Digitale Transformation

DigiTales – So geht Digitalisierung: Transformation auf Knopfdruck

Digitalisierung

Innovatives Denken, schnelle Optimierungen – genau mein Ding! Vom großen Ganzen bis ins kleinste Detail – So lautet das Motto unseres ersten Gastes bei der neuen Sage Interviewreihe #DigiTales. Unternehmensnachfolgerin Heike Schneider-Jenchen ist Inhaberin und Geschäftsführerin bei der Aquaenergy GmbH im oberfränkischen Forchheim. Im Juni 2020 – also mitten in der Corona-Pandemie – hat sie das Unternehmen, das Technologien zur Wasseraufbereitung entwickelt, übernommen. Und kaum trat sie in die Geschäftsführung ein, rutschte ein Thema ganz oben auf die Agenda der Firma: die Digitalisierung. Ein Vorbild, das Heike Schneider-Jenchen in ihrer Laufbahn inspiriert hat, ist kein Geringerer als Elon Musk. Warum das so gar nicht überrascht, erfahren wir im Video-Interview.

Darin erzählt sie uns…

… von Wunsch und Wirklichkeit bei der Digitalisierung.

… wie sie die digitale Transformation im eigenen Unternehmen konkret vorangetrieben hat.

… wie Unternehmensnachfolge und Digitalisierung mit Mitarbeitermotivation zusammenhängen.

… welchen Herausforderungen sie seit der Übernahme entgegen stand.

… und was das alles mit einer Weihnachtswunschliste zu tun hat.

Digitalisierung der Wasseraufbereitung – was heißt das überhaupt?

Ist die Rede von der Digitalisierung eines mittelständischen Unternehmens, denken viele zuerst an flexibles Arbeiten, neue smarte Tools oder an Daten, die nicht mehr auf Papier gedruckt sind, sondern in der Cloud liegen. Je nach Unternehmen kann die digitale Transformation aber deutlich weiter reichen und konkret das Geschäftsmodell betreffen. Bei Heike Schneider-Jenchen war das der Fall. Ihre ersten Schritte der Digitalisierung bei Aquaenergy: Augmented Reality (AR) und eine neue App. Denn das Thema Wasseraufbereitung ist erstmal schwer greifbar. Schneider-Jenchen wollte das komplexe Geschäftsmodell des Unternehmens, gerade in Zeiten von Corona, erlebbar machen und stellte den Vertriebs- und Serviceprozess komplett um. Anstatt der üblichen Besichtigung von Anlagen vor Ort stellt Aquaenergy dem Kunden eine programmierte VR-Brille inklusive Handy zur Verfügung. Diese setzt er dann zu einem vereinbarten Zeitpunkt auf, Aquaenergy schaltet sich live dazu und sieht und hört so alles, was auch der Kunde wahrnimmt. Zusätzlich implementierte Schneider-Jenchen eine eigene App für den Service und die Wartung im Unternehmen. Zwei beeindruckende Neuerungen – und das „im Galopp“, wie sie selbst sagt.

„Wir haben unter Null angefangen!“

Zum Zeitpunkt der Übernahme durch Schneider-Jenchen war Digitalisierung in der Firma noch ein Fremdwort. Für ein agiles Unternehmerin ein Zustand, den sie so nicht hinnehmen konnte. „Auswertungen müssen auf Knopfdruck kommen“, sagt sie zum Beispiel über die Optimierung von Arbeitsprozessen und Datenanalysen. Aber wie lässt sich so ein umfangreicher Change Prozess – mitten in einer Pandemie und Geschäftsübernahme – durchsetzen?

Die Stakeholder abholen

Uns interessiert im Interview: Wie hat Schneider-Jenchen es geschafft, ihre Mitarbeiter und Kunden von der Notwendigkeit neuer digitaler Lösungen zu überzeugen? Sie verrät: mit einem vorsichtigen Umgang. Behutsam ist sie vorgegangen. Und Stück für Stück. Ein Vorgehen, das im Übrigen auch unabhängig von der Digitalisierung wichtig ist: „Gerade in der Übernahme ist es wichtig, Mitarbeiter zu halten, ihnen ein gutes Gefühl zu geben und mit allen relevanten Informationen zu versorgen: Wo wollen wir hin, was haben wir vor und in welchem Tempo?“ Dafür hat sie Einzelgespräche und Gespräche in kleinen Gruppen geführt. Diejenigen, die offen für das Thema sind, kommen von Anfang an mit, meint Schneider-Jenchen. Und die, die noch nicht ganz offen sind, gilt es zu informieren und zu sensibilisieren – bis sie selbst Lust bekommen, neue Prozesse zu testen und neue Wege zu gehen.

Vorteile aufzeigen

Das Allerwichtigste bei der Motivation der Mitarbeiter für den digitalen Change: Sie müssen selbst erleben, wie einfach die digitale Transformation ihre Arbeit macht. Denn so viel weiß Schneider-Jenchen aus jahrelanger Erfahrung als Unternehmerin: Am besten funktioniert es, einen neuen Prozess mit einer kleinen Gruppe an Mitarbeitern so zu perfektionieren, dass sie am Ende überzeugt sind. Dann kann sich die Begeisterung auf alle anderen im Unternehmen ausweiten.

In Geduld üben

Die Ideen, die Schneider-Jenchen für die Digitalisierung im Unternehmen in ihrem hatte, vergleicht sie mit einer Weihnachtswunschliste. Alles auf einmal geht nicht – allein schon, weil die Kosten zu hoch wären. Sie musste sich ihre Wunschliste daher zunächst in die „Must-haves“ und „Nice-to-haves“ unterteilen, sich in Geduld üben. Auch die Auswahl eines passenden Systemanbieters sei nicht zu unterschätzen. Genauso wie die vorherige Analyse des Marktes: Ist er schon bereit für die Digitalisierung, welche Techniken herrschen vor?

Warum Netzwerke Gold wert sind

Bei der Beantwortung dieser sehr strategischen Frage empfand Schneider-Jenchen insbesondere den Austausch mit Gleichgesinnten und Experten als sehr fruchtbar. Dieses beruflich-fachliche Netzwerk war es auch, das ihr in ihrer bisherigen Laufbahn extrem geholfen hat. Sie ist nämlich nicht nur Geschäftsführerin von Aquaenergy, sondern auch zweite Vizepräsidentin des Verbands deutscher Unternehmerinnen (VdU). „Ich bin mir nicht sicher, ob ich so weit wäre, wie ich jetzt bin, wenn es das Netzwerk nicht gäbe“, räumt sie im Interview ein. Es habe ihr in unterschiedlichen Bereichen geholfen: Der Austausch mit den anderen Unternehmerinnen sei pures Empowerment und schenke Zuversicht. Aber auch bei ganz konkreten rechtlichen, finanziellen oder vertraglichen Aspekten, die mit der Geschäftsführung und Übernahme einhergehen, könne sie auf die Expertise innerhalb des Verbandes zurückgreifen.

Die Zukunft im Blick

Als nächstes will Heike Schneider-Jenchen den Vertrieb weiter digitalisieren, internationale Partner gewinnen und Künstliche Intelligenz implementieren. Es steht noch viel auf ihrer Weihnachtswunschliste. Wer mehr darüber erfahren will, kann auf der Website von Aquaenergy direkt einen Termin mit ihr buchen – per digitalem Tool natürlich.