Joint Venture

Das Wichtigste zum Joint Venture – Gemeinschaftsunternehmen

Ein Joint Venture (zu Deutsch Gemeinschaftsunternehmen) ist ein Tochterunternehmen, das zwei voneinander unabhängige Unternehmen gründen und führen. Die Partnerunternehmen beteiligen sich jeweils mit Kapital und Know-how am Joint Venture. Sie nehmen Führungsaufgaben gemeinsam wahr und tragen zusammen das finanzielle Risiko. Das Gemeinschaftsunternehmen hat einen autonomen Status und ist nicht dazu verpflichtet, den Anweisungen der Gründerunternehmen in jedem Fall zu folgen. Es agiert autonom und in Kooperation. Eine Unterscheidung der Joint Venture erfolgt anhand verschiedener Kriterien:

  • Anzahl der Kooperationspartner
  • Kooperationsbereich (eine Beschränkung auf einen Bereich wie die Produktion ist möglich)
  • Standort
  • Kapitalbeteiligung (gleiche oder ungleiche Partner)
  • Zeitlicher Rahmen der Kooperation

Unterschiedliche Formen eines Joint Venture

Wenn sich zwei oder mehr Geschäftspartner mit Kapitalbeteiligung zu einem Equity Joint Venture zusammenschliessen, handelt es sich um eine rechtlich selbstständige Unternehmung. Die Kapitalbeteiligung kann unterschiedlich hoch sein, und in der Regel hängt die Höhe der Beteiligung mit dem Ausmass der Entscheidungsbefugnisse zusammen.

Equity Joint Venture:

  • Unternehmen mit eigener Rechtspersönlichkeit
  • Wird meist über eine Laufzeit von 30 bis 50 Jahren vereinbart
  • Kann Produkte exportieren und importieren, Landnutzungsrechte kaufen, ausländische Mitarbeiter beschäftigen
  • Gewinne und Verluste werden zwischen den Partnern aufgeteilt
  • Die Gewinnentnahme ist je nach Zielland einzig nach Absprache mit den Behörden möglich, so zum Beispiel in China

Im Gegensatz dazu wird bei einem Contractual Joint Venture kein Gemeinschaftsunternehmen gegründet. Stattdessen haben die Geschäftspartner lediglich Verträge abgeschlossen, die die Kosten, Risiken und Gewinnverteilungen regeln.

Contractual Joint Venture:

  • Partner können Gewinne und Verluste frei verteilen
  • Die vertraglichen Grundlagen lassen sich offener gestalten
  • Stimmrechte können frei verteilt werden
  • Die Partner haften nicht zwingend mit ihrer Einlage, es handelt sich nicht unbedingt um eine juristische Person
  • Die Partner können direkt haftbar gemacht werden
  • Während der Gründung sind die Kosten geringer

Stammen die Unternehmen aus verschiedenen Ländern, handelt es sich um ein internationales Joint Venture.

Was sind Motive für ein Joint Venture?

Ein Hauptmotiv ist die Aufteilung des unternehmerischen Risikos. Risiken und Gefahren werden auf mindestens zwei Partner verteilt und müssen nicht von einem Unternehmen allein getragen werden. Auch die Nutzung lokaler Marktkenntnisse eines Partnerunternehmens und die bessere Ausnutzung von Ressourcen sind wichtige Gründe für ein Joint Venture. Das Ziel sind Synergieeffekte, die Stärken des eigenen Unternehmens sollen mit den Stärken eines anderen Unternehmens kombiniert werden und für Wettbewerbsvorteile sorgen. Um Missverständnisse zu vermeiden, müssen die Geschäftspartner Ziele und Erwartungen klar definieren und kommunizieren.

Welche Risiken gehen mit einem Joint Venture einher?

Wettbewerbsrechtliche Bestimmungen können zu Problemen bei der Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens führen. Ein weiteres Risiko ist die Gefahr von Know-how-Abfluss, auch der Koordinationsaufwand wird häufig unterschätzt. Joint Ventures gelten häufig als instabil, meist ist die Dauer der geschäftlichen Beziehung zeitlich begrenzt.