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QR-Rechnung – Stand der Dinge

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QR-Rechnung – Stand der Dinge

Die definitive Version des neuen Einzahlungsscheins liegt nun vor und soll Mitte 2020 eingeführt werden. Warum sich die Einführung verzögert hat und welche Eigenschaften die QR-Rechnung besitzt.

Der neue Einzahlungsschein wird nicht mehr «Einzahlungsschein» heissen. Neu trägt das Bezahlformular den Namen «QR-Rechnung», das am 30. Juni 2020 definitiv eingeführt wird. Diese Anpassung der modernisierten Bezahlmöglichkeit an die digitale Verarbeitung und an die ISO-20022-Norm kommt allerdings mit reichlicher Verspätung. Eigentlich hätten der rote und orange Einzahlungsschein bereits 2018 ersetzt werden sollen.

QR-Code zu wenig komplex

Der Entwurf wurde im Juni 2016 verabschiedet und im April 2017 in Form des neuen Einheitsbelegs mit QR-Code und IBAN-Integration vorgestellt (offizieller Name: «QR-Rechnung mit Zahlteil QR-Rechnung»). Die Einführung war auf 2018 geplant, doch es zeigte sich schon bald, dass das neue Formular den Ansprüchen der Digitalisierung nicht gerecht wurde. Zwar war die erste Version der QR-Rechnung ausgerichtet auf ISO 20022, doch war der QR-Code zu wenig komplex: Sein Informationsgehalt war gleich tief wie jener der Codierzeile, die sich beim aktuellen Einzahlungsschein (ESR) am unteren Rand befindet.

Statt der Codierzeile wurde also lediglich ein QR-Code eingeführt. Um der Digitalisierung doch noch Rechnung zu tragen, wurde nun die aktuell vorgeschlagene QR-Rechnung entwickelt. Diese ermöglicht die Auslösung von Zahlungen bei Finanzinstituten über alle Zahlungskanäle und am Postschalter. Der komplexere QR-Code ist mit einem Schweizer Kreuz in der Mitte versehen.

Im Code müssen nicht nur alle Angaben enthalten sein, die zum Bezahlen einer Rechnung benötigt werden, sondern auch weitere Informationen, welche die digitale Verarbeitung in der Buchhaltung vereinfachen.

QR-Rechnung – Stand der Dinge
Die QR-Rechnung, die am 30. Juni 2020 in der Schweiz eingeführt wird. Bild: Six Group

Anpassungen ans analoge Bezahlen

Die neue Version der QR-Rechnung, die Mitte 2020 eingeführt wird, erfährt zur Vorgänger-Version sechs Änderungen:
  1. Einführung einer Perforationspflicht für papierbasierte Zahlungen
  2. Einführung eines Empfangsscheins
  3. Vereinfachung bei den strukturierten Adressen
  4. Vereinfachung der Kombinationsmöglichkeiten bei strukturierten Referenzen
  5. Vorerst keine Verwendung des «Endgültigen Zahlungsempfängers»
  6. Einführung einer zusätzlichen, lizenzfreien Schriftart für nicht Microsoft-User

Während die Mehrheit der Änderungsvorschläge kaum für Diskussionen sorgt, scheinen die Punkte 1 und 2 umstritten zu sein. Wäre die Herstellung der papierbasierten QR-Rechnung in der älteren Version mit freier Papierwahl und ohne Perforation unkomplizierter gewesen, muss bei der neuen QR-Rechnung wieder ähnlich wie beim heutigen Einzahlungsschein eine Perforation vorhanden sein. Die Produktion der QR-Rechnung ist somit deutlich aufwändiger. Ausnahmen gibt es gemäss Spezifikation etwa für Rechnungen, die per E-Mail verschickt werden. Dort ist ein grafisches Scheren-Symbol anstelle einer Perforation gestattet.

Die Perforation ist ein Zugeständnis an die analoge Bezahlmöglichkeit am Schalter, wo der der Papierbeleg ohne Schere oder andere Hilfsmittel abgetrennt werden kann.