Finanzplan

Der Finanzplan als Instrument der Liquiditätssicherung

Damit ein Unternehmen seine Geschäftstätigkeit ausüben kann, muss es stets für eine ausreichende Liquidität sorgen. Das bedeutet, es müssen zu jedem Zeitpunkt ausreichende Mittel zur Verfügung stehen, um alle finanziellen Verpflichtungen pünktlich und in voller Höhe zu bedienen. So ist es zum Beispiel erforderlich, am Monatsende ein Guthaben auf dem laufenden Kontokorrentkonto in der Höhe vorzuhalten, die für die Zahlung der Löhne, Gehälter, Steuern und Sozialabgaben erforderlich ist.

Ergibt sich aus dem Finanzplan, dass eine Unterdeckung besteht, muss die Geschäftsleitung Massnahmen zu deren Beseitigung ergreifen: Entweder erfolgt eine Erhöhung der Einnahmen oder eine Reduzierung der Ausgaben. Die Steigerung der Einnahmen lässt sich beispielsweise durch den Verkauf von Vermögenswerten oder die Aufnahme neuer Kredite erreichen. Einsparungsmassnahmen, wie zum Beispiel der Abbau von Personal oder der Umzug in günstigere Mieträume, führen zu einer Senkung der Ausgaben.

Der Finanzplan für unterschiedliche Zeithorizonte

Der Finanzplan stellt alle Einnahmen und Ausgaben, die in einer genau definierten Periode anfallen, gegenüber. Unternehmen erstellen üblicherweise kurzfristige, mittelfristige und langfristige Finanzpläne. Dabei umfasst die kurzfristige Finanzplanung in der Regel zwei bis vier Wochen, die mittelfristige ein Jahr und die langfristige einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren. Diese Planungsrechnungen lassen sich anhand einfacher Excel-Tabellen durchführen und erweisen sich unabhängig von der Unternehmensgrösse als sehr hilfreich. Existenzgründer stellen in der Regel im Rahmen ihres Businessplans, den sie Banken und Förderstellen vorlegen, einen detaillierten langfristigen Finanzplan auf. Der kurzfristige Finanzplan basiert auf der taggenauen Zusammenstellung von Einnahmen und Ausgaben. Dafür ist es erforderlich, den Zeitpunkt möglichst exakt einzuschätzen, zu dem die Begleichung von Ausgangsrechnungen durch Kunden erfolgt. Die Debitorenbuchhaltung kann hierzu entsprechende Hinweise liefern, indem sie das Zahlungsverhalten der Kunden analysiert. Die mittelfristige Finanzplanung bildet einen wichtigen Bestandteil der operativen Unternehmensplanung. Vor jedem Geschäftsjahr erfolgt die Aufstellung der Einnahmen und Ausgaben der nächsten zwölf Monate. Die langfristige Finanzplanung beschäftigt sich auch mit grossen Investitions- und Finanzierungsprojekten, wie zum Beispiel mit dem Bau neuer Produktionsanlagen oder dem Erwerb von umfangreichen Beteiligungen.

Grundsätze für die Aufstellung von Finanzplänen

Damit ein Finanzplan seine Aufgabe als Informationsquelle für die betriebliche Liquidität erfüllen kann, sind die folgenden Regeln bei seiner Aufstellung zu beachten:

  • Bruttoprinzip: Einnahmen und Ausgaben sind unsaldiert zu zeigen
  • Vollständigkeitsprinzip: Alle Einnahme und Ausgaben sind zu berücksichtigen
  • Prinzip der Termingenauigkeit: Jeder künftige Zahlungsvorgang ist möglichst präzise mit dem Tag seiner Transaktion anzugeben

Ein retrograder Abgleich der Daten der Finanzplanung mit den tatsächlichen Einnahmen und Ausgängen, die in der entsprechenden Periode zu verzeichnen waren, ist mithilfe des Bankkontos leicht möglich. Diese Analyse zeigt, ob und in Bezug auf welche Posten bei der Finanzplanung Verbesserungsbedarf besteht.

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