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So sieht die Zukunft der Weiterbildung aus

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Die Arbeitswelt befindet sich im Wandel und vor allem HR-Führungskräfte mussten bedingt durch die Corona-Pandemie und das damit einhergehende New Normal schnell und flexibel neue Weichen im Umgang mit den Mitarbeitern stellen. Gleichzeitig haben sich die Anforderungen an die (Digital-)Kompetenzen und Qualifikationen der Belegschaft schneller als je zuvor verändert. Wie sieht die Aus- und Weiterbildung der Zukunft aus? Wir werfen einen Blick auf die aktuelle Situation und stellen Trends in der Weiterbildung vor.

Corona-Krise wirkt sich auf betriebliche Weiterbildung aus

Die betriebliche Weiterbildung ist seit Beginn der Corona-Krise erheblich eingebrochen, wie aus einer aktuellen Sonderbefragung des Mittelstandspanels der Förderbank KfW hervorgeht. Knapp 40 Prozent der mittelständischen Unternehmen haben ihre Weiterbildungsaktivitäten reduziert, jedes fünfte Unternehmen hat die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter sogar ganz eingestellt. Parallel dazu steigt jedoch gerade in Zeiten des digitalen Wandels der Bedarf nach Digitalkompetenzen in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU).

Digitalisierung prägt die aktuelle Arbeitswelt

Die Digitalisierung verändert nicht nur einzelne Berufs- und Produktionsbereiche, sondern auch organisatorische Strukturen, vor allem in den Unternehmen. Dadurch wachsen besonders die Anforderungen an Digitalkompetenzen, die nicht nur die Anwendung von Hard- und Software beinhalten, sondern auch auf allen Ebenen im Unternehmen gefordert sind, z.B. bei der Entwicklung von Strategien, Prozessen, Workflows und in der Unternehmenskommunikation.

Mit der Notwendigkeit zu vermehrtem Homeoffice werden diese Anforderungen noch verstärkt. Mitarbeiter bekommen zwangsläufig mehr Eigenverantwortung zugewiesen, müssen selbständiger entscheiden und Arbeitsergebnisse nachhalten, Hierarchien werden flacher und vieles mehr. Das kann aber nur funktionieren, wenn Mitarbeiter die Verantwortung auch annehmen und neuen Technologien gegenüber positiv eingestellt sind.

Skills und Mindset werden kombiniert

Auf der einen Seite sind  also vermehrt Soft Skills gefragt, auf der anderen Seite müssen Mitarbeiter mit zunehmender Digitalisierung auch über die entsprechenden Fach- und Methodenkompetenzen verfügen, wie z. B. Know-how im Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI), Big Data und Blockchain, agilem Projektmanagement oder agiler Software-Entwicklung.

Entsprechende Weiterbildungsangebote werden in ihrer Ausrichtung eine Doppelstrategie anbieten müssen, um für Unternehmen relevant zu sein: Sie müssen einerseits und wie gewohnt, Skills im Sinne von erlern- und trainierbarem Fachwissen vermitteln. Andererseits müssen sie Unternehmen darin unterstützen, das Mindset der Mitarbeiter positiv zu beeinflussen. Es geht darum, Einstellungen zu vermitteln, die Mitarbeiter heute brauchen, um sich den akuten und dauerhaften Veränderungen anzupassen: Resilienz, Innovationsfreude sowie den Wunsch, mehr Eigenverantwortung zu übernehmen und auch den Wert für sich selbst darin zu erkennen.

 Präsenzformate in der Weiterbildung gehen stark zurück

Präsenzschulungen (vor Ort oder über Portale wie Zoom) werden auch nach Corona weniger in Anspruch genommen werden. Das liegt zum Teil an den deutlich höheren Kosten für einen Dozenten live und vor Ort im Vergleich zu denen für wiederverwendbare Videos und Begleitmaterial denkt. Doch es steckt mehr dahinter: „Gefragt sind künftig hybride Formate und virtuelle Seminare mit mehr Interaktionen wie Gamification-Elementen, damit sich die Gruppe online besser kennenlernt. Die Lehrgänge werden zudem über einen größeren Zeitraum verteilt. Aus zwei Tagen Präsenz werden dreimal drei Stunden wöchentlich im Online-Klassenraum, drei Mal eine Stunde Coaching in kleineren Gruppen sowie Vor- oder Nachbereitung im Selbststudium“, sagt Franziska Schölmerich, mitverantwortlich für die Studie „Weiterbildung 2025“ der Bitkom Akademie. Die Entwicklung hin zu hybriden Weiterbildungsformaten wird durch zeitgemäße Methoden und Konzepte begünstigt. Solche sind unter anderem das Lernen in kleineren Einheiten, das Lernen bei Bedarf und personalisiertes Lernen.

3 Trends in der Weiterbildung

  1. Lern-Nuggets: Diese Methode steht für Lernen in kleineren Einheiten und mit mehreren kleinen Erfolgserlebnissen. In Verbindung mit digitalen Weiterbildungsangeboten macht sie das besonders anpassungsfähig an den beruflichen Alltag der Teilnehmer. Die können deutlich flexibler und auch kurzfristiger planen.
  2. Learning on demand: Hierbei geht es um Lernen, das man im Bedarfsfall abruft. Das Prinzip ist nicht neu, wenn man sich beispielsweise ältere Handbücher für digitale Anwendungen anschaut. Durch Lernportale, Lern-Apps und aufeinander aufbauende Kurse lässt sich dieses Prinzip auch auf Weiterbildungen übertragen. Anders als Hand- oder Lehrbücher können die Inhalte so viel abwechslungsreicher, praktischer, mit Übungen und auch stets aktuell gehalten werden.
  3. Personalisiertes Lernen: Hinter diesem Begriff steht das Ziel, Weiterbildung so individuell an den Mitarbeiter und sein Arbeitsprofil anzupassen. Fachlich und methodisch ist das eine Aufgabe der Bildungsträger, organisatorisch hingegen Aufgabe der Unternehmen. Weiterbildung muss ein integraler Bestandteil des Arbeitsalltags werden. Sie muss den Mitarbeiter unterstützen und ihm bei Problemen helfen, selbständig Lösungen zu finden.

Empfehlung für Unternehmen

Weiterbildungsangebote entwickeln sich in enger Anbindung an die Digitalisierung und ihre Möglichkeiten. Die Zahl kompetenter und zukunftsorientierter Bildungsträger wächst und vor dem Hintergrund immer ausdifferenzierter Angebote kann man schnell den Überblick verlieren. Unternehmer sollten ihre eigene Digitalisierung deshalb nicht ohne entsprechende Weiterbildungskonzepte für ihre Mitarbeiter angehen.

Je mehr Unternehmen auf Weiterbildungsangebote setzen, die technologisch, inhaltlich und konzeptionell dem Prozess der Digitalisierung zuarbeiten, desto schneller und besser können sie ihre Belegschaft aktiv einbinden, sie individuell stärken – nicht nur fachlich, sondern auch in Bezug auf Eigenschaften wie Verantwortungsbereitschaft, Innovationsfreude und Resilienz.

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