{"id":439,"date":"2017-12-01T10:53:46","date_gmt":"2017-12-01T10:53:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sage.com\/de-de\/blog\/glossary\/scheinselbststaendigkeit\/"},"modified":"2026-01-23T11:23:27","modified_gmt":"2026-01-23T10:23:27","slug":"scheinselbststaendigkeit","status":"publish","type":"sage_glossary","link":"https:\/\/www.sage.com\/de-de\/blog\/lexikon\/scheinselbststaendigkeit\/","title":{"rendered":"Scheinselbstst\u00e4ndigkeit"},"content":{"rendered":"<header class=\"entry-header has-dark-background-color entry-header--has-illustration entry-header--has-illustration--generic\">\n\t<div class=\"container\">\n\t\t<div class=\"entry-header__row row align-center\">\n\t\t\t<div class=\"col col-lg-7 col-xlg-6 entry-header__content\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"component component-single-header\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"entry-header__misc text--subtitle text--uppercase text--small\">\n\t\t\t\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.sage.com\/de-de\/blog\/lexikon\/\" class=\"entry-header__link\">Beschreibung im Lexikon<\/a>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"entry-title-wrapper\">\n\t\t\t\t\t<h1 class=\"entry-title\">\n\t\t\t\t\t\tScheinselbstst\u00e4ndigkeit\t\t\t\t\t<\/h1>\n\t\t\t\t<\/div>\n\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\t<div class=\"single-post-details container\">\n\t\t<div class=\"col\">\n\t\t\t<span class=\"reading-time\"> Minuten zu lesen<\/span>\n\t\t<button\n\t\t\ttype=\"button\"\n\t\t\tclass=\"social-share-button button button--icon button--secondary js-social-share-button\"\n\t\t\tdata-share-title=\"Scheinselbstst\u00e4ndigkeit\"\n\t\t\tdata-share-url=\"https:\/\/www.sage.com\/de-de\/blog\/lexikon\/scheinselbststaendigkeit\/\"\n\t\t\tdata-share-text=\"Bitte lesen Sie diesen interessanten Artikel\"\n\t\t>\n\t\t\t<span class=\"social-share-button__share-label\">Teilen<\/span>\n\t\t\t<span class=\"social-share-button__copy-label\" hidden>Link kopieren<\/span>\n\t\t\t<span class=\"social-share-button__copy-tooltip\" aria-hidden=\"true\" hidden>Kopiert<\/span>\n\t\t<\/button>\n\n\t\t\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<\/header>\n\n\n\n\n\n<p>Scheinselbstst\u00e4ndige werden seitens des Gesetzgebers hinter Freiberuflern und kleinen Firmen vermutet, die lediglich aus einer Person bestehen und f\u00fcr einen einzigen Auftraggeber bzw. Kunden arbeiten. Eine solche Situation ist sozialrechtlich relevant. Denn ein Selbstst\u00e4ndiger ist in der Regel nicht sozialversicherungspflichtig. Wer sein Einkommen aus einer selbstst\u00e4ndigen Arbeit bestreitet, hat das Recht, seinen Bedarf an sozialer Absicherung ebenso selbstst\u00e4ndig zu regeln. Dem gegen\u00fcber steht aber die Vermutung, dass dieses Privileg manchmal auch zu Unrecht besteht. Aus Sicht der Sozialversicherungen, allen voran der gesetzlichen Rentenversicherungen, stellen bestimmte Formen der Selbstst\u00e4ndigkeit eben nur eine scheinbare Selbstst\u00e4ndigkeit im Sinne des unternehmerischen Handelns dar. Es wird dann vermutet, dass ein Arbeitgeber die Verpflichtung umgehen will, den Arbeitgeberanteil an den Sozialversicherungsbeitr\u00e4gen einzusparen. Die Arbeitskr\u00e4fte werden dann als freie Mitarbeiter oder Subunternehmer besch\u00e4ftigt. Statt <a href=\"https:\/\/www.sage.com\/de-de\/blog\/lexikon\/arbeitsvertrag\/\">Arbeitsvertr\u00e4gen<\/a> werden Werksvertr\u00e4ge geschlossen. Und freie Mitarbeiter erscheinen nicht auf der Gehaltsliste, sondern stellen ihre erbrachten Arbeitsleistungen monatlich in Rechnung.