search icon

Auswirkungen von Corona auf die Sage Business Cloud Lohnabrechnung


Liebe Nutzer der Sage Business Cloud Lohnabrechnung,

uns ist bewusst, dass Corona besonders auf kleine Unternehmen große Auswirkungen hat. Wir möchten Sie in diesen schwierigen Zeiten bestmöglich unterstützen. Einerseits dadurch, dass wir unsere Software hinsichtlich neuer Gesetzlichkeiten und Erleichterungen permanent für Sie weiterentwickeln. Andererseits bieten wir Ihnen auf dieser Seite komprimiert wichtige und aktuelle Informationen, die Ihnen in der momentanen Situation in Bezug auf Ihre Lohnabrechnung weiterhelfen sollen.

Informationen zu arbeitsrechtlichen Fragen sowie dem Arbeitsschutz hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales sehr gut zusammengefasst:

https://www.bmas.de/DE/Presse/Meldungen/2020/corona-virus-arbeitsrechtliche-auswirkungen.html?nn=70704

Kurzarbeit

Viele Unternehmen sind aufgrund von Corona gezwungen, Ihre Arbeit herunterzufahren oder sogar ganz stillzulegen. Eine Maßnahme, die die Bundesregierung getroffen hat, um Sie hinsichtlich Entgeltausfällen zu entlasten, ist ein vereinfachter Zugang zur Kurzarbeit.

Die Bedingungen und die Höhe der Erstattung der Arbeitgeberanteile auf das Fiktiventgelt wurden am 23.03.2020 von der Bundesregierung in einer gesonderten Verordnung bekannt gegeben. Wir haben mit Hochdruck daran gearbeitet und Ihnen die Anpassungen am 06.05.2020 zur Verfügung gestellt.  

Ende April wurden im Koalitionsausschuss neue Beschlüsse zum Bezug von KuG getroffen. Danach soll eine gestaffelte Erhöhung des Kurzarbeitergeldes erfolgen. Zunächst müssen jedoch die gesetzlichen Ausarbeitungen und Verordnungen sowie die Zustimmung des Bundesrats, voraussichtlich am 15.05.2020, dazu abgewartet werden.

Erst dann kann die ordnungsgemäße Umsetzung in der Software eingeplant werden. Auch diese werden wir Ihnen schnellstmöglich zur Verfügung stellen.

 


Für Kurzarbeit sind folgende Punkte Voraussetzung:

  • Die Anzeige für Kurzarbeit muss in dem Kalendermonat bei der Agentur für Arbeit eingehen, in dem die Kurzarbeit beginnt
  • Es wurde noch vorhandener Urlaub aus dem Jahr 2019 genommen
  • Überstunden- und Arbeitszeitkonten wurden aufgelöst
  • Eine (ggf. temporäre) Umsetzung von Mitarbeitern auf ein anderes Tätigkeitsgebiet wurde geprüft
  • Wirtschaftlich zumutbare Gegenmaßnahmen wie z. B. Aufräum-, Lager- oder Instandsetzungsarbeiten wurden getroffen
  • Sie haben als Arbeitgeber Ihre Mitarbeiter informiert und sich deren Einverständnis abgeholt

Detaillierte Informationen zu den Voraussetzungen finden Sie im Merkblatt der Agentur für Arbeit.

Ein Muster zur Information der Mitarbeiter bzgl. Einführung von KuG finden Sie hier.

Unter 0800 4 555500 (gebührenfrei) erreichen Sie die Agentur für Arbeit von Montag bis Freitag zwischen 8 und 18 Uhr telefonisch.

Weitere hilfreiche Links zum Thema Kurzarbeit:

Verdienstausfall aufgrund von Quarantäne

Bei einigen Unternehmen wurden Mitarbeiter in Quarantäne geschickt, ohne selbst erkrankt zu sein. Hier greift §56 des Infektionsschutzgesetzes.

Hier beschreiben wir für Sie, wie Sie in diesem Fall in der Sage Business Cloud Lohnabrechnung vorgehen.

Weitere Informationen zur Verdienstausfallentschädigung finden Sie hier.

Weitere wirtschaftliche Erleichterungen für Unternehmen in Deutschland

Der GKV-Spitzenverband hat am 25.03.2020 ein Rundschreiben zur erleichterten Beitragsstundung herausgegeben.

In Notfällen können Arbeitgeber bei der Krankenkasse einen Antrag auf Beitragsstundung stellen. Das bedeutet, dass die Sozialversicherungsbeiträge zwar wie gewohnt ermittelt und im Beitragsnachweis an die Kassen gemeldet werden, die Überweisung jedoch zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen kann. Dies gilt für die Beiträge der Monate März bis Mai. Als spätester Überweisungstermin gilt jedoch der 27.05.2020 (drittletzter Bank-Tag im Juni 2020).

Wichtig: Bitte setzen Sie die Beitragszahlung nicht einfach aus, sondern sprechen Sie vorher mit der Krankenkasse über die notwendigen Antragsformalitäten.

Mit Rundschreiben vom 30.03.2020 wurden folgende weitere Maßnahmen zur Erleichterung der Situation beschlossen:

  • Entschädigungsanspruch nach dem neuen § 56 Abs. 1a bei Verdienstausfall wegen behördlich angeordneter Schließung von Schulen oder Kindertagesstätten
  • Verlängerte Zeitdauer einer versicherungsfreien kurzfristigen Beschäftigung von 70 auf 115 Tage und damit von drei auf fünf Monate
  • Gelockerte Regelung für gelegentliches Überschreiten der Entgeltgrenze von 450 EUR für Minijobber, bisher durfte dreimal überschritten werden, nun fünfmal

Laut Information des BMF vom 03.04. können Arbeitgeber ungeachtet der Branche und Mitarbeitertätigkeit eine Sonderleistung i. H. v. bis zu 1500 Euro erbringen. Diese ist steuer- und beitragsfrei und zwischen März und Dezember 2020 zu zahlen.

Für die Auszahlung einer steuer- und beitragsfreien "Coronaprämie" haben wir für Sie eine gleichnamige Lohnart angelegt, die Sie unter "Abrechnung" > "Starten" > "Löhne & Gehälter" in den "Zu-/Abschlägen" hinterlegen können. Aktuell ist diese Sonderzahlung auch beitragsfrei hinsichtlich der Berufsgenossenschaft (keine UV-Pflicht). Auch Mini-Jobbern kann der Bonus gewährt werden, ohne dass ihr Mini-Job dadurch zum sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis wird. 
Die steuerfreien Leistungen müssen aufgezeichnet werden. Aus den Lohnunterlagen sollte für spätere Betriebsprüfungen ersichtlich sein, für welches Engagement der steuerfreie Bonus gezahlt wurde. Dies gilt insbesondere für Arbeitnehmer, die nicht in den systemrelevanten Bereichen tätig sind oder wenn die Zahlung erst im Herbst 2020 erfolgt. Die Aufzeichnung kann z. B. durch eine erklärende Mail des Vorgesetzten erfolgen. Nutzer von Sage Business Cloud Lohnabrechnung Plus können ein Dokument dazu in der Mitarbeiterakte hochladen.

Sollte der Gesetzgeber hierzu künftig eine abweichende Erklärung abgeben, kann es zu Korrekturen kommen. Bitte beachten Sie die gesetzlichen Beschränkungen der Zahlung bei Ihrer Eingabe. Über diese informiert Sie nötigenfalls Ihre rechtliche Beratung.)