Beschreibung im Lexikon

Finanzbuchhaltung

Finanzbuchhaltung als Teil des betrieblichen Rechnungswesens

Die Finanzbuchhaltung ist ein Teilbereich der Buchhaltung, und zwar das zentrale Element. Zum betrieblichen Rechnungswesen gehören darüber hinaus die Planungsrechnung, die betriebswirtschaftliche Statistik und die Kosten- und Leistungsrechnung. Zur Vereinfachung wird die Finanzbuchhaltung vielfach abgekürzt als FiBu bezeichnet. In grossen Unternehmen mit einem entsprechend umfangreichen Buchungsaufkommen ist die FiBu in eine Kreditoren- und eine Debitorenbuchhaltung gegliedert. Die Kreditorenbuchhaltung erfasst die Eingangsrechnungen sowie deren Bezahlung, während die Debitorenbuchhaltung für Ausgangsrechnungen und Zahlungseingänge verantwortlich ist.

Finanzbuchhaltung als wichtige Basis für die Gewinnermittlung

In der Finanzbuchhaltung werden die Kapitalbestände und die Zahlungsbewegungen des Unternehmens verbucht und dokumentiert. Aktiengesellschaften und GmbHs sowie Einzelunternehmen und Personengesellschaften mit einem Umsatz von mindestens CHF 500’000.- sind zur doppelten Buchführung verpflichtet. Kleinunternehmer und Freiberufler können auf eine explizite Finanzbuchhaltung verzichten. Hier reicht eine einfache Dokumentation der Zahlungsströme und Rechnungen aus, die im Jahresabschluss in eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung einfliessen. Kapital- und Personengesellschaften sowie eingetragene Kaufleute sind zur Erstellung einer Gewinn-und-Verlust-Rechnung sowie einer Bilanz verpflichtet. Die Zahlen für den Jahresabschluss liefert die Finanzbuchhaltung. Sie gliedert sich in zahlreiche Konten, die in einem Industrie- oder Handelskontenrahmen vorgegeben sind. Im Jahresabschluss wird zunächst jedes Konto einzeln abgeschlossen. Die Salden aller Konten fliessen schliesslich in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung und deren Saldo in die Bilanz des Unternehmens ein.

Innerer und äusserer Kreis der Buchhaltung

Die Finanzbuchhaltung bildet den äusseren Kreis der Buchhaltung. Sie befasst sich mit Buchungsvorgängen, die nach aussen gerichtet sind, also an Kunden oder Lieferanten, Banken und andere Einrichtungen. Davon abzugrenzen ist der innere Kreis der Buchhaltung in Form der Betriebsbuchhaltung oder Kostenrechnung. Die Betriebsbuchhaltung baut auf den Zahlen aus der Finanzbuchhaltung auf, dient aber ausschliesslich innerbetrieblichen Zwecken. Sie liefert Zahlen für die unternehmerische Planung oder die Preiskalkulation und gibt Aufschluss über viele einzelne Parameter im Unternehmen.

Buchung mit elektronischer Hilfe

Traditionell erfolgte die Buchung der Geschäftsvorfälle in der Finanzbuchhaltung anhand von manuell geführten Konten. Heute erfolgt die gesamte Buchhaltung EDV-gestützt oder als FiBu online. Mithilfe einer Software, deren Leistung auf den Umfang der Zahlungs- und Wertströme im Unternehmen abgestimmt ist, erhält die Unternehmensführung mit wenigen Mausklicks Auskünfte über den aktuellen finanziellen Stand des Unternehmens. Die Software erstellt automatisch Bilanz sowie Gewinn-und-Verlust-Rechnung und erspart langwierige Berechnungen.

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