Beschreibung im Lexikon

Inventar

Inventar – Vermögen und Schulden eines Unternehmens

Bei einer Inventur ermittelt ein Unternehmen das Inventar. In dessen Verzeichnis werden Vermögensgegenstände und Schulden aufgelistet. Es muss zum Ende eines jeden Geschäftsjahres erstellt werden, da es als Basis für den ordnungsgemäßen Jahresabschluss dient. Im Gegensatz zur kurzen Darstellung in der Bilanz handelt es sich beim Inventar um eine detaillierte Aufstellung der einzelnen Positionen. Die Pflicht zu dessen Aufnahme zu einem bestimmten Zeitpunkt ergibt sich aus § 240 Handelsgesetzbuch.

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Aufbau des Inventars

Es besteht aus den Bereichen

  • Vermögen
  • Schulden
  • Eigenkapital, Reinvermögen
  • Das Vermögen wird nach steigender Liquidität geordnet, d. h., kurzfristig
  • verfügbare Mittel befinden sich im unteren Teil des Verzeichnisses. Die Gliederung
  • des Vermögens im Überblick:
  • Anlagevermögen, bestehend aus Grundstücken und Gebäuden, technischen Anlagen,
  • Fuhrpark sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung
  • Umlaufvermögen, bestehend aus Rohstoffen, Hilfsstoffen, Betriebsstoffen,
  • unfertigen Erzeugnissen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen,
  • Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten
  • Auch die Schulden sind nach der Liquidität angeordnet:
  • Langfristige Schulden, bestehend aus Hypothekendarlehen und Darlehen bei
  • Kreditinstituten
  • Kurzfristige Schulden, bestehend aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
  • Leistungen

Das Reinvermögen ergibt sich aus der Summe des Vermögens abzüglich der Summe der Schulden.

Die Erstellung des Inventars

Der Begriff leitet sich dem lateinischen Wort „inventarium“ ab, das als juristisches Fachwort bereits im 15. und 16. Jahrhundert Verwendung fand. Bei der Inventur handelt es sich um eine Bestandsaufnahme in einem Verzeichnis, die durch Zählen, Messen oder Wiegen erfolgt. Bei Vermögenswerten wie Grundstücken ist die körperliche Bestandsaufnahme nicht möglich, daher verwenden Unternehmen in diesen Fällen Angaben aus der Buchhaltung. Werden die Bestände aus buchhalterischen Aufzeichnungen ermittelt, handelt es sich um eine Buch- oder Anlageninventur. Auch Depot- oder Aktienbestände werden im Rahmen einer Buchinventur als Inventar erfasst.

Nach den Vorgaben des Handelsgesetzbuchs muss die Inventur erfolgen, wenn

  • ein Geschäftsjahr endet oder beginnt oder
  • ein Geschäft übernommen wird.

Es gilt eine Aufbewahrungsfrist von zehn Jahren.

Unterschied des Inventars zur Bilanz

Die Bilanz zeigt die Mittelverwendung und die Mittelherkunft in einem Unternehmen in Kurzform. Die Bilanzerstellung erfolgt in Kontenform und enthält nur Wertangaben. Dabei werden gleichartige Positionen zu größeren Gruppen zusammengefasst. Im Gegensatz dazu wird das Inventar in Form einer Staffel erstellt, die Mengen und Wertangaben enthält. Einzelne Positionen fassen die Unternehmen hier nicht zusammen, Vermögen und Schulden werden einzeln genannt. Abhängig von der Unternehmensform ist die Veröffentlichung der Bilanz verpflichtend, das Inventar hingegen müssen die Unternehmen nicht öffentlich machen. Bei der Bilanz handelt es sich also um eine Kurzzusammenfassung des Inventars.

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