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Ist Corona der Sargnagel für die Unternehmensnachfolge

Viele Unternehmensübergaben wurden krisenbedingt im vergangenen Jahr verschoben.

Frankfurt, 10. März 2021 – Die Pandemie und die damit verbundene wirtschaftliche Unsicherheit erschweren das ohnehin herausfordernde Thema Nachfolge zusätzlich. Dabei kann sich eine Unternehmensübernahme gerade in schwierigen Zeiten lohnen – für beide Seiten. Voraussetzung sind allerdings eine gute Vorbereitung, transparente Verhandlungen und ein solides Finanzierungskonzept. Auch alternative Nachfolgemodelle wie die Übernahme durch ein mehrköpfiges Team sollten bedacht werden. 

Die Regelung der Unternehmensnachfolge bedeutet für Firmeninhaber eine große Herausforderung. Trennungsschmerz, unterschiedliche Wertvorstellungen von Unternehmer und Nachfolger, zu kurzfristige Planung oder schlecht vorbereitete Prozesse, weil etwa wichtige Unternehmenskennzahlen – zum Beispiel zu Umsatz und Betriebsergebnis – fehlen: An solchen Faktoren scheitert die Übergabe häufig. Auch viele potenzielle Nachfolger unterschätzen die mit dem Kauf eines Unternehmens verbundenen Anforderungen.

Weniger Firmenübergaben aufgrund der Pandemie 

Die aktuelle Pandemie erschwert die Nachfolge zusätzlich. Viele Unternehmensübergaben sind im vergangenen Jahr verschoben worden. Laut dem Unternehmensnachfolge-Report 2020 des Deutschen Industrie- und Handelskammertags vom Oktober 2020 ist die Zahl der Beratungsgespräche, die die Kammern bundesweit zu diesem Thema anbieten, seit März 2020 um 71 Prozent gesunken. Jede zweite IHK rechnet mit einem Rückgang bei Firmenübernahmen in ihrer Region. 

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt das Nachfolge-Monitoring Mittelstand 2020 von KfW Research. Demnach war im ersten Halbjahr 2020 bei mehr als der Hälfte der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) unklar, ob und wann ihr Betrieb an einen Nachfolger übergeben werden soll. Zwar beobachteten die Experten, dass zumindest ältere Unternehmer, deren Rückzug kurz bevorsteht, auch in der Krise meist an ihren Übergabeplänen festhalten. Diese Momentaufnahme stand jedoch unter dem Vorbehalt, dass der wirtschaftliche Einbruch weiter durch staatliche Hilfen abgefedert wird und die Pandemie dank Impfungen in absehbarer Zeit überstanden ist. Ansonsten könnten mittelfristige Nachfolgepläne zu lange verschleppt werden und selbst weit fortgeschrittene Verhandlungen noch scheitern. Denn eine dauerhafte Krise würde die wirtschaftliche Situation vieler Unternehmen schwächen und sie unattraktiv für eine Übernahme machen.

Gerade in Krisenzeiten kann sich eine Nachfolge lohnen – für beide Seiten

Ist Corona also der Sargnagel für die Unternehmensnachfolge? Die Antwort lautet klar: Nein. Denn gerade in Krisenzeiten kann sich eine Nachfolge für beide Seiten des Unternehmensverkaufs lohnen. Voraussetzung ist allerdings, neben weiteren staatlichen Hilfen beziehungsweise der Perspektive auf ein absehbares Ende der Pandemie, dass der Betrieb stabil aufgestellt ist und dass der Verkaufsprozess strukturiert abläuft. Das belegt auch die eingangs erwähnte KfW-Studie: KMU, die gut vorbereitet in die Krise gegangen sind, halten meist an ihren bereits laufenden Nachfolgeprozessen fest. Knapp die Hälfte der ca. 260.000 für die kommenden zwei Jahre vorgesehenen Übergaben seien fertig verhandelt. Bei einem Drittel laufen Gespräche mit Nachfolgeinteressierten. Eine gute Vorbereitung hat eine wichtige Signalwirkung auf potenzielle Nachfolger und vermeidet den Anschein eines Notverkaufs oder einer Zwangslage. Der Firmeninhaber sollte zudem für einen Wettbewerb auf Käuferseite sorgen und damit zeigen, dass sein Betrieb für mehrere potenzielle Nachfolger attraktiv ist. 

Für diese kommt es vor allem darauf an, die Finanzierung so früh wie möglich zu klären. Wer an einer Firmenübernahme interessiert ist, sollte daher zunächst mit seiner Hausbank sprechen, sich über Förderprogramme informieren und ein transparentes und abgesichertes Finanzierungskonzept vorlegen. Zudem sollte der potenzielle Nachfolger eine Alternative im Blick haben – etwa ein anderes Unternehmen, das sich für eine Übernahme anbietet, oder auch eine attraktive Position im Angestelltenverhältnis. Das verschafft ihm zusätzliche Flexibilität sowie Entscheidungspielraum und stärkt seine Verhandlungsposition.

Team-Übernahmen bieten Vorteile in mehrfacher Hinsicht

Auch für alternative Nachfolgemodelle – etwa die Partnerschaft mit einem Investor oder die Übernahme im Team – sollten beide Seiten offen sein. Letztere bietet gleich mehrere Vorteile, findet bislang jedoch relativ selten statt: Laut einer Studie der Hochschule für Ökonomie und Management in Essen gingen 2019 gerade einmal 17,5 Prozent der Unternehmensnachfolgen in Deutschland auf ein zwei- oder mehrköpfiges Führungsteam über, der Rest entfiel auf Solo-Nachfolger. Dabei können die Beteiligten eindeutig davon profitieren, dass sie die Führungsaufgaben auf mehrere Schultern verteilen. Die Team-Mitglieder sind dann nur für ihre jeweiligen Bereiche verantwortlich, in denen sie auch über ausgewiesene Expertise verfügen – etwa Marketing, Finanzen oder Produktion. Ein weiterer Vorteil ist der Austausch im Führungsteam. Ein Partner im Rücken, mit dem man Erfahrungen und Probleme teilen und der einen im Notfall vertreten kann, stellt eine enorme Entlastung dar. 

„Eine Krise legt oft schonungslos offen, wie es um die wirtschaftliche Situation eines Unternehmens bestellt ist. Potenzielle Nachfolger können daher gerade jetzt wertvolle Einblicke gewinnen. Allerdings sollten sie dem betreffenden Betrieb auch einen Mehrwert bieten – etwa den Zugang zu einer neuen Technologie oder zu neuen digitalen Geschäftsfeldern und Services, ein umfassendes geschäftliches Netzwerk oder besondere Fähigkeiten im Vertrieb. Nachfolger, die frischen Wind und die Offenheit für neue Technologien mitbringen, haben auch in schwierigen Zeiten gute Chancen, die Unternehmensübernahme erfolgreich zu gestalten“, sagt Jan Friedrich, Vice President Field Marketing Central Europe bei Sage.

 
Bildmaterial
Jan Friedrich, Mann mit schwarzen Haaren und schwarzer Brille in schwarzem Anzug vor grauem Hintergrund
Jan Friedrich, Vice President Field Marketing Central Europe bei Sage

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