Beschreibung im Lexikon

Inflation

Inflation als Folge der Preissteigerungs-Spirale

Eine Inflation liegt vor, wenn das Preisniveau anhaltend steigt. Da Volkswirtschaften ein stetiges Wachstum anstreben, kommt es häufiger zu kurzfristigen Phasen mit steigenden Preisen. In den meisten Volkswirtschaften liegt daher eine kontinuierliche leichte Inflation, eine sogenannte schleichende Inflation, vor. Inflationsraten zwischen drei und fünf Prozent sind kurzfristig nicht schädlich für eine Volkswirtschaft. Anders verhält es sich, wenn sich diese Werte über einen langen Zeitraum von zehn Jahren und mehr wiederholen. Durch die lange Dauer führt dann auch eine schleichende Inflation zu einem spürbaren Wertverlust des Geldes. Insbesondere in Zeiten einer hohen Staatsverschuldung bringt eine geringe Inflationsrate sogar Vorteile mit sich, denn mit dem sinkenden Geldwert reduzieren sich ebenfalls die Schulden.

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Ab wann liegt eine Inflation vor und wer stellt es fest?

Es liegt dann eine Inflation vor, wenn die Preise kontinuierlich minimal steigen. Bei einer Inflationsrate von einem Prozent besteht bereits eine Inflation. Die Bestimmung der Inflationsrate ist eine Aufgabe des Statistischen Bundesamtes. Die Statistiker messen die Preissteigerung anhand des Verbraucherpreisindexes in jedem Monat. Um die Werte über eine lange Zeit vergleichen zu können, legt das Statistische Bundesamt traditionell den Warenkorb zugrunde. Er enthält typische Güter und Dienstleistungen eines durchschnittlichen Haushalts mit 2,3 Personen und spiegelt so die Lebenshaltungskosten wider. Der Warenkorb wird einmal im Monat zusammengestellt und zeigt dann die Preisveränderungen gegenüber dem Vormonat oder einem länger zurückliegenden Zeitpunkt. Da es bei einigen Produkten im Laufe der Jahre zu einer deutlichen Qualitätssteigerung kommt, erfolgt die Berechnung seit 2002 nach der hedonischen Preisbereinigung: Sie berücksichtigt das Qualitätskriterium insbesondere für moderne Technikprodukte. Kritiker dieser Ermittlungsmethode bemängeln, dass Qualitätsverschlechterungen ebenso wenig berücksichtigt werden wie ein verändertes Konsumverhalten.

Wann wird eine Inflation gefährlich?

Gefährlich für die Mitglieder einer Volkswirtschaft wird eine Inflation, wenn sie Werte deutlich über fünf Prozent annimmt. Sind die Preissteigerungen für Verbraucher merklich spürbar, neigen sie dazu, ihre Ersparnisse auszugeben. Geplante Käufe werden vorgezogen, um weiteren Preissteigerungen zuvorzukommen. In dieser Situation nimmt die Preissteigerungs-Spirale an Geschwindigkeit zu und entwickelt sich von ganz allein zu höheren Werten. Wirklich gefährlich ist eine galoppierende Inflation oder Hyperinflation. Sie geht mit Preissteigerungen von 50 Prozent und mehr im Monat einher. Verbraucher, Unternehmen und Staat leiden unter den extrem steigenden Preisen, da ihr Geld rasant an Wert verliert. Sparer und Geldanleger sind die deutlichen Verlierer einer Inflation, denn ihre Kapitalanlagen können plötzlich wertlos sein. Wer sein Kapital in Sachwerten wie Immobilien oder Gold anlegt, benötigt lediglich etwas Geduld. Auf eine Inflation folgt eine neue Phase mit stabilen Preisen, sodass Sachwerte dann ihren Wert behalten. Schuldner profitieren von einer Hyperinflation, schließlich verlieren neben dem Geld auch ihre Schulden an Wert, während der Sachwert, der diesen gegenüberstehend, erhalten bleibt.

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