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Letzte Ausfahrt: Digitalisierung

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Die Pandemie hat noch einmal mehr verdeutlicht, wie wichtig digitale Technologien für Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft sind. Dem Branchenverband Bitkom zufolge hat Corona die Digitalisierung auch in zahlreichen Unternehmen beschleunigt. Das zeigt sich vor allem an den Erfolgen mit Home Office und virtueller Zusammenarbeit. 

Digitalisierung ist mehr als Collaboration-Tools und Automatisierung 

Jetzt müssen die Unternehmen ihre Digitalisierung aber auch weiter vorantreiben, fordert die KfW in ihrem Digitalisierungsbericht 2019, der im Mai 2020 vor dem Hintergrund von Covid-19 noch einmal aktualisiert wurde. Demnach nimmt der Mittelstand zwar in zunehmendem Maße Digitalisierungsprojekte in Angriff. Im Vergleich zu anderen Investitionsfeldern sind diese Ausgaben jedoch seit Jahren niedrig und beschränken sich vorwiegend auf den Einsatz von Collaboration-Tools und die Automatisierung von ProzessenEntscheidend ist jedoch eine ganzheitliche Digitalisierung, warnen die Autoren der Studie. Hierzu gehört beispielsweise auch die Entwicklung neuer digitaler Geschäftsmodelle, Dienstleistungen und Produkte. 

Nur sieben Prozent nehmen Bankkredite in Anspruch 

Doch Modernisierungsprojekte kosten Geld und daran fehlt es vielen mittelständischen Unternehmen zurzeit. Dies gilt in Bezug auf ganzheitlich angelegte Digitalisierungsvorhaben umso mehr, als entsprechende Projekte von einer überwiegenden Mehrheit der Unternehmen aus der eigenen Tasche finanziert werden. KfW Research fand heraus, dass 87 Prozent der Betriebe Digitalisierungsprojekte aus eigenen Mitteln bezahlen. Nur sieben Prozent nehmen dafür Bankkredite in Anspruch. 

Externe Geldgeber halten sich oft zurück 

Der Grund, weshalb Unternehmen Digitalisierungsvorhaben häufig aus eigener Tasche bezahlen, hängt damit zusammen, dass sich privatwirtschaftliche Geldgeber bei der Finanzierung dieser speziellen Vorhaben eher zurückhalten. Zum einen deshalb, weil die geplante Digitalisierung sich häufig auf firmenspezifische Anwendungen und Problemlösungen bezieht und hinsichtlich ihrer Erfolgsaussichten schwierig zu beurteilen ist. Zum anderen, weil Digitalisierungsprojekte – ähnlich wie Innovationsprojekte – nur zu einem geringen Anteil aus materiellen Investitionen bestehen. Damit entstehen bei Digitalisierungsvorhaben nur in einem geringen Umfang Vermögenswerte, die zur Besicherung von Bankkrediten herangezogen werden können. All dies zusammen verringert die Bereitschaft externer Kreditgeber, in die Digitalisierung mittelständischer Firmen zu investieren. 

Die Krise als Chance zur Modernisierung nutzen 

Daher bieten Bund und Länder finanzielle Unterstützung an. Ihre Förderprogramme richten sich gezielt an mittelständische Betriebe, die die gegenwärtige Krise bewusst als Chance zur Modernisierung begreifen und vor diesem Hintergrund ihre Digitalisierung gerade jetzt vorantreiben wollen. 

Förderprogramme des Bundes 

Empfehlenswert sind in diesem Zusammenhang vor allem Initiativen, die einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen, indem sie beispielsweise neben rein technologischen Aspekten auch die Weiterentwicklung des Portfolios und des Angebotsspektrums eines Unternehmens im Zuge von Digitalisierungsprojekten mitberücksichtigen. „Digital Jetzt“ sowie der ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit der KfW sind zwei Beispiele für bundesweite Programme, die diesen ganzheitlichen Ansatz verfolgen. 

Das könnte Sie interessieren: Kürzlich fand ein #Stayforacoffee Webinar zum folgenden Thema statt: #STAYFUNDED – Wie Förderprogramme Sie bei Ihrer Digitalisierung unterstützen können. Hier geht’s zur Aufzeichung

„Digital Jetzt“ 

„Digital Jetzt ist ein Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Es richtet sich an Unternehmen mit drei bis 499 Beschäftigten aus allen Branchen einschließlich Handwerk und freie Berufe. Die Betriebsstätte oder Niederlassung muss ihren Sitz in Deutschland haben. Das Programm umfasst zwei Module:  

  1. Das Fördermodul 1: Investition in digitale Technologien” unterstützt Unternehmen bei ihren Investitionen in Software und Hardware, insbesondere für die interne und externe Vernetzung. Förderfähig sind zum Beispiel Projekte rund um datengetriebene Geschäftsmodelle, Künstliche Intelligenz (KI), Cloud-Anwendungen, Big Data, Sensorik, 3D-Druck sowie IT-Sicherheit und Datenschutz. 
  2. Das Fördermodul 2: Investition in die Qualifizierung der Mitarbeitenden” unterstützt Unternehmen dabei, Beschäftigte im Umgang mit digitalen Technologien weiterzubilden. Förderfähig sind Maßnahmen, die die Qualifizierung der Mitarbeiter verbessern – insbesondere im Hinblick auf die Erarbeitung und Umsetzung einer Digitalstrategie. Zuschüsse gibt es zudem für Weiterbildungen, die Kenntnisse in IT-Sicherheit und Datenschutz sowie Basiskompetenzen für das digitale Arbeiten vermitteln. Die Fortbildungsanbieter müssen nach ISO 9001 zertifiziert sein oder eine Akkreditierung nach AZAVvorweisen können.  

Unternehmen können eine Förderung in einem oder beiden Modulen beantragen. Die maximale Fördersumme beträgt 50.000 Euro pro Unternehmen – je nach Projekt und Unternehmensgröße.  

ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit der KfW 

Eine weitere bundesweite Förderinitiative ist der ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit der KfW. Dieser richtet sich an KMU, die seit mindestens zwei Jahren am Markt sind. Bereitgestellt werden Kredite über 25.000 bis 25 Millionen Euro mit einer Mindestlaufzeit von zwei Jahren. Vorgesehen sind sie für Digitalisierungsvorhaben im Bereich Industrie 4.0 wie das Vernetzen von ERP- und Produktionssystemen oder die Entwicklung und Implementierung von IT- und Datensicherheitskonzepten. Auch die Umsetzung digitaler Plattformen und Vertriebskanäle sowie Apps, innovative Produktionsmethoden wie 3D-Druck oder der Ausbau innerbetrieblicher Breitbandnetze werden mit dem Kredit gefördert. 

Förderung auf Länderebene 

Neben den bundesweiten Förderprogrammen gibt es zudem Unterstützungsmöglichkeiten auf Länderebene, die einen ähnlich ganzheitlichen Ansatz verfolgen und jenseits von reiner Prozessautomatisierung auch die Weiterentwicklung und Digitalisierung von Geschäftsmodellen fokussieren. 

Digitalbonus für Bayern und Thüringen 

Auch die Länder bieten eigene Förderprogramme an. So unterstützt der „Digitalbonus“ (für Bayern sowie für Thüringen) mittelständische Unternehmen bei der Entwicklung, Einführung und Verbesserung von Produkten, Dienstleistungen und Prozessen sowie bei der Migration und Portierung von IT-Systemen und -Anwendungen. Gefördert werden Investitionen in Hard- und Software für die interne und externe Vernetzung – etwa in den Bereichen Industrie 4.0, datengetriebene Geschäftsmodelle, Warenwirtschaftssysteme, KI, Cloud, Sensorik sowie IT-Sicherheit. 

Mittelstandförderung in NRW 

„Mittelstand Innovativ & Digital“ heißt eine Initiative, mit der das Land Nordrhein-Westfalen KMUs darin unterstütztihre Innovationskraft zu stärken sowie ihre Produkte, Dienstleistungen und Produktionsverfahren digital weiterzuentwickelnDas Förderprogramm basiert dabei auf einem GutscheinmodellEs werden drei Gutscheinvarianten angeboten, die unterschiedliche Ziele verfolgen und unterschiedlich dotiert sind. Beim Gutschein „Digitalisierung (Fördersumme bis zu 15.000 Euro) geht es um die Analyse und Umsetzung von Digitalisierungslösungen. Mit dem Gutschein „Analyse“ (Fördersumme bis zu 15.000 Euro) werden vor allem Technologieanalysen für Produkt- oder Dienstleistungsinnovationen und innovative Produktionsverfahren adressiert. Der Gutschein „Innovation“ (Fördersumme bis zu 40.000 Euro) fördert die Forschung, Entwicklung und Umsetzung im Hinblick auf Innovationsvorhaben. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie wurden die Förderquoten noch einmal erhöht. 

Finanzieller Spielraum für ganzheitliche Digitalisierung 

Mit den Förderinitiativen von Bund und Ländern erhalten KMU finanziellen Spielraum, um eine ganzheitliche Digitalstrategie anzugehen. Wir empfehlen: Unternehmen sollten diese Möglichkeit nutzen – und zwar jetzt. Kleine und mittlere Betriebe können sich damit nicht nur fit für die Zukunft machen und die gegenwärtige Krise als Chance wahrnehmen, sondern darüber hinaus auch wichtige Wettbewerbsvorteile erzielen. Die rdergelder auf Bundes- und Länderebene helfen Ihnen dabei. 

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