Beschreibung im Lexikon

Nachfolgeplanung

Die Ziele der Nachfolgeplanung

Die Planung der Neubesetzung von wichtigen Positionen in einem Unternehmen bildet eine bedeutende Aufgabe des Human Capital Managements. Dabei stellt es das erklärte Ziel dar, die Regelung der Nachfolge in fachlicher und menschlicher Hinsicht angemessen zu gestalten. Nur dann ist gewährleistet, dass die Arbeitsprozesse auch nach dem Ausscheiden von Mitgliedern der Geschäftsführung oder des Vorstands beziehungsweise von Managern mit zentralen Führungsaufgaben weiterhin reibungslos funktionieren. Darüber hinaus sichert die systematische Konzeption von Nachfolge auf entscheidende Positionen, dass ein Unternehmen sich strategisch Erfolg versprechend ausrichtet. Damit besitzt die Nachfolgeplanung entscheidende Relevanz für den nachhaltigen Erfolg eines Unternehmens.

Die Alternativen der Nachfolgeplanung

Nachfolgeplanung kann für diesen Zweck auf die Rekrutierung von externen Kandidaten setzen oder auf Mitarbeiter, die sich bereits seit Jahren im eigenen Unternehmen bewähren.

Nachfolge durch eigenen Führungskraftnachwuchs
Diese Nachfolgelösung besitzt verschiedene Vorteile:

  • Geringes Risiko, da Stärken und Schwächen des Mitarbeiters bekannt sind
  • Kurze Einarbeitungszeit aufgrund umfassender Kenntnisse der Unternehmensabläufe, -strukturen und -besonderheiten
  • In der Regel hohe Akzeptanz durch Kollegen
  • Motivation für andere Mitarbeiter, da sie erkennen, dass sich Leistung lohnt und zu attraktiven Beförderungen führen kann

Eine langfristig angelegte Nachfolgekonzeption auf der Basis eigener Mitarbeiter beginnt schon beim Bewerbermanagement. Unternehmen achten bei der Auswahl von Kandidaten für die Besetzung von Positionen für niedrige Hierarchiestufen bereits auf das gegebene Entwicklungspotenzial. Bei geeigneten Mitarbeitern erfolgt dann eine langfristig angelegte Nachwuchsförderung, die junge Mitarbeiter mit grossem Leistungsvermögen zuverlässig erkennt und bei ihrer Entwicklung zu Führungskräften unterstützt. Dazu gehören unter anderem die sukzessive Übernahme von Positionen mit grösserer Leitungsspanne, gegebenenfalls Auslandsaufenthalte zum Ausbau der interkulturellen Kompetenz sowie interne und externe Fortbildungen. Gleichzeitig müssen Unternehmen darauf achten, eine enge Bindung des entsprechenden Mitarbeiters an den Betrieb aufzubauen. Sonst besteht die Gefahr, dass er das Unternehmen vor der geplanten Nachfolge verlässt.

Nachfolge durch externe Manager
Unternehmen, die Führungspositionen auf diese Weise besetzen möchten, schalten häufig Personalberater und Headhunter ein. Sie leisten wertvolle Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Bewerbern. Auf Wunsch helfen sie bereits bei der Erstellung des Anforderungsprofils.

Interim Management und Nachfolgeregelung

Durch unerwartete Ereignisse ergeben sich besondere Probleme bei der Nachfolgeregelung. Diese treten zum Beispiel durch die überraschende Kündigung von wichtigen Managern oder das Ausscheiden eines Geschäftsführers aufgrund von Krankheit oder Versterben ein. Da die adäquate Neubesetzung von derartigen Positionen regelmässig einen längeren Zeitraum in Anspruch nimmt, kann Interim Management in diesen Situationen eine gute Lösung darstellen. Dabei übernehmen erfahrene Top-Manager die Aufgaben der vakanten Stelle für eine klar begrenzte Periode von wenigen Monaten bis hin zu einem halben Jahr. So gewinnt das Unternehmen die erforderliche Zeit, einen geeigneten Nachfolger zu finden.