Wir spielen gerade

Wir spielen gerade

Meldepflicht für offene Stellen

Zurück zur Suche

Sage Advice – Logo
Sage AdviceDer Blog für fundiertes Unternehmerwissen
AbonnierenAbonnieren
Meldepflicht für offene Stellen

Bei Berufsarten mit hoher Arbeitslosenquote sind Unternehmen neu dazu verpflichtet, offene Stellen den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) zu melden. Für welche Berufe gilt diese Regelung und was muss beachtet werden?

Seit dem 1. July 2018 herrscht in der Schweiz die Stellenmeldepflicht. Aus der Masseneinwanderungs-Initiative aus dem Jahr 2014 hervorgegangen, soll diese Meldepflicht dafür sorgen, dass freie Stellen zuerst über die Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) den als arbeitslos gemeldeten Personen angeboten werden können. Bis Ende 2019 gilt die Meldepflicht für Berufsarten mit einer Arbeitslosenrate von 8 Prozent oder mehr. Dieser Schwellenwert wird am 1. January 2020 auf 5 Prozent gesenkt und somit auf weitere Berufsarten angewendet.

Momentan gehören dazu etwa Berufe aus dem Baugewerbe oder aus der Uhrenindustrie sowie 17 weitere Berufsgruppen, die auf der Liste des Bundes aufgeführt sind. Neben der Liste der meldepflichtigen Berufsgruppen bietet arbeit.swiss ein Tool an, mit dem auch einzelne Berufsbezeichnungen auf ihre Meldepflicht geprüft werden können.

Liste der meldepflichtigen Berufsarten:

Berufsarten Arbeitslosenquote in %
Landwirtschaftliche Gehilfen/Gehilfinnen 9.0
Sonstige Berufe der Uhrenindustrie 9.3
Magaziner/innen, Lageristen/Lageristinnen 9.9
Sonstige be- und verarbeitende Berufe 16.5
Betonbauer/innen, Zementierer/innen (Bau): Bauhauptgewerbe 17.1
Sonstige Berufe des Bauhauptgewerbes 15.4
Verputzer/innen, Stuckateure/Stuckateurinnen 9.8
Isolierer/innen 10.0
PR-Fachleute 11.7
Marketingfachleute 10.2
Ausläufer/innen und Kuriere/Kurierinnen 11.1
Teleoperateure/-operatricen und Telefonisten/Telefonistinnen 10.1
Empfangspersonal und Portiers 9.6
Servicepersonal 9.8
Etagen-, Wäscherei- und Economatpersonal 14.9
Küchenpersonal 8.4
Hauswirtschaftliche Betriebsleiter/innen 11.1
Schauspieler/innen 12.8
Arbeitskräfte mit nicht bestimmbarer manueller Berufstätigkeit 13.8

(Quelle: Seco)

Nachdem ein Unternehmen eine offene Stelle gemeldet hat, bleibt dem RAV eine Frist von drei Arbeitstagen, um dem Unternehmen mitzuteilen, ob passende Dossiers von Stellensuchenden vorhanden sind. Während insgesamt fünf Arbeitstagen dürfen die Unternehmen diese offenen Stellen nicht öffentlich ausschreiben. Die Frist beginnt, sobald das RAV den Eingang der offenen Stelle bestätigt hat. «Während dieser Zeit haben die beim RAV registrierten stellensuchenden Personen einen exklusiven Zugriff auf die meldepflichtigen Stellen, und somit einen Informationsvorsprung gegenüber anderen Stellensuchenden», sagt Fabian Mayenfisch, stellvertretender Ressortleiter und Mediensprecher des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO. «Bereits kurz nach dem Start werden die neuen Online-Services bereits rege genutzt. Innerhalb der ersten Woche wurden auf arbeit.swiss 2748 Registrierungen vorgenommen. Dabei handelt es sich um Unternehmen, private Arbeitsvermittler und Stellensuchende», sagt Mayenfisch.

Wann entfällt die Stellenmeldepflicht?

Die Stellenmeldepflicht entfällt,

  • wenn eine Stelle intern besetzt werden kann, sofern die eingestellte Person seit mindestens 6 Monaten beim Unternehmen arbeitet.
  • wenn die Anstellungsdauer temporär ist und höchstens 14 Tage dauert.
  • wenn das Unternehmen Personen einstellt, die bereits beim RAV gemeldet sind (Arbeitgeber können auf dem Portal selbstständig nach Stellensuchenden suchen).
  • wenn die Stelle durch Angehörige einer zeichnungsberechtigten Person des Unternehmens besetzt wird.
  • wenn es sich bei der offenen Stelle um eine Lehrstelle oder einen Praktikumsplatz handelt.

Wie läuft der Meldeprozess ab?

Auf dem Portal www.arbeit.swiss können die Arbeitgeber ihre offenen Stellen inklusive Anforderungsprofil eintragen. Alternativ kann dies auch telefonisch oder persönlich geschehen. Danach sind diese Stellen nur für Personen einsehbar, die beim RAV gemeldet sind. Gleichzeitig sendet das entsprechende RAV die passenden Dossiers innerhalb der drei Tage an das Unternehmen, das die Stelle gemeldet hat. Während dieser Zeit können die Arbeitgeber aber auch selbst auf der Plattform nach passenden Dossiers suchen.

Was passiert, wenn ein Unternehmen die Stellen nicht meldet?

Erachtet der Arbeitgeber einen vom RAV im Rahmen der Stellenmeldepflicht vorgeschlagenen Kandidaten für die gemeldete Stelle als geeignet, ist er verpflichtet, diese Person zum Gespräch einzuladen. Es wird bewusst darauf verzichtet, vorzuschreiben oder zu definieren, was unter geeigneten Kandidaten zu verstehen ist. Die Arbeitgebenden sollen selbst und ohne Vorgaben bestimmen können, welche Kandidaten sie als geeignet einstufen. Gibt es keine geeigneten Kandidaten, muss niemand zum Gespräch eingeladen werden. Arbeitgebern, die gegen die Meldepflicht verstossen, drohen Bussen von bis zu CHF 40’000.-. Nach den fünf Tagen können die gemeldeten Stellen jedoch wieder von der Liste entfernt werden.

Erklärvideo des Bundes zur Stellenmeldepflicht: