Beschreibung im Lexikon

Chargenverwaltung

Chargen werden in der Fertigung von Produkten verwendet und bezeichnen bestimmte Teilmengen eines Materials.

Diese Teilmengen wurden dabei unter den gleichen Bedingungen erzeugt, beschafft, hergestellt oder verpackt. Neben einer durchgängigen Artikel- oder Seriennummer kennzeichnet eine Charge (auch Fertigungslos genannt) zusätzlich eine Artikeleinheit als individuell festgelegte Menge an Produkten aus einem gemeinsamen Fertigungsauftrag oder -verfahren. Denn für einen Kunden können je Charge Unterschiede entstehen, weil die Produktionsbedingungen und damit Produktmerkmale leicht voneinander abweichen. Das gilt z. B. bei Tönungen, Brenntönen, Rohstoffen, Farben, Reinheitsgraden, Farbintensitäten oder Mindesthaltbarkeitsdaten. Zu den typischen Chargenartikeln zählen daher Keramikartikel wie Fliesen, Teppichböden, Rohstoffe, Lebensmittel oder Medikamente.

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Zudem müssen die Fertigungsbedingungen für den Kunden, Verbraucher, Lieferanten und das Unternehmen genau nachvollziehbar sein. Mit der Einführung einer Chargennummer lassen sich alle Produkte einer Charge identifizieren. Die Kennzeichnung erfolgt entweder direkt auf den Produkten oder sie wird anderweitig dokumentiert, sodass die Chargennummer in allen Prozessen nachvollziehbar bleibt. Dies bewirkt für die Bestandsführung jedoch häufig einen erheblichen Mehraufwand.

Die Chargenverwaltung ermöglicht es, verschiedene Produktionseinheiten in der Warenwirtschaft getrennt innerhalb eines Artikelbestands zu führen, um bestimmte Bezugs- oder Herstellungsparameter voneinander zu unterscheiden. Mit der Chargenverwaltung lassen sich ähnliche, meist nicht zählbare Artikel verwalten, was beispielsweise Lebensmittel, Arzneimittel oder Medizinprodukte betrifft. Bei Lebensmitteln wird dabei einer Charge ein Mindesthaltbarkeitsdatum zugeordnet. In der Produktion dient die Chargenverwaltung vor allem der Überwachung und Qualitätssicherung. Zudem kann sie die Prozess-Sicherheit verbessern. Hierzu kommen bei chargenpflichtigen Produkten Rückstellmuster zum Einsatz, sodass die gesamte Lieferkette von der Produktion bis zum Händler und Endverbraucher nachvollziehbar bleibt. Zum einen wird die Chargennummer bei allen Lagerbewegungen mitgeführt: beim Wareneingang und Versand an den Kunden; zum anderen enthält eine Charge weitere Merkmale wie das Wareneingangs- oder Mindesthaltbarkeitsdatum.

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