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Drei entscheidende Kategorien für den Status Quo des SaaS-Marktes (Teil 2)

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Drei entscheidende Kategorien für den Status Quo des SaaS-Marktes (Teil 2)

Frank Niemann macht im Mittelstandsblog eine Bestandsaufnahme. Wo steht SaaS eigentlich? Quelle: p

Frank Niemann macht im Mittelstandsblog eine Bestandsaufnahme. Wo steht SaaS eigentlich? Quelle: p

Cloud-Lösung statt festinstallierter Software? Diese Frage stellen sich immer mehr Unternehmer. Gastautor Frank Niemann, Berater beim Beratungshaus Pierre Audoin Consultants (PAC), ist ihr im Sage Mittelstandsblog am Dienstag auf den Grund gegangen (lesen Sie hier Teil 1 dieses Beitrags), wo der Software-as-a-Service (SaaS) Markt derzeit steht, hat die Vor- und Nachteile aufgezeigt. Im heutigen zweiten Beitrag widmet er sich drei unterschiedlichen Kategorien von SaaS-Lösungen, um den Status Quo näher zu bestimmen.

Den Status quo und die weitere Entwicklung des Marktes veranschaulichen drei unterschiedliche Kategorien von Saas-Lösungen: Kommunikation & Zusammenarbeit, Customer Relationship Management (CRM) und Enterprise Resource Planning (ERP).

Aufgrund unserer Marktstudien sowie Umfragen stellen wir fest, dass bei via SaaS bereitgestellten Lösungen für Kommunikation (E-Mail-Systeme, Video- und Audiokonferenzen, Telefonie sowie Echtzeitnachrichten) und der Zusammenarbeit (gemeinsames Arbeiten an Dokumenten, Teilen von Informationen sowie Projektverwaltung) das Interesse hoch ist. Diese Systeme bedürfen in der Regel weniger kundenspezifischer Anpassungen und können als Standardlösungen bezogen werden, weshalb sie geradezu prädestiniert sind für die Cloud.

Bereits etabliert: SaaS CRM

Besser Kunden pflegen als Lead-Massen generieren. Mehr Tipps gibt es in unserer dreiteiligen Blogserie. Quelle: Sage

CRM-Systeme helfen Marketing, Vertrieb und Support Kunden zu managen. Mittlerweile gibt es zahlreiche Cloud-Lösungen, z. B. Sage CRM Cloud. Quelle: Sage

Unter den SaaS-Angeboten ebenfalls beliebt sind Lösungen zur Steuerung von Vertrieb, Marketing und Kundenservice (Customer Relationship Management, kurz CRM). Firmen entscheiden sich für eine SaaS-CRM-Lösung, da diese oft schneller einsatzbereit ist als eine Softwarelösung. Zudem schätzen Firmen den meist geringeren Pflegeaufwand einer über ein Rechenzentrum bereitgestellten CRM-Software.

Meiner Erwartung nach werden sich Firmen künftig stärker als bisher für ein SaaS-CRM entscheiden, wenn es ihnen die Cloud-Lösung erleichtert, mobile Endgeräte zu unterstützen.

Eher noch Zukunftsmusik: ERP aus der Cloud

Die Vorteile einer SaaS-CRM-Lösung gelten im Grunde auch für integrierte Business-Applikationen wie ERP-Systeme (Enterprise Resource Planning), also deutlich geringerer Pflegeaufwand und schnelle Bereitstellung. Wie unsere Studie „ERP aus der Cloud“ ergeben hat, versprechen sich Firmen durch ein ERP-System aus der Cloud auch eine leichtere Einbindung ihrer internationalen Standorte. Jedoch ist die Bereitschaft, ein ERP-System aus der Cloud zu beziehen, deutlich geringer ausgeprägt als es bei CRM-Lösungen der Fall ist. Hemmschuh ist hierbei jedoch nicht das Konzept an sich, sondern die Rahmenbedingungen (Sicherheit, Rechtslage und auch die mögliche Abhängigkeit von einem Anbieter).

Noch kann von einem Durchbruch für die ERP-Lösungen aus der Cloud in Deutschland nicht die Rede sein. Wie unsere Studie ergab, sind die Firmen allerdings davon überzeugt, dass ERP aus der Cloud in Zukunft ein fester Bestandteil der IT-Ausstattung sein wird.

Weitere am Markt relevante SaaS-Lösungskategorien sind Finanzbuchhaltung und Lohnabrechnung. Vor allem bei letzterer kommt der Vorteil des SaaS-Konzepts der zentralen Bereitstellung und Aktualisierung einer Anwendung zum Tragen, da sich der Nutzer nicht selbst die gesetzlichen Änderungen der Software aufspielen muss.

Wie geht es weiter?

Tendenz steigend: Langfristig werden Firmen auch dazu übergehen, veraltete Anwendungssysteme komplett durch SaaS zu ersetzen, prophezeit Niemann. Quelle: Pixelio.de/S.Hofschläger

Tendenz steigend: Langfristig werden Firmen auch dazu übergehen, veraltete Anwendungssysteme komplett durch SaaS zu ersetzen, prophezeit Niemann. Quelle: Pixelio.de/S.Hofschläger

  • SaaS-Lösungen bieten schon heute eine taugliche Alternative zu lokal installierter Software. Auch gibt es mittlerweile zahlreiche Werkzeuge und Methoden, SaaS-Systeme mit im eigenen Hause betriebenen Applikationen zu integrieren, so dass mangelnde Integrationsfähigkeit kein Ausschlusskriterium für SaaS mehr sein muss.
  • Je mehr ein Unternehmen bereit ist, standardisierte Funktionen zu nutzen, desto besser eignet sich ein SaaS-Angebot. Jedoch sollte nicht vergessen werden, dass auch ein SaaS-System professionell eingeführt werden muss.
  • Das Angebot sowohl an SaaS-Lösungen als auch an entsprechenden IT-Dienstleistungen (Beratung, Integration und Schulung) wird umfangreicher und professioneller werden.
  • SaaS-Lösungen werden mittelfristig eher als Ergänzung zu bestehenden Anwendungen statt als Ersatz für diese genutzt, was beispielsweise auf SaaS CRM zutrifft.
  • Die Unterstützung von mobilen Geräten wird ein wesentliches Argument, das für SaaS-Lösungen spricht.
  • SaaS-Systeme für Kommunikation und Zusammenarbeit werden dagegen Inhouse-Lösungen vielerorts auch ersetzen.
  • Langfristig werden Firmen auch dazu übergehen, veraltete Anwendungssysteme komplett durch SaaS zu ersetzen.

Von Frank Niemann

Über Frank Niemann
Frank Niemann ist seit Januar 2010 Mitglied des PAC-Teams in München. Er ist als Director für den Bereich Software zuständig und leitet PACs Software Research Program für die DACH-Region. Zuvor war er leitender Redakteur bei der Fachzeitschrift Computerwoche mit Schwerpunkt Geschäftsapplikationen.