Wir spielen gerade

Wir spielen gerade

Wo steht der deutsche Markt für Software as a Service? (Teil 1)

Zurück zur Suche

Mann

Wo steht der deutsche Markt für Software as a Service? (Teil 1)

Während in den angelsächsischen Ländern Software as a Service (SaaS) eine Selbstverständlichkeit ist, verläuft die Entwicklung im deutschsprachigen Raum in einem etwas anderen Rhythmus. Doch auch im hiesigen Markt wächst SaaS zur festen Größe heran. Mittelständische Unternehmen setzen sich professionell mit den Vor- und Nachteilen auseinander.

Wer sich den IT-Markt in den USA und in Großbritannien anschaut, wird feststellen, wie sehr Software as a Service (SaaS) dort bereits etabliert ist. Ganz überraschend ist die Entwicklung nicht, denn in den angelsächsischen Märkten wurde schon früher und intensiver von der Nutzung externer IT-Dienstleistungen etwa durch Outsourcing Gebrauch gemacht.

Noch erscheint das Marktvolumen für Software as a Service in Deutschland sehr klein im Vergleich zum Markt für Softwareprodukte. Zudem ist in der Darstellung des SaaS-Marktvolumens (siehe Grafik) nicht nur die Software, sondern auch die Dienstleistungen etwa der Betrieb der SaaS-Umgebung sowie die Bereitstellung der technischen Infrastruktur enthalten. Dafür wächst das SaaS-Segment um ein Vielfaches schneller als der klassische Softwaremarkt. Während in der Vergangenheit praktisch nur Cloud-Spezialisten am Markt vertreten waren, wächst nun die Anzahl der etablierten Softwarehäuser, die eine SaaS-Lösung anbieten, stetig an.

Quelle: PAC

Quelle: PAC

Nüchterne Bewertung der Vor- und Nachteile

Folgen und vernetzen Sie sich mit Frank Niemann, Principal Consultant – Software & SaaS Markets bei der Pierre Audoin Consultants (PAC) GmbH über Twitter, Xing oder LinkedIN.

Firmen im deutschsprachigen Raum gehen mit Software as a Service mittlerweile überwiegend pragmatisch um. Cloud Computing wird nicht mehr kategorisch ausgeschlossen, sondern dessen Vor- und Nachteile werden nüchtern bewertet. Zu den Vorteilen zählen unter anderem die meist rasche Einführung, verbunden mit geringen Anfangsinvestitionen sowie der Bezug des gesamten Softwarebetriebs und der Anwendungspflege als externe Dienstleistung.

Ein zu Recht viel diskutiertes Thema in Verbindung mit Cloud Computing ist und bleibt die Sicherheit. Sie sollte aber nicht nur in Verbindung mit der Cloud ganz oben auf der Agenda stehen, sondern generell, wenn es um IT geht. Zur einer nüchternen Betrachtung der Vor- und Nachteile gehört auch, welchen Sicherheitsstandard ein Cloud-Rechenzentrum bieten kann und welche Maßnahmen, Investitionen und Know-how erforderlich sind, die interne IT-Umgebung eines kleinen Unternehmens in gleicher Weise abzusichern.

Einfluss von PRISM

Natürlich ließen die jüngsten Enthüllungen über Schnüffelaktivitäten der Geheimdienste aufhorchen. Ohnehin sind nach unseren Erfahrungen Sicherheitsbedenken und die unsichere Rechtslage die Haupthindernisse bei der Nutzung von Lösungen aus der Cloud, so dass das Bekanntwerden des Überwachungsprogramms PRISM nicht gerade das Vertrauen in die Cloud fördert. Dennoch bedeutet dies nicht das Aus für den hiesigen Cloud-Markt, sondern unterstreicht die Notwendigkeit, die Nutzer über Datenschutz und Rechtssicherheit aufzuklären – dies gilt gleichermaßen sowohl für deutsche als auch für international agierende Anbieter.

Die Frage nach der Sicherheit berührt gerade die mittelständisch geprägte Fertigungsindustrie in Deutschland, die zu Recht großen Wert auf den Schutz ihres geistigen Eigentums legt.

Kostenargumente

Für manche Unternehmen kann sich eine Cloud-Lösung lohnen, für andere nicht. Ob es spart, sollte es vor der Entscheidung für oder gegen eine Software aus der Wolke nachrechnen. Qielle: Pixelio.de/ Q.pictures

Für manche Unternehmen kann sich eine Cloud-Lösung lohnen, für andere nicht. Ob es spart, sollte es vor der Entscheidung für oder gegen eine Software aus der Wolke nachrechnen. Quelle: Pixelio.de/ Q.pictures

Neben der Frage nach der Sicherheit sind die Kosten ein wichtiges Argument in Bezug auf Cloud-Lösungen. Meiner Meinung nach können SaaS-Angebote zwar zu einer Flexibilisierung der Kosten führen – meist fallen keine hohen Anfangsinvestitionen an, stattdessen laufende Nutzungsgebühren. Jedoch sollten Firmen SaaS-Lösungen nicht allein aus dem Kostenaspekt in Betracht ziehen, denn Cloud heißt keinesfalls automatisch günstig.

Geringere Komplexität

SaaS bietet Firmen die Chance, neue Softwarelösungen einzuführen, ohne dass die IT-Komplexität in gleichem Maße steigt wie es bei der Einführung einer lokal installierten Anwendung der Fall ist. Dieser Sachverhalt wird in Zukunft noch bedeutsamer, da die Anforderungen an die IT und damit der Bedarf an neuen Softwarefunktionen steigen.

Von Frank Niemann

+++ Lesen Sie den zweiten Teil zum Thema Wo steht der deutsche Markt für Software as a Service?“ am kommenden Donnerstag, den 12. Dezember 2013 +++

Über Frank Niemann
Frank Niemann ist seit Januar 2010 Mitglied des PAC-Teams in München. Er ist als Director für den Bereich Software zuständig und leitet PACs Software Research Program für die DACH-Region. Zuvor war er leitender Redakteur bei der Fachzeitschrift Computerwoche mit Schwerpunkt Geschäftsapplikationen.