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Podcast #19 | Die Chemie stimmte sofort: Unternehmensnachfolge gesucht und gefunden

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Unternehmens-Nachfolge

Podcast #19 | Die Chemie stimmte sofort: Unternehmensnachfolge gesucht und gefunden

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Wie findet man als Nachfolger ein Unternehmen, bei dem die Chemie stimmt? Dr. Peter Brinkmann kennt sich damit aus: Er hat das für ihn perfekte Unternehmen im Chemiesektor gesucht und gefunden und ist für seinen Traum von München ins niedersächsische Bad Laer gezogen. Im Podcast erzählt er…

… wo sein Wunsch herkam, ein Unternehmen zu übernehmen.

… wie er die Suche nach einer passenden Firma angegangen ist.

… wie er Change Prozesse mit seinem Team umsetzt.

… und wie sein Erfolgsbild für die Zukunft aussieht.



Wer finden will, muss suchen

Brinkmann kennt sich mit der externen Nachfolge aus: Er beschloss, Unternehmer zu werden und wurde es – indem er mit mehreren hundert Firmen Kontakt aufnahm, bis die richtige dabei war. Heute leitet der 52-Jährige die TKT Kunststoff-Technik GmbH mit etwa 60 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz in Millionenhöhe.

„Mein Treiber ist die Freiheit“

Unternehmensnachfolger Dr. Peter Brinkmann

© Dr. Peter Brinkmann

Obwohl Brinkmann das Unternehmertum „im Blut“ hat – schon seine Großmutter leitete ein Torfwerk – kam die Selbständigkeit ihm zunächst nicht in den Sinn. Viele Jahre arbeitete er als Angestellter. Doch der Wunsch nach mehr Selbstbestimmung war stark: „Mein Treiber ist die Freiheit.“ Er wünschte sich, mit einem eigenen Team auf ein sinnvolles und selbst gesetztes Ziel hinzuarbeiten. Also beschloss er, selbst eine Firma in seiner Branche zu übernehmen.

Und die Suche beginnt…

Bis es zur Nachfolge kam, vergingen jedoch noch acht Jahre. In dieser Zeit begab Brinkmann sich intensiv auf die Suche: Zunächst hörte er sich im Bekanntenkreis um, recherchierte Anzeigen in der Zeitung. „Aber das hat zu wenig Durchschlagskraft.“, so Brinkmann. „Man muss in kurzer Zeit mit möglichst vielen Unternehmen sprechen.“ Gemeinsam mit einem professionellen Berater ging er systematisch vor und kontaktierte innerhalb von zwei Jahren knapp 400 Firmen. Das Suchprofil: Es sollte ein Unternehmen im Chemiesektor werden. „Ich wollte mich fachlich einbringen können, um die Firma zum Wachsen zu bringen.“, erklärt der gelernte Chemiker. Außerdem habe er bestimmte Regionen aus der Suche ausgeschlossen – schließlich sollten auch seine Ehefrau Dr. Annemarie Brinkmann, die vier Kinder und die zwei Hunde mit dem Umzug einverstanden sein: „Da zieht ja auch ein zweites Unternehmen mit.“ Frau Dr. Brinkmann ist nämlich auch selbstständig. Im Gespräch wird deutlich, mit welchem Mindset der Nachfolger diese lange Suche anging: Optimismus, Leidenschaft und Zuversicht. Die Einstellung zahlte sich aus: Bei der TKT Kunststoff-Technik GmbH stimmte die Chemie sofort.

Keine Leichen im Keller

Zu seinem Vorgänger hatte Brinkmann von Beginn an ein vertrauensvolles Verhältnis: „Er kommt auch heute noch oft zu Besuch.“ Im Übergabeprozess arbeiteten die beiden eng zusammen. „Er war noch ein Jahr lang in Vollzeit da und hat mich eingearbeitet, die darauffolgenden Jahre ist er dann langsam ausgestiegen.“ Eine Besonderheit bei dieser Unternehmensnachfolge: Noch bevor die Verträge unterschrieben waren, konnte Brinkmann mit ein paar maßgeblichen Mitarbeitern der Firma persönlich sprechen – ein ungewöhnlicher, aber für den Nachfolger sehr hilfreicher und sinnvoller Vorgang. Der Start sei sehr angenehm gewesen, das Vertrauen von Beginn an groß. Brinkmann war sich also sicher, hier keine Leichen im Keller zu finden – und fand auch keine. Angehenden Nachfolgern rät er, auf jeden Fall externe Unterstützung in Anspruch zu nehmen und sich bei der Suche nach einem passenden Unternehmen sowie bei der Bewertung, Übergabe und im kaufmännischen Bereich beraten zu lassen.

Mit einem starken Erfolgsbild in die Zukunft

Mittlerweile ist die TKT Kunststoff-Technik GmbH mit Brinkmann an der Spitze gewachsen, hat ihren Umsatz nahezu verdoppelt, neue Kunden gewonnen und entwickelt sich auch technisch weiter. Gemeinsam mit seinem starken Team will der Geschäftsführer die Kompetenzen der Firma auf das nächste Level heben, Prozesse automatisieren, die Fertigung verschlanken, die Arbeit modernisieren. „Das ist kein Schalter, den man drücken kann, sondern ein Rädchen, an dem man nur ganz langsam, aber beständig drehen sollte.“, sagt Brinkmann über die Transformation. Seit der Pandemie arbeiten sein Team und er außerdem digitaler, haben neue Systeme eingeführt und Strukturen optimiert. „Wir empfinden das mobile Arbeiten als positiv: Wir sprechen gezielter, verabredeter, vorbereiteter und häufiger – das hätte ich mir vor zwei Jahren nicht vorstellen können.“ Diese Änderungen werden bleiben, da ist der Unternehmer sich sicher.

Auf die Frage, wo er seine Firma in Zukunft sieht, antwortet Brinkmann mit einem ganz konkreten Erfolgsbild, das seine Mitarbeiter und er gemeinsam entwickelt haben: Bis 2026 haben sie ein festgelegtes Umsatzziel erreicht und drei neue große Kunden dazugewonnen. Außerdem will der Vollblutunternehmer noch eine zweite Firma dazu kaufen. Mit der Unternehmenskultur beschäftigt er sich ebenfalls: „In unserem Erfolgsbild arbeiten wir als Team so zusammen, dass die Einführung neuer Prozesse keinen Stress verursacht und dass die Firma läuft, selbst wenn mal jemand für längere Zeit ausfällt.“

Brinkmann treibt den Wandel seines Unternehmens aktiv voran – das wird auch in seiner Antwort auf die Frage deutlich, ob er rückblickend etwas anders gemacht hätte: Heute sei er mutiger und schneller bei Veränderungen. Davon hätte er manche gerne sogar noch früher umgesetzt.

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