden Covid-19-Pandemie und der für viele Unternehmen anhaltend prekären Situation hat der Bundesrat am 20. Januar 2021 die Massnahmen zur Abfederung der Wirtschaftlichen Folgen im Bereich Kurzarbeit erweitert. Diese traten sofort in Kraft und gelten grösstenteils bis zum 30. Juni 2021. Zudem hat der Bundesrat am 17. Februar 2021 die Unterstützung für grössere Unternehmen und Arbeitslose erweitert. Dabei handelt es sich um eine Botschaft des Bundesrats zur Änderung des Covid-19-Gesetzes. Das Parlament entscheidet darüber am 19. März 2021.

Nachfolgend einige grundlegende Informationen zur Kurzarbeit sowie die aktuellen Änderungen:

Was ist Kurzarbeit?

Als Kurzarbeit bezeichnet man die vorübergehende Reduzierung oder vollständige Einstellung der Arbeit in einem Betrieb, wobei die arbeitsrechtliche Vertragsbeziehung aufrecht erhalten bleibt. Kurzarbeit ist in der Regel wirtschaftlich bedingt. Mit der Kurzarbeitsentschädigung (KAE) deckt die Arbeitslosenversicherung (ALV) den Arbeitgebern über einen gewissen Zeitraum einen Teil der Lohnkosten. Damit soll verhindert werden, dass Kündigungen ausgesprochen werden.

Wer hat Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung (KAE)?

Arbeitnehmende, die für die ALV beitragspflichtig sind, sowie Arbeitnehmende, die das Mindestalter für die AHV-Beitragspflicht noch nicht erreicht haben. Der Mindestausfall an Arbeitsstunden muss mindestens 10 Prozent betragen.

Es ist keine Mindestdauer der Beitragsleistung an die Arbeitslosenversicherung (ALV) vorausgesetzt. So können zum Beispiel neu eingereiste Jahresaufenthalter oder Jahresaufenthalterinnen, Saisonarbeitnehmende und Grenzgänger oder Grenzgängerinnen vom ersten Tag der Anstellung an KAE beziehen.

Mit den Covid-19-Bestimmungen hat sich der Anspruch auf KAE für Personen in befristeten Arbeitsverhältnissen, in Lehrverhältnissen oder im Dienste einer Organisation für Temporärarbeit ausgedehnt. Diese Anspruchserweiterung gilt vom 1. Januar 2021 bis zum 30. Juni 2021.

Wer hat üblicherweise keinen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung?

Grundsätzlich – also ausserhalb der befristeten Covid-19-Regelungen – haben folgende Personen oder Gruppen keinen Anspruch:

  • Arbeitnehmende im gekündigten Arbeitsverhältnis
  • Personen in einem Lehrverhältnis
  • Rentner
  • Temporäre Mitarbeiter
  • Gesellschafter der Firma und deren Ehepartner/in
  • Arbeitnehmende mit einem befristeten Arbeitsvertrag
  • Personen, die das Pensionsalter 64 bzw. 65 erreicht haben und noch erwerbstätig sind

Mit den Beschlüssen des Bundesrates vom März 2020 sowie Januar 2021 wurde diese Regelung vorübergehend angepasst (siehe oben). Für Selbstständigerwerbende gibt es eine Erwerbsausfallentschädigung.

Das vereinfachte Verfahren für die Voranmeldung von Kurzarbeit sowie das summarische Verfahren für die Abrechnung der KAE werden voraussichtlich bis Ende Juni 2021 beibehalten. Detaillierte Informationen finden Sie auf der Website des SECO.

Verlängerung der Bezugsdauer KAE

Die Höchstbezugsdauer der Kurzarbeitsentschädigung von zwölf Monaten wurde per Beschluss des Bundesrates vom 1. Juli 2020 vorübergehend auf achtzehn Monate verlängert. Die Karenzfrist wird rückwirkend per 1. September 2020 und bis zum 31. März 2021 aufgehoben. Auch wurde die maximale Bezugsdauer von Kurzarbeitsentschädigung (KAE) bei mehr als 85 Prozent Arbeitsausfall von vier Abrechnungsperioden zwischen dem 1. März 2020 und 31. März 2021 rückwirkend aufgehoben.

Die Anzahl Taggelder für versicherte Personen soll um 66 Taggelder für die Monate März bis Mai 2021 erhöht werden. Das gilt für alle jene, die am 1. März noch anspruchsberechtigt sind. Zudem soll der Bundesrat die Kompetenz erhalten, die Höchstbezugsdauer für Kurzarbeitsentschädigung von aktuell 18 auf maximal 24 Monate innerhalb von zwei Jahren zu verlängern.

