Wir spielen gerade

Wir spielen gerade

Arbeiten im Quadrat?

Mitarbeiter finden

Arbeiten im Quadrat?

Mann mit Tablet

Umfrage offenbart: neue Arbeitsformen „Vier-Punkt-Null“ sind noch kein großes Thema im Mittelstand. Wer punkten will bei guten Leuten, kann hier Vorsprung rausholen. Es gilt also umzudenken, um gute Leute zu gewinnen!

Die deutsche Wirtschaft zeigt sich trotz vielerlei Herausforderungen, angefangen bei der Flüchtlingswelle bis hin zum „Dieselgate“, erstaunlich widerstandsfähig. So ist die Stimmung in den Unternehmen laut ifo-Geschäftsklimaindex deutlich besser als zur gleichen Zeit im Vorjahr. Dieser pendelte in den vergangenen Monaten auf hohem Niveau zwischen 108 und 109 Punkten und war im November 2015 drei Punkte höher als im selben Vorjahresmonat. Die Wirtschaftslage ist also gut und auch in Sachen Personal wollen die Unternehmen viel mehr investieren. Die Umfrage zum Trendindex Personalarbeit, an der im Oktober 2015 mehr als 200 Personalentscheider teilnahmen, belegt, dass die strategische Fachkräftesicherung das wichtigste Ziel im Mittelstand ist.

Vor allem wollen die Unternehmen auf die Rekrutierung neuer Mitarbeiter setzen. Jedes zweite Unternehmen (51 Prozent) ist momentan sehr stark auf der Suche nach neuen Mitarbeitern und wird auch in den kommenden Monaten händeringend Fachkräfte suchen (47 Prozent). Demnach scheint der Personalbedarf aufgrund der guten konjunkturellen Lage aktuell nicht gedeckt zu sein. So hat laut Umfrageergebnis die Personalbeschaffung mit 40,7 Prozent im Trendindex einen höheren Stellenwert als weitere Maßnahmen zur Fachkräftesicherung, wie Mitarbeiterbindung und Personalentwicklung, die jedoch ebenso ganz oben auf der Prioritätenliste in den deutschen Unternehmen stehen (Abb. 1).

Grafik_Trendindex

Verschläft der Mittelstand die Chancen durch neue Arbeitsformen?

HR 4.0, Industrie 4.0, Arbeit 4.0, New Work usw. sind die aktuellen Schlagworte, wenn es um neue Arbeitsformen geht. Mit der ansteigenden Bedeutung, gute Fachkräfte zu gewinnen und im Unternehmen zu halten, um in dynamischen Märkten wettbewerbsfähig zu bleiben, sind das logische Konzepte für die Unternehmen, denen sie sich nicht verschließen sollten. Gerade kleine und mittlere Unternehmen drohen hier, wichtige Entwicklungen zu spät oder gar nicht zu beachten, wie die Umfrageergebnisse belegen. Insgesamt haben sich 38 Prozent der befragten Unternehmen noch gar nicht mit den neuen Arbeitsformen auseinandergesetzt. Besonders hoch sind dabei die Anteile in Unternehmen unter 100 Mitarbeitern. Hier bestätigt mehr als jedes zweite Unternehmen (im Schnitt 53 Prozent), dass die Tendenzen neuer Arbeitsformen, wie Automatisierung, Projektarbeit und Flexibilisierung von Arbeitszeit und – Ort, kein Thema ist. Das ist gerade in diesen Unternehmen fatal, könnten sie doch angesichts des zunehmenden Wettbewerbs um gute Mitarbeiter gerade mit modernen und innovativen Arbeitsweisen punkten. In größeren Unternehmen hat man dagegen die Herausforderungen der Zukunft bereits erkannt. Hier sinkt der Anteil derer, die sich noch nicht mit den Themen beschäftigt haben gegenüber kleineren Unternehmen deutlich und variiert um knapp ein Drittel der Befragten (Abb. 2).

Neue-Arbeitsformen_Unternehmensgröße-839x616

Was können Unternehmen tun?