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.sage.com\/de-de\/hr-software\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Finden Sie die richtige L\u00f6sung f\u00fcr Ihre Personalarbeit<\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-scheinselbststandigkeit-freiwillig-oder-unfreiwillig\">Scheinselbstst\u00e4ndigkeit: freiwillig oder unfreiwillig?<\/h2>\n\n\n\n<p>Mit zunehmender Flexibilisierung der Arbeitswelten ist es f\u00fcr viele Fachkr\u00e4fte und Spezialisten heute eine naheliegende Option, ihren <a href=\"https:\/\/www.sage.com\/de-de\/blog\/so-schalten-sie-ihre-zeitraeuber-aus-wann-sich-outsourcing-fuer-sie-lohnt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">beruflichen Werdegang als Selbstst\u00e4ndige zu gestalten<\/a>. H\u00e4ufig gleiten sie beinahe unbemerkt in die Situation, dass sie nicht nur jeden Arbeitstag in den R\u00e4umlichkeiten eines Kunden verbringen. Irgendwann haben sie auch gerade noch diesen einen Kunden und sind genauso eingebunden und folgen den Arbeitsanweisungen des Auftraggebers wie die anderen festangestellten Kollegen\/-innen. In der Regel vermuten die <a href=\"https:\/\/www.sage.com\/de-de\/blog\/lexikon\/sozialversicherung\/\">Sozialversicherungen<\/a> dahinter aber noch keinen Vorsatz. Vor allem dann nicht, wenn freie Mitarbeiter nach Stundens\u00e4tzen verg\u00fctet werden, die deutlich \u00fcber dem Durchschnitt des sonst \u00fcblichen Gehaltsgef\u00fcges liegen. Worauf der Gesetzgeber im Zweifelsfall aber keine R\u00fccksicht nimmt: ob der unternehmerische Status auf gegenseitigem Einvernehmen zwischen Auftraggeber und freiem Mitarbeiter basiert. Dass ein Selbstst\u00e4ndiger diesen Status dauerhaft beibehalten m\u00f6chte, obwohl er nachweislich wie seine festangestellten Kollegen ins betriebliche Geschehen eingebunden ist, spielt keine Rolle. Der Auftraggeber kann nachtr\u00e4glich in den Status eines Arbeitgebers \u00fcberf\u00fchrt und verpflichtet werden, f\u00fcr die Dauer dieses Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisses s\u00e4mtliche Arbeitgeberanteile zu den Sozialversicherungen nachzuzahlen. Und das sogar r\u00fcckwirkend \u00fcber mehrere Jahrzehnte.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-werksvertrage-im-blickpunkt-der-sozialversicherungstrager\">Werksvertr\u00e4ge im Blickpunkt der Sozialversicherungstr\u00e4ger<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Vermutung, dass gesetzlichen Sozialversicherungen vors\u00e4tzlich Beitr\u00e4ge vorenthalten werden, konzentriert sich seitens der Beh\u00f6rden weniger auf <a href=\"https:\/\/www.sage.com\/de-de\/blog\/lexikon\/freie-mitarbeiter\/\">freie Mitarbeiter<\/a> als auf Subunternehmer mit Werksvertr\u00e4gen. Der Gesetzgeber vermutet hinter der zunehmenden Tendenz, dass Unternehmen bestimmte Personalleistungen ausgr\u00fcnden und mit Werksvertr\u00e4gen statt mit regul\u00e4ren Arbeitsvertr\u00e4gen unterlegen, einen Vorsatz, der allein der Umgehung des Sozialrechts und des <a href=\"https:\/\/www.sage.com\/de-de\/blog\/lexikon\/arbeitsrecht\/\">Arbeitsrechts<\/a> dient. Als klassische Indizien f\u00fcr Scheinselbstst\u00e4ndigkeit von Einpersonengesellschaften gelten folgende Sachverhalte:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Es besteht keine freie Zeiteinteilung.<\/li>\n\n\n\n<li>Der Ort der Leistungserbringung ist festgelegt.<\/li>\n\n\n\n<li>Technische Betriebsmittel und Ger\u00e4te sind nicht frei w\u00e4hlbar.