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Wo Gründer und Investoren sich treffen

Die meisten Start-ups benötigen finanzielle und beratende Unterstützung. Doch ist es für Jungunternehmer oft schwierig, an die richtigen Leute heranzukommen. Der START Summit in St. Gallen bietet dazu eine gute Plattform.

«Die Kluft zwischen Investoren und Start-ups ist riesig. Die beiden Parteien finden sich oft nur schwer, deshalb sind Konferenzen wie der START Summit umso wichtiger.» Das sagt einer, der es wissen muss: Pascal Mathis, erfolgreicher Start-up-Gründer und heutiger Start-up-Coach bei Wingman.ch. Der START Summit bringt auch dieses Jahr in den St. Galler Olmahallen rund 2000 Teilnehmer aus 50 Nationen zusammen. Organisiert wird die Konferenz von START Global, dem studentischen Verein für Unternehmertum und Technologie der Universität St. Gallen (HSG). Im Fokus der Konferenz stehen die Themenbereiche Blockchain, Internet der Dinge, Virtual/Augmented Reality, HealthTech sowie Künstliche Intelligenz.

Am 15. und 16. March 2018 finden in den Messehallen zahlreiche Events wie Podiumsdiskussionen, Workshops und Networking-Anlässe statt. Hochkarätige Speaker halten ihre Keynotes, zudem werden wohl auch dieses Jahr die Pitching Competitions gut besucht sein, an denen Start-ups ihr Produkt vor versammeltem Investoren-Publikum präsentieren und den Hauptpreis von CHF 25‘000.- gewinnen können.

Pascal Mathis, Start-up-Coach bei Wingman.ch.

«Die Schweizer Gründer sind oft viel zu zurückhaltend. Ich rate ihnen meistens, viel direkter auf mögliche Investorinnen und Partner zuzugehen.»

Pascal Mathis, Start-up-Coach bei Wingman.ch.

1 Minute für die Projektvorstellung

«An einem Event wie diesem bestehen gute Chancen, mögliche Partner oder Unterstützer für sein Projekt zu finden. Ich bewege mich oft an solchen Events, sie sind sehr wichtig für die ganze Szene», sagt Michele Blasucci, CEO und Gründer von Startups.ch. Die Plattform ist an einer solchen Veranstaltung also gegeben, doch es braucht auch Eigeninitiative von Jungunternehmern. «Man muss offen sein und auf Menschen zugehen, dabei aber nicht aufdringlich sein und die kontaktierten Gesprächspartner nicht pausenlos zutexten», sagt Blasucci. Wer seine Geschäftsidee nicht in einer Minute, oder besser noch in 20 Sekunden erklären könne, habe wenig Chancen, die Aufmerksamkeit seines Gegenübers zu gewinnen. Zudem sollte man an einer solchen Konferenz «keinesfalls den Nerd raushängen, wenn man selber keiner ist», rät er.

Wer am START Summit oder an einem ähnlichen Anlass viele – und vor allem gute – Kontakte knüpfen möchte, sollte also immer authentisch bleiben. «Sich selbst bleiben, sich nicht verkleiden», rät Mathis, «schliesslich investieren die meisten Investoren nicht in Projekte, sondern in Menschen, die ihnen sympathisch sind. Wichtig ist, dass die Chemie stimmt.»

Michele Blasucci, CEO und Gründer von Startups.ch.

«Wer seine Geschäftsidee nicht in einer Minute, oder besser noch in 20 Sekunden erklären kann, hat wenig Chancen, die Aufmerksamkeit seines Gegenübers zu gewinnen.»

Michele Blasucci, CEO und Gründer von Startups.ch.

Gründer unterstützen Gründer

Pascal Mathis bietet in allen Bereichen, die fürs Geschäft wichtig sind, Beratung an. Er muss wissen wies geht, schliesslich hat er mit GetYourGuide selbst ein Start-up zum Erfolg gebracht, sein Geschäftspartner Lukas Weder war Gründer von Eat.ch. Heute führen die beiden die Firma Wingman AG, wo sie als Start-up-Coaches tätig sind. «Mit unserer Erfahrung können wir gezielte 1:1-Beratung geben. Wir geben keine grundlegenden Workshops und Kurse, sondern coachen genau dort, wo beim Jungunternehmer gerade der Schuh drückt», sagt Mathis. Dennoch rät er allen Firmengründern, eine Gruppe «eigener Coaches» zusammenzustellen. «Das können Freunde, Bekannte oder LinkedIn-Kontakte sein, die sich in einem Bereich wie etwa in Buchhaltung, Recht oder Marketing auskennen und bei Problemen helfen können.»

Plattform für Networking

Den Kontakt zu potenziellen Investoren schätzt Pascal Mathis in der Schweiz immer noch als relativ schwierig ein. «Die Schweizer Gründer sind oft viel zu zurückhaltend. Ich rate ihnen meistens, viel direkter auf mögliche Investorinnen und Partner zuzugehen», sagt Mathis, der selber als Business Angel tätig ist und diverse Start-ups finanziell unterstützt.

Nicht nur Investoren und Business Angels sind gesuchte Leute. Auch andere Firmengründer, Entwickler oder Studierende tummeln sich am START Summit. Daher ist der Gipfel auch eine gute Gelegenheit, um geeignete Partner oder Fachkräfte zu finden. «Wir haben grosse Teile unserer Belegschaft an solchen Events gefunden», sagt Startups.ch-Gründer Blasucci. Heute sei es beispielsweise recht schwierig, gute Entwickler zu finden. «Da kann es schon mal vorkommen, dass ein Unternehmen an einer Konferenz einen passenden Mitarbeiter findet – beziehungsweise ein Besucher einen guten Job.»