Setzen Sie sich mit neuen Arbeitsformen auseinander

Nun haben Sie sicher schon viel gehört und gelesen über Employer Branding und dass Sie sich als attraktiver Arbeitgeber präsentieren sollten. Das klingt sicher gut und logisch, ist für kleinere bis mittlere Unternehmen abseits von Metropolen umso schwieriger. Und dennoch: Fangen Sie an, sich zu positionieren, wenn Sie zukünftig nicht nur gute Leute finden sondern auch halten wollen. Definieren Sie Ihre Stärken als Unternehmen. Was können Sie potenziellen Bewerbern bieten oder sind Sie bereit, zukünftig bieten zu wollen? Die neuen Arbeitsformen entstehen ja nicht ohne Grund. Flexibles Arbeiten wird wichtiger durch den Wunsch, Privates und Beruf besser zu vereinbaren. Auch Projektarbeit, z.B. in Zusammenarbeit mit externen, freien Fachkräften, trägt dem zunehmenden Wunsch nach Unabhängigkeit und Flexibilität Rechnung. Hier könnten kleine und mittlere Unternehmen mit flachen Hierarchien viel schneller agieren, um die Strukturen für neue Arbeitswelten zu schaffen und somit bei guten Leuten – egal ob gut qualifizierte Berufseinsteiger oder erfahrene Fachkräfte – zu punkten.

Seien Sie schneller als Ihr Wettbewerb

Haben Sie passende Kandidaten „an der Angel“, dann sollten Sie vor allem schnell zugreifen, nicht dass Ihnen gute Fische wieder vom Haken springen. Denn auch andere Unternehmen wollen gute Fachkräfte ködern. Insbesondere größere Unternehmen haben im Kampf um die Besten vielleicht attraktivere Argumente und einen professionell aufgestellten Employer Brand. Deshalb ist es wichtig, dass Sie als Mittelständler durch Schnelligkeit gewinnen!

Öffnen Sie sich digitalen Prozessen

Wichtiger aus Sicht Ihrer Bewerber ist nämlich ein einfacher Bewerberprozess mit kurzen Reaktionszeiten und klaren Informationen von aussagefähigen Ansprechpartnern. Bewerber wollen nicht lange warten. Sie wollen sich schnell und einfach bewerben und genauso zügig Rückmeldung zum Stand Ihres Bewerbungsverfahrens erhalten, sonst greifen Sie wo anders beim schnelleren Angebot zu. Laufen diese Prozesse jedoch zügig und professionell ab, zahlt das auch ohne große Budgets fast automatisch positiv auf Ihre Arbeitgebermarke ein. Frühestens hier kommen Unternehmen nicht mehr um digitale Prozesse drum herum. Wenn Stellen heute online ausgeschrieben, zunehmend auch mittels Social Media beworben werden und Unterlagen elektronisch eingehen, wozu dann im Entscheidungsprozess noch alles traditionell ausdrucken und mit Excel administrieren? Die Antwort ist klar. Um sich nicht selbst im Entscheidungsprozess auszubremsen, führt auch eine elektronische Auswahl Personaler, Führungskräfte und Bewerber optimal zusammen, um Stellen schneller zu besetzen.

Trendindex HR

Studie zu den Trends im Personalwesen

Jetzt kostenfrei laden
Sage UK

 

Über die Umfrage

Der „Sage HR TRENDINDEX“ wird von der Sage HR Solutions AG (www.sage.de/hr), Anbieter von professionellen Softwarelösungen für das Personalmanagement mittelständischer Unternehmen und Verwaltungen durchgeführt. Personalentscheider werden zu Themengebieten der Personalwirtschaft befragt.

Dabei beteiligten sich zwischen dem 23. September und 2. Oktober 2015 insgesamt 220 Personalentscheider in Unternehmen und Institutionen aus Deutschland. Die Umfrage wurde per Online-Fragebogen durchgeführt.

16 Prozent der Umfrageteilnehmer waren kleine Unternehmen bis zu 19 Mitarbeiter, 59 Prozent waren Unternehmen mit bis zu 199 Mitarbeitern, 25 Prozent mit bis zu 999 Mitarbeitern. 28 Prozent der Befragten gaben an, die Personalleitung in ihrem Unternehmen inne zu haben, 23 Prozent waren Mitarbeiter von Personalabteilungen oder Personalreferenten, 17 Prozent Geschäftsführer, 22 Prozent kamen aus der Lohnbuchhaltung und 10 Prozent aus anderen Bereichen. Mit 31 Prozent war der Anteil der Teilnehmer aus der Industrie am stärksten vertreten, gefolgt vom Dienstleistungsbereich mit 23 Prozent, dem Öffentlichen Bereich (7 Prozent), dem Handel (11 Prozent) sowie dem Baugewerbe (6 Prozent). 15 Prozent verteilen sich auf die übrigen Zweige.