<\/li>\n\n\n\n<li>Nach au\u00dfen hin tritt der Selbstst\u00e4ndige wie ein Angestellter seines Auftraggebers auf.<\/li>\n\n\n\n<li>Es besteht kein <a href=\"https:\/\/www.sage.com\/de-de\/blog\/e-commerce-welche-chancen-bietet-er-kleinen-unternehmen-teil-1\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">unternehmerischer Handlungsspielraum<\/a>.<\/li>\n\n\n\n<li>Der Selbstst\u00e4ndige muss bestimmte Arbeitsanweisungen oder Vorschriften befolgen.<\/li>\n\n\n\n<li>Die <a href=\"https:\/\/www.sage.com\/de-de\/blog\/lexikon\/verguetung\/\">Verg\u00fctung<\/a> bewegt sich in einem stets gleichbleibenden Rahmen und k\u00f6nnte durch unternehmerisches Handeln kaum gesteigert werden.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Jedes Kriterium f\u00fcr sich allein bietet noch keinen Hinweis auf m\u00f6gliche Scheinselbstst\u00e4ndigkeit. In Summe kann allerdings ein Abh\u00e4ngigkeitsverh\u00e4ltnis zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer festgestellt werden, das nahezu identisch ist mit dem \u00fcblichen Verh\u00e4ltnis zwischen <a href=\"https:\/\/www.sage.com\/de-de\/blog\/lexikon\/arbeitgeber\/\">Arbeitgeber<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.sage.com\/de-de\/blog\/lexikon\/arbeitnehmer\/\">Arbeitnehmer<\/a>.<\/p>\n\n\n<div class=\"single-cta\">\n\t<div class=\"single-cta__positioner\">\n\t\t<div class=\"single-cta__wrapper has-dark-background-color\">\n\t\t\t<div class=\"single-cta__content\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t<h2 class=\"single-cta__title h3\">2026: Alle neuen Gesetze immer im Blick<\/h2>\n\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"single-cta__description\">\n\t\t\t\t\t\t<p><!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p><strong>Bleiben Sie informiert &#8211; mit unserem Newsletter<\/strong> 1x im Monat<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p><!-- wp:list --><\/p>\n<ul class=\"wp-block-list\"><!-- wp:list-item --><\/p>\n<li>Neue Trends aus der Arbeitswelt<\/li>\n<p><!-- \/wp:list-item --><\/p>\n<p><!-- wp:list-item --><\/p>\n<li>Aktuelle Urteile verst\u00e4ndlich erkl\u00e4rt<\/li>\n<p><!-- \/wp:list-item --><\/p>\n<p><!-- wp:list-item --><\/p>\n<li>Tipps zu Recht, Steuern &amp; Finanzen<\/li>\n<p><!-- \/wp:list-item --><\/p>\n<p><!-- wp:list-item --><\/p>\n<li>Experten-Interviews, Studien u.v.m<\/li>\n<p><!-- \/wp:list-item --><\/ul>\n<p><!-- \/wp:list --><\/p>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<a\n\t\t\t\t\t\thref=\"#gate-a59880de-3d38-4b82-914c-ffa16bab6ae7\"\n\t\t\t\t\t\tclass=\"single-cta__button button button--primary\"\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t>Newsletter abonnieren<\/a>\n\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\n\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" width=\"1215\" height=\"810\" src=\"https:\/\/www.sage.com\/de-de\/blog\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2023\/09\/GettyImages-1277533180-1215x810.jpg\" class=\"single-cta__image\" alt=\"\" loading=\"lazy\" srcset=\"https:\/\/www.sage.com\/de-de\/blog\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2023\/09\/GettyImages-1277533180-1215x810.jpg 1215w\" sizes=\"auto, (min-width: 48em) 33vw, 100vw\" \/>\t\t\t<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Scheinselbstst\u00e4ndige werden seitens des Gesetzgebers hinter Freiberuflern und kleinen Firmen vermutet, die lediglich aus einer Person bestehen und f\u00fcr einen einzigen Auftraggeber bzw. 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