Können alle Unternehmen mit Verweis auf das Coronavirus KAE beantragen?

Nein. Der generelle Verweis auf das neue Coronavirus reicht nicht aus, um einen Anspruch auf KAE zu begründen. Vielmehr müssen die Arbeitgeber weiterhin glaubhaft darlegen, weshalb die in ihrem Betrieb zu erwartenden Arbeitsausfälle auf das Auftreten des Coronavirus zurückzuführen sind. Der Arbeitsausfall muss somit in einem adäquaten Kausalzusammenhang mit dem Auftreten des Virus stehen. Weitere Informationen im Zusammenhang mit dem Coronavirus finden Sie auf der Website des SECO.

Wie ist das Voranmeldeverfahren geregelt?

Bis zum 19. März 2021 gelten folgende Regelungen:

  • Voranmeldefrist: Die reguläre Voranmeldefrist von 10 Tagen muss eingehalten werden (Abweichungen aufgrund der Wichtigkeit in Absprache mit der kantonalen Amtsstelle).
  • Bewilligungsdauer: Bewilligungen für Kurzarbeit sind 3 Monate gültig. Nach 3 Monaten muss eine neue Voranmeldung von Kurzarbeit eingereicht werden.
  • Rückwirkende Bewilligungen für Kurzarbeit sind zurzeit nicht möglich.

Vom Bundesrat vorgeschlagene Regelungen ab 20. März 2021 bis 31. Dezember 2021:

  • Voranmeldefrist: Die Voranmeldefrist soll vorübergehend auf 0 Tage reduziert werden. Die Voranmeldung müsste somit spätestens am Tag des Beginns der Kurzarbeit bei der kantonalen Amtsstelle eintreffen.
  • Bewilligungsdauer: Bewilligungen für Kurzarbeit sollen 6 Monate, jedoch maximal bis zum 31. Dezember 2021, gültig sein. Damit würden Bewilligungen ab Juli 2021 nicht mehr für volle 6 Monate, sondern mit einer Gültigkeitsdauer bis maximal zum 31. Dezember 2021 erteilt. Ab Oktober 2021 würden die Bewilligungen wieder regulär für 3 Monate erteilt.
  • Rückwirkende Bewilligung für Kurzarbeit: Betriebe, die von den behördlichen Massnahmen betroffen sind, die seit dem 18. Dezember 2020 beschlossen wurden, sollen ein Gesuch stellen können, dass ihre Bewilligung rückwirkend ab dem Inkrafttreten der entsprechenden Massnahme gültig sein soll. Das Gesuch müsste bis zum 30. April 2021 eingereicht werden.

Versicherter Lohn KAE

Die Kurzarbeitsentschädigung deckt grundsätzlich 80 Prozent des versicherten ALV-Lohnes bis CHF 148’200 pro Jahr. Von der 1. bis 6. Abrechnungsperiode gehen je zwei Karenztage und von der 7. bis 12. Abrechnungsperiode je drei Karenztage zu Lasten des Arbeitgebers. Die Karenzfrist wurde rückwirkend per 1. September 2020 und bis zum 31. März 2021 aufgehoben.  Damit entfällt die Beteiligung der Arbeitgeber an den Arbeitsausfällen (Quelle: Medienmitteilung Bundesrat, 20.03.2020). Bei Einkommen von monatlich CHF 3470 bis CHF 4340 werden bei Kurzarbeit CHF 3470 ausbezahlt, wie das Parlament am 18. Dezember 2020 entschieden hat.

Kurzarbeitsentschädigung bei Stundenlöhnern

Weicht der Lohn im letzten Beitragsmonat um mindestens 10 Prozent vom Durchschnittslohn der letzten 12 Monate ab, so bemisst sich die KAE aufgrund dieses Durchschnittslohnes. Darin eingeschlossen sind die Feiertags- und Ferienentschädigung sowie der Anteil des 13. Monatslohnes, sofern ein Anspruch darauf besteht. Wenn es sich um ein Arbeitsverhältnis auf Abruf handelt, muss eine Mindestanstellung von 6 Monaten vorhanden sein. Berechnungsbeispiele bzw. detaillierte Informationen finden Sie ab Seite 16 des Merkblatts des SECO.

 

Für Sage-Kunden bestehen Anleitungen, wie die Kurzarbeit in Sage-Produkten umgesetzt wird. Kunden mit Supportvertrag finden die Anleitungen in der Wissensdatenbank. Für alle Kunden ohne Supportvertrag haben wir entsprechende Anleitungen in der Online Help bereitgestellt. 

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