Beschreibung im Lexikon

Liquidität

Liquidität – die Definition

Der Begriff Liquidität stellt ein Urteil über die Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens dar. Ist ein Betrieb liquide, verfügt er über ausreichende Mittel, um seinen laufenden Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Dabei gelten Bankguthaben und Barguthaben als liquides Vermögen, das sich unmittelbar für den Ausgleich von Verbindlichkeiten nutzen lässt. Ist die Liquidität eines Unternehmens dauerhaft nicht gegeben und lässt sich kurzfristig auch nicht wiederherstellen, liegt eine Insolvenz vor. Diese führt regelmäßig zur Beendigung der Unternehmenstätigkeit in bisheriger Form und zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens unter der Leitung eines Insolvenzverwalters.

Die Bedeutung der Liquidität

Geschäftspartner, wie zum Beispiel die kreditgebenden Banken oder Lieferanten und Dienstleister, achten auf die Liquidität eines Unternehmens. Nur wenn sie diese als gegeben ansehen, stellen sie dem Unternehmen Kredite zur Verfügung oder räumen eine Kontokorrentlinie zum laufenden Girokonto ein beziehungsweise liefern auf Rechnung. Dann erscheint das Risiko gering, dass ihr Kunde seinen Zahlungsverpflichtungen nicht ordnungsgemäß nachkommt. Aus diesem Grund führen Kreditinstitute und Lieferanten regelmäßig Bonitätsprüfungen durch, um wichtige Anhaltspunkte für die Liquidität neuer Kunden zu gewinnen.

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Die Messung der Liquidität

Bei der Untersuchung der Zahlungsfähigkeit kommt es auf die künftige Liquidität eines Unternehmens an. Doch Daten über die Fähigkeit eines Unternehmens, in den kommenden Wochen, Monaten und Jahren alle Verpflichtungen fristgemäß zu bedienen, stehen externen Dritten in der Regel nicht zur Verfügung. Unternehmensintern erfolgen derartige Berechnungen in Form von Finanzplänen, die unterschiedliche Zeiträume abdecken. Sie informieren die Geschäftsleitung über mögliche finanