Unternehmensnachfolge

NachfolgePlausch Teil 1 – Chancen & Herausforderungen: Erfahrungen nach der Unternehmensnachfolge

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Mit Ausklingen der Pandemie konnten wir uns erstmals mit unseren Gästen persönlich zum Podcast-Gespräch treffen. Für den ersten Teil unseres Nachfolgeplauschs fanden sich drei Nachfolger ein, von denen jeder bereits einmal bei uns im Podcast zu Gast war:

  • Benjamin Stocksiefen: Folge Nummer 12 über die Nachfolge im Familienbetrieb

Wir wollten heute, ein bis drei Jahre nach den vorherigen Gesprächen, unter anderem Folgendes von unseren Gästen wissen:

  • Wie ging es während der Pandemie mit dem jeweiligen Unternehmen weiter?
  • Wie lief es mit den Mitarbeitenden?
  • Welche Veränderungen machen die Unternehmen zukunftsfähig?

Moritz Ostwald hatte bereits seine eigene Coaching-Firma gegründet, die Alpha Inspiration GmbH, als ihm die Übernahme des Coaching-Instituts Baldinger & Partner angeboten wurde. 2015 ist er dazu gestoßen und hat die Firma seitdem um das Zehnfache vergrößert.

Benjamin Stocksiefen übernahm 2020 das Familienunternehmen Holzbau Stocksiefen und führte es in einer Doppelspitze mit seinem Vater weiter. Mittlerweile veröffentlicht er auch Videos zum Thema Holzbau in den Sozialen Medien.

Dr. Peter Brinkmann übernahm die Chemiefirma TKT Kunststofftechnik GmbH, wofür er sich externe Hilfe holte. Für die Zukunft hat er ein konkretes Erfolgsziel entwickelt und würde zusätzlich gern eine zweite Firma übernehmen.

Größte Herausforderung: die Pandemie überstehen

Viele KMU in Deutschland hatten laut KfW-Studie 2021 mit der Pandemie zu kämpfen, überstanden sie aber insgesamt besser als erwartet – und auch besser als die Finanzkrise im Jahr 2008. Der Grund hierfür lag laut Studie vor allem in der raschen Anpassung von Geschäftsmodellen sowie der schnelleren Entwicklung digitaler Prozesse.

Dieses Bild spiegelt sich auch in den Unternehmen unserer Gäste wieder: „Corona und der Ukraine-Krieg haben sich nicht nur auf die Wirtschaft, sondern auch auf die Unternehmensführung ausgewirkt“, erzählt Benjamin Stocksiefen. Der kleine Familienbetrieb musste das Abspringen von zirka der Hälfte der Kunden schnellstmöglich abfedern. Der Unternehmens-YouTube-Kanal, den der Nachfolger inzwischen gestartet hatte, hat dabei geholfen.

Moritz Ostwald stand einer ähnlichen Herausforderung gegenüber. Sein Unternehmen verzeichnete 80 Prozent Umsatzeinbußen, was eine Planung auch in der näheren Zukunft fast unmöglich machte. Das Besinnen vor allem auf Werte statt Ziele des Unternehmens war sein Ausweg aus der Situation: „Das hat gut geholfen, auf Sicht zu fahren“, sagt er heute. Das Ergebnis ist eine nachhaltig gestärkte Unternehmenskultur, bei der auch Mitarbeiter am Unternehmenserfolg beteiligt werden. Der Umsatz stieg wieder und der nächste Schritt für das Unternehmen in dieser Hinsicht ist die Zertifizierung zu einer Benefit Corporation.

Von Einbußen blieb Peter Brinkmanns Firma weitgehend verschont, doch auch hier wirkte die Pandemie sich aus: „Corona hat eher einen Boost gegeben, Digitalisierung und Automatisierung gingen voran“, erzählt der Unternehmer. Die Mitarbeiter seien außerdem durch das Home Office selbständiger geworden und er könne sich noch besser auf sie verlassen.

Nach der Übernahme: die Mitarbeiter ins Boot holen

Eine erfolgreiche Übernahme steht und fällt nicht zuletzt mit den Mitarbeitern. Deren Motivation ist entscheidend, zudem ist die richtige Kommunikation gerade in Zeiten des Übergangs besonders wichtig. Als Moritz Ostwald die Nachfolge antrat wusste er schnell, was funktioniert und was nicht. „Die Kultur war nicht die beste, einige Mitarbeiter hatten schon die Kündigung auf dem Tisch“, erzählt er. Seine Lösung war, nicht schnellstmöglich die Strategie zu wechseln, sondern sich ein Jahr Zeit zu nehmen, um den Mitarbeitern zuzuhören, ihre Bedürfnisse kennenzulernen und die Vertrauenskultur wieder herzustellen. Dadurch hat er eine starke Unternehmenskultur aufgebaut, die bewahrt, was funktioniert und Neues implementiert.

Benjamin Stocksiefen hingegen kann auf eine längere Geschichte der Mitarbeiter seines Unternehmens zurückblicken, da er im Familienbetrieb Stocksiefen auch seine Ausbildung absolviert hat. Das Team hat sich seitdem komplett gewandelt, ist jünger geworden und teilt seine Werte. Die Mitarbeiter wollen das machen, worauf auch er Lust hat: Wohnraum aus natürlichem Holz. Dabei wird der familiäre Aspekt des Unternehmens weiterhin gelebt: „Das Team ist zusammen auf der Baustelle und man erlebt hinterher die Reaktion der Bauherren“, fasst Benjamin Stocksiefen den Arbeitsalltag zusammen.

Auch Peter Brinkmann kennt die Vorteile eines Familienunternehmens. Zwar ist seine Firma in einem Dorf im Teutoburger Wald angesiedelt, weswegen die Mitarbeiterrekrutierung in einiger Hinsicht schwieriger ist als für einen Konzern in einer Großstadt. „Allerdings zieht ein kleines Familienunternehmen auch wieder andere Leute an. Das schweißt zusammen“, weiß der Unternehmensnachfolger.

Relevant bleiben: Innovationen für die Zukunft

Alle drei Unternehmer sahen und sehen sich einem Bedarf an Innovationen gegenüber, wenn ihre Unternehmen auch in ein paar Jahren noch bestehen sollen. „Die Innovationszyklen werden immer kürzer“, sagt Moritz Ostwald. Hieran gilt es, sich anzupassen. Zudem ändern sich auch die Kundenanforderungen: „Die Kunden wollen zwischen Idee und Fertigstellung immer weniger Zeit verstreichen lassen. Wir verkürzen daher für den Kunden die Entwicklungszeit“, berichtet Dr. Peter Brinkmann. Krisen können demnach ein Katalysator für Innovation sein, doch es geht auch danach weiter.

Zwar haben unsere Podcast-Gäste alle erfolgreich übernommen, das Thema Nachfolge bleibt für sie aber aktuell. In der neuen Folge sprechen sie daher außerdem über ihr derzeitiges Engagement und ihre Visionen für Nachfolge.

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