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5 Qualitäten, die ein Chief Digital Officer braucht

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Die Jahre 2020 und 2021 waren nicht nur in Sachen Digitalisierung eine spannende Zeit, sondern auch für die Rolle des Chief Digital Officers (CDO). Geschäftsmodelle mussten schnell an Bedingungen wie komplexer werdende Lieferketten und ein verändertes Verbraucherverhalten angepasst werden. Viele Unternehmen haben erkannt, dass der Einsatz von digitalen Technologien und die Verfolgung einer datenzentrierten Strategie in unvorhersehbaren Zeiten eine große Hilfe sein können. Entsprechend hat sich die Bedeutung der Digitalisierung und die Wichtigkeit des CDOs so stark gezeigt wie nie zuvor.

Zwei CDOs und ein Unterschied

Die Abkürzung CDO kann als „Chief Digital Officer“ oder „Chief Data Officer“ interpretiert werden. Hier gilt es zu unterscheiden: Der Chief Digital Officer ist die treibende Kraft hinter allem, was mit digitaler Innovation und Transformation zu tun hat. Der „Data Officer“ ist etwas fokussierter besetzt. Er richtet die Unternehmensstrategie auf Basis von Daten und deren gezielter Auswertung aus, kümmert sich aber auch um Compliance, Datenschutz und Data Governance. Gemeinsamkeiten gibt es trotz dieser Unterscheidung dennoch: Digitale Transformation ist fast immer von Daten getrieben. So können die beiden CDOs zum Beispiel unternehmerische Innovationen vorantreiben, die auf Datenanalysen und den daraus gewonnenen Insights basieren.

In diesem Artikel beleuchten wir den CDO im Sinne des Chief Digital Officers. Da beide Rollen und Bezeichnungen noch relativ neu sind, sieht die Definition und Tätigkeit oft in der Praxis je nach Unternehmen und Branche etwas anders aus.

Vom CIO zum CDO

Noch vor zehn Jahren war in den meisten Unternehmen der CIO (Chief Information Officer), der „Digital-Chef“, der die IT-Abteilung und typische IT-Themen wie Vernetzung, den Schritt in die Cloud und digitale Verwaltungsprozesse vorangetrieben hat. Allerdings haben sich durch die fortschreitende Digitalisierung auch die technologischen Möglichkeiten von IT-Systemen verändert und insbesondere erweitert. Es ging fortan nicht mehr nur darum, bestehende Abläufe digital effizienter zu gestalten. Die Rolle des CIO musste sich also zwangsläufig verändern und in Richtung CDO erweitern.

Mittlerweile macht Big Data in Kombination mit bisher nicht gekannten Möglichkeiten zur Analyse großer Datenmengen, Künstlicher Intelligenz und Machine Learning neue digitale Geschäftsmodelle möglich. Gleichzeitig verändert die Digitalisierung viele Bereiche im Tagesgeschäft deutlich, zum Beispiel im Vertrieb, indem Kundenkontakte vermehrt über digitale Kanäle stattfinden. Die digitale Transformation erstreckt sich also nicht mehr nur auf IT und Marketing, sondern betrifft alle Abteilungen, verändert dadurch die Unternehmenskultur und die komplette Strategie. Der CDO ist also nicht mehr reiner IT-Spezialist und -Verwalter, sondern ein Vordenker für Innovation im Unternehmen und Business-Enabler.

Strategie-Berater des CEOs

Vor diesem Hintergrund ist der CDO direkt für den Unternehmenserfolg und strategische Entscheidungen mitverantwortlich. Er ist neben dem CEO ein zentrales, vielleicht auch das wichtigste Mitglied der Führungsriege im Unternehmen – wenn dieses einen digitalen und datenzentrierten Ansatz verfolgt. Denn dann bestimmen nicht mehr bloße Meinungen und das sprichwörtliche Bauchgefühl die Strategie, sondern Erkenntnisse aus Daten. Der CDO hilft damit wesentlich dabei, diese richtig zu interpretieren und in Handlungsempfehlungen zu übersetzen.

Kompetenzen wichtiger als Technologien

Das zeigt auch eine Studie von Thoughtworks.com, nach der Mitarbeiter, die insbesondere über digitale Kompetenzen verfügen, ein entscheidender Schlüssel für unternehmerischen Erfolg sind. Demnach durchlaufen zwar 74 Prozent der befragten Unternehmen bereits den Prozess einer digitalen Transformation, aber nur 34 Prozent der CEOs sagen, sie sei erfolgreich. Einer der Hauptgründe hierfür ist, dass es selbst für Unternehmen mit einer erfolgreichen Modernisierungsstrategie schwer ist, die richtigen Talente zu finden. Investitionen in das Recruitment von Mitarbeitern mit digitalen Kompetenzen bzw. in deren Bindung an ihren Arbeitgeber dürften künftig also genauso steigen wie die Zahl der Betriebe, die in Sachen Digitalkompetenz mit externen Partnern zusammenarbeiten, um eigene, unternehmensinterne Lücken zu kompensieren. In jedem Fall sind bereits rund 75 Prozent der befragten Unternehmen in dieser Hinsicht tätig. Fähigkeiten und Kompetenzen sind demnach für über 80 Prozent wichtiger als Technologien.

Folglich ist es wichtig, bei der Wahl des CDOs auf die richtigen Skills zu setzen und ihn als engen Berater des CEOs zu installieren. Diese Qualitäten sollte der CDO im Jahr 2022 mitbringen:

1) Leadership

Als Scout für Innovation und treibende Kraft für deren Umsetzung muss der CDO ein sogenanntes „Digital Mindset“ im Unternehmen einführen und verankern. Er ist gleichzeitig Disruptor, der Bestehendes umkrempelt, aber auch Diplomat. Er muss als Leader, Vordenker und Motivator Menschen nicht nur in der Führungsebene, sondern auch in allen anderen Abteilungen überzeugen und mitnehmen können.

2) Business-Strategie

Die meisten denken, dass sich der Chief Digital Officer in der Hauptsache um die Einführung von digitalen Technologien beschäftigt – tatsächlich ist aber die Strategie-Komponente seiner Arbeit die wichtigere. Hierbei nehmen Datenanalysen eine wesentliche Rolle ein.

3) Datenkompetenz

Wegweiser für die Business-Strategie ist in einem digitalisierten Unternehmen nicht das Bauchgefühl. Sondern es sind die Handlungsempfehlungen, die sich aus fundierten Datenanalysen ableiten lassen. Der CDO ist zwar kein Datenwissenschaftler, bringt aber ein tiefes Verständnis für datenzentriertes Business mit.

4) Agilität

Agilität bedeutet, schnell reagieren zu können. Da sich Märkte, Anforderungen an Produkte und die Bedürfnisse der Kunden immer schneller verändern, müssen sich Unternehmen auch immer schneller darauf einstellen können. Der CDO kennt deshalb Methoden und Technologien, die agile Unternehmen brauchen, wie zum Beispiel Scrum. So kann er schnell bestehende Produkte an neue Marktanforderungen anpassen oder komplett neue Lösungen entwickeln lassen, die das Portfolio eines Unternehmens erweitern und zugleich moderner machen.

5) Pragmatismus

Neben aller Agilität steht der CDO auch für eine Balance aus Transformation und Disruption: Zwar geht es oft um Veränderung und Innovation, in vielen Fällen stellt sich dies in der Praxis allerdings eher als Evolution statt Revolution dar. Es geht weniger darum, mit der nächsten disruptiven Technologie alles neu zu erfinden, sondern vielmehr darum, etwas Erfolgreiches anzupassen, zu optimieren und weiterzuentwickeln. Oft haben schon kleine Anpassungen der Strategie massive Auswirkungen, bedeuten Veränderung in der Wertschöpfung – und damit auch nachhaltigen unternehmerischen Erfolg und Wettbewerbsvorteile.

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