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Wenn Nachfolger digitalisieren – Tipps zur Förderung

Unternehmensnachfolge

Wenn Nachfolger digitalisieren – Tipps zur Förderung

Die Landschaft finanzieller Förderungen zur Unternehmensübernahme von kleinen und mittelständischen Unternehmen ist vielfältig und umfasst einige tausend Programme. Welche Fördermöglichkeiten für Käufer beziehungsweise Übernehmer in Betracht kommen, hängt dabei von verschiedenen Faktoren wie dem Bundesland, den weiteren Unternehmensplänen und der Position des Käufers ab. Bei Letztem geht es unter anderem darum, ob er angestellt oder bereits Unternehmer ist.

Grundsätzlich gibt es keine all-übergreifende Anlaufstelle, bei der sich Interessenten über Förderungen informieren können. Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten, um die richtige Option für sich zu finden – beispielsweise durch Eigenrecherche, einem Förderberater oder Datenbanken der einzelnen Bundesländer beziehungsweise des Bundeswirtschaftsministeriums. Auch gibt es verschiedene Portale, die einen Überblick über die diversen Fördermöglichkeiten bieten. Banken sind hingegen nur eine eingeschränkte Anlaufstelle, da sie keinen umfassenden Überblick bieten. Darüber hinaus sind hier in der Regel hohe Rückzahlungen zu erwarten beziehungsweise wird ein gewisser Anteil an Eigenkapital vorausgesetzt.

Neuerungen bei der KfW

Auch die KfW, die zwar unabhängig ist, gibt nur zu den eigenen Förderungen Auskunft. Sie ist jedoch eine der bekanntesten Anlaufstellen für die Förderung von Unternehmensnachfolgen – egal ob für die familieninterne Übernahme, die Übernahme aus einem Angestelltenverhältnis heraus oder extern. Je nach Umfang der Förderung und Unternehmensgröße bietet die KfW seit diesem Jahr jeweils eigene Programme an: die Kredite ERP-Gründerkredit Startgeld, ERP-Kapital für Gründung, ERP-Förderkredit KMU und den KfW-Förderkredit großer Mittelstand. Der KfW-Unternehmerkredit, ERP-Gründerkredit Universell sowie das Regionalförderprogramm sind ausgelaufen.

Diese Neuausrichtung soll unter anderem die Angebote transparenter machen. Stephan Grund, selbst mittelständischer Nachfolgeunternehmer, unterstreicht: „Jeder Mensch hat einmal im Leben das Recht, einen KfW-Kredit von 500.000 Euro zu beantragen.“

Arten der Zuwendungen

Unternehmensförderungen, die meist aus Zuschüssen und Krediten bestehen, gibt es in der Regel für Kleinst-, Klein- und Mittelunternehmen. Voraussetzung ist meist, dass das Unternehmen seinen Sitz in Deutschland hat, einen Businessplan vorweisen kann und über die erforderliche Qualifikation der Geschäftsführung verfügt.

Neben Zuschüssen und Krediten gibt es auch noch Zuwendungen in Form von Bürgschaften und Beteiligungen. Bezüglich einer Bürgschaft können sich Unternehmensnachfolger an die Bürgschaftsbank ihres jeweiligen Bundeslandes wenden, wenn sie die Sicherheiten für die Bankkredite nicht aufbringen können. Die Bürgschaftsbanken übernehmen daraufhin das Haftungsrisiko.

Beispielsweise über ERP-Beteiligungsprogramme können Kapitalsuchende außerdem Kapitalbeteiligungsgesellschaften finden und somit ihr Eigenkapital aufstocken. Hierzu gibt es auch wieder verschiedene Modelle der einzelnen Bundesländer.

Fördergelder bei größeren Projekten

Insbesondere bei größeren Projekten sollte man Fördergelder beantragen, da sich deren Kosten nicht immer vollständig im Vorhinein berechnen lassen und es im Nachhinein kaum noch Möglichkeiten gibt, Mittel zu beantragen. Das betrifft bei einer Unternehmensübernahme häufig auch die Digitalisierung, die viele Verkäufer ihren Nachfolgern überlassen. Dabei steigert dies den Wert eines Unternehmens und es gibt gerade für diesen Bereich immer mehr Fördermöglichkeiten, die Unternehmer in Anspruch nehmen können. Häufig sind die Förderungen auch in verschiedene Bereiche der Digitalisierung aufgeteilt.

KfW-Förderung zur Digitalisierung

So bietet unter anderem auch die KfW Förderungen zur Digitalisierung an, beispielsweise wenn es um die Entwicklung einer IT-Infrastruktur oder digitale Vertriebskanäle geht. Die Höhe der Förderung ist hier unter anderem von der Größe des Betriebes abhängig. Grundsätzlich hängt das Angebot der Digitalisierungsförderung von den jeweiligen Bundesländern ab, von denen einige mehrere Möglichkeiten zur Verfügung stellen.

Digitalisierungsförderungen des Bundes

Darüber hinaus gibt es auf Landesebene verschiedene Förderungen durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWI) sowie das Bundesministerium für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Bekannt sind hier vor allem die Programme „go-digital“, „go-inno“ sowie „Digital Jetzt“.

Das Programm „go-digital“ wurde bis Ende 2022 verlängert und besteht aus fünf Modulen, die jeweils auf verschiedene Bereiche der Digitalisierung abzielen, wie beispielsweise „IT-Sicherheit“ und „Digitale Markterschließung“. Nähere Informationen hierzu finden Unternehmensnachfolger auch bei autorisierten Beratungsunternehmen.

„go-inno“ richtet sich vor allem an kleinere und neuere Unternehmen beziehungsweise Startups, die noch nicht über genügend eigene Mittel verfügen, um digitale Innovationen voranzutreiben. Durch Innovationsgutscheine können sie bis zu 50 Prozent ihrer Aufwendungen für externe Beratungsleistungen decken, wobei es zwei Leistungsstufen gibt: Potenzialanalyse und Realisierungskonzept. Die Beratung hilft den Unternehmen, ihre Innovationen konkret zu planen und umzusetzen.

Die Förderung „Digital Jetzt“ können Unternehmen entweder für Investitionen in digitale Technologien oder in die Qualifizierung der Beschäftigten zu Digitalthemen beantragen. Voraussetzung sind ein konkreter Digitalisierungsplan sowie die Umsetzung innerhalb von zwölf Monaten.

Darüber hinaus gibt es den Beratungszuschuss „Förderung unternehmerischen Know-hows“, mit dem sich Unternehmensnachfolger zu wirtschaftlichen, organisatorischen und weiteren Themenfelder beraten lassen können.

Fazit

Zur Finanzierung einer Unternehmensübernahme, bei der oft nicht genügend Eigenkapital zusammenkommt, lohnt es sich, einen Überblick über die verschiedenen Fördermöglichkeiten insbesondere bei Vorhaben wie der Digitalisierung zu gewinnen. Auch sollte man sich nicht entmutigen lassen – oft ist die Beantragung weniger kompliziert als gedacht. Außerdem lassen sich die Kosten, beispielsweise für einen Berater, von der Steuer absetzen.

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