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So funktioniert die Firmengründung während der Krise

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Start-up

In der Corona-Krise werden überraschend viele Start-ups gegründet – ganz besonders im Gastrobereich. Hier gilt es einige Besonderheiten zu beachten – neben den generell gültigen Regeln für eine Firmengründung.

Es mag wie ein Widerspruch klingen: Während der Pandemie wurden so viele Gastrobetriebe gegründet, wie schon lange nicht mehr. Auf den zweiten Blick ist diese Entwicklung allerdings nachvollziehbar: Viele Restaurants, Beizen und Bars, denen es schon vor der Krise schlecht ging, machten Pleite. Viele Jungunternehmern und -unternehmerinnen erfüllen sich jetzt einen lang gehegten Traum und greifen bei einem vermeintlich günstigen Angebot zu.

Eine Firmengründung ist immer ein Risiko, das gut vorbereitet und überlegt sein will. Einen Gastrobetrieb mitten in der Pandemie zu eröffnen, ist doppelt risikoreich. Entsprechend muss die Vorbereitung der Firmengründung sitzen. Wer sich hier Fehler oder Nachlässigkeiten erlaubt, steht mit einem Bein schon wieder vor dem Bankrott.

Businessplan? Unbedingt.

«Der erste Schritt zur Firmengründung muss immer ein belastbarer Businessplan sein», betont Michele Blasucci, CEO von startups.ch. Bei der Erstellung des Businessplans zwingt man sich gleich zu Beginn, viele offene Fragen zu klären:

  • SWOT-Analyse: Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken des Vorhabens.
  • Was will man genau anbieten?
  • Wer soll der Kernkunde sein?
  • Was macht die Konkurrenz?
  • Wie will man Werbung machen?

Das wichtigste ist schliesslich, alles in einen Finanzplan einfliessen zu lassen: Einnahmen, Ausgaben und Investitionskosten. «Wenn der Finanzplan nicht solide ist und keine Reserven vorsieht, dann wird es ganz schwierig werden, die ersten Jahre zu überstehen», betont Blasucci.

Bei der Übernahme eines Gastrobetriebes steht immer auch der Kauf der Infrastruktur (Küchengeräte, Mobiliar, Geschirr etc.) zur Debatte. Hier rät Startup-Experte Blasucci zum Beizug eines Experten. «Wir machen mit den offiziellen Schätzern von Gastrosuisse sehr gute Erfahrungen. Sie kennen den Markt gut und die Schätzungen waren für beide Seiten immer sehr fair.»

Wie jede Firmengründung? Nicht ganz.

Die Frage bleibt: Warum sollte ein neuer Gastrobetrieb am selben Ort erfolgreich sein, wo zuvor ein anderer Betrieb Pleite ging? Hier lohnt sich unbedingt ein Blick in die Vergangenheit. Wer die Gründe kennt, kann dieselben Fehler vermeiden:

  • Hat sich das Quartier verändert?
  • War das Angebot zu teuer?
  • Lag es am Personal?
  • War die Konkurrenz zu gross?

Die Beantwortung all dieser Fragen sollte in das Neukonzept fliessen, das hinter der Gründung stecken muss. Dieselbe Beiz mit demselben Konzept am selben Ort zu gründen, in der Hoffnung, dass es schon irgendwie klappt, ist keine gute Idee. In vielen Dingen gilt für die Neugründung eines Gastrobetriebs dasselbe wie bei jeder Firmengründung. Zwei Punkte unterscheiden sich jedoch klar und sollten in die Planung miteinfliessen:

  • Personal: Die Personalplanung ist zentral. Mit zu viel Personal rentiert das Unternehmen nicht. Umgekehrt sind die Kunden vermutlich nicht zufrieden und sie kommen nicht zurück. Ein fixer Personalstamm und Fachkräfte auf Abruf sind empfehlenswert.
  • Eröffnung: Normalerweise sollten Firmengründer mit einem Defizit in den ersten ein, zwei Jahren rechnen. In einem Gastrobetrieb ist das nicht der Fall: «Gerade in grösseren Städten kommen am Anfang sehr viel Gäste aus Neugier», stellt Michele Blasucci fest. «Deshalb ist es wichtig, dass bereits bei der Eröffnung des Gastrobetriebs alles perfekt läuft». Das Personal ist geschult, die Abläufe perfektioniert. Zufriedene Gäste werden vielleicht Stammgäste. In dieser Phase lassen sich anständige Gewinne machen, mit denen Reserven gebildet werden. Nach drei bis vier Jahren muss eventuell renoviert oder das Konzept angepasst werden. Dann beginnt der Zyklus von Neuem.

Ein wichtiger Punkt betont Michele Blasucci zum Schluss: «Konzentrieren Sie sich auf Ihre zentrale Idee! Diese Fokussierung ist das Erfolgsrezept aller erfolgreichen Unternehmen.»

Weitere Tipps für Firmengründer finden Sie auch auf www.businessplaner.ch

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