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Verwaltungsaufwand bremst Produktivität der Schweizer Wirtschaft

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Sage Studie Schweizer Unternehmen

Die Schweizer Unternehmen schätzen die unmittelbare Zukunft des Handels positiver ein als das umliegende Ausland. Doch kaum in einem anderen Land vermindert der Verwaltungsaufwand die Produktivität in den Unternehmen so stark wie in der Schweiz. Bei der Nutzung von Cloud-Technologie bildet die Schweiz das Schlusslicht.

Rund CHF 48 Mrd. lässt sich das die Schweizer Wirtschaft in 2019 kosten. Dies geht unter anderem aus der Studie «We Power the Nation» hervor, welche das Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag von Sage durchgeführt hat. Was die Prognosen des Handels für das nächste Jahr betrifft, liegt die Schweiz etwa im Mittelfeld aller untersuchten Länder. Während die optimistischsten Länder wie Spanien und Irland einen Zuwachs von 78 % und 62 % erwarten, liegt dieser Wert in Deutschland nur bei 48 %. In der Schweiz vermuten immerhin 55 % einen Zuwachs.

Die Studie ist international ausgelegt. Per Online-Umfrage wurden insgesamt 2994 Unternehmen in 12 Ländern befragt, darunter in Deutschland, Grossbritannien, Frankreich, Spanien und in der Schweiz. Befragt wurden kleine (6–49 Mitarbeitende), mittlere (50–249 Mitarbeitende) und grosse (250+ Mitarbeitende) Unternehmen.

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Die Schweiz als Cloud-Schlusslicht

30 % der Schweizer Unternehmen nutzen Cloud-Technologie für administrative Aufgaben wie Löhne, Buchhaltung und HR. Das ist relativ wenig: Im Vergleich zu den anderen befragten Ländern ist dies der kleinste Wert. Die Schweiz bildet diesbezüglich also das Schlusslicht. Immerhin planen jedoch 26 % der befragten Schweizer Unternehmen den Umstieg auf cloudbasierte Lösungen für die Administration.

Gut möglich, dass der relativ tiefe Wert an Cloud-Technologie in den erwähnten Bereichen auch der Grund dafür ist, dass in der Schweiz der Zeitanteil, der während einer durchschnittlichen Arbeitswoche für unproduktive administrative Aufgaben aufgewendet wird, bei relativ hohen 7 % liegt. Zum Vergleich: Im Durchschnitt liegt dieser Wert bei 5,2 %, nur in Frankreich und Spanien wenden die Unternehmen mehr Zeit für unproduktive administrative Aufgaben auf.

Studie Sage Schweiz

Zeitmangel hemmt den internationalen Handel

Die rund 3000 Unternehmen in 12 Ländern wurden auch danach befragt, welcher Umstand das gegenwärtig grösste Hindernis im Handel darstellt. Europaweit war das Urteil eindeutig: In 11 von 12 Ländern bezeichneten die befragten Unternehmen die internationale politische Unsicherheit am häufigsten als den grössten Handels-Bremsklotz. Einzig in der Schweiz war dies nicht das vorrangige Problem. Hierzulande betrachtet man den Zeitmangel als das grösste Handelshemmnis. Weiter nannten die Befragten: Datenschutzrisiken (22 %), Unsicherheit über die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen (21 %) und Personalmangel (19 %).

Betrachtet man die Schweizer Ergebnisse etwas detaillierter, sind es vor allem die kleinen und mittleren Unternehmen, die so argumentieren. Bei den grossen Unternehmen ist es wie im internationalen Ergebnis vor allem die unsichere politische Lage, die den Handel am stärksten ausbremst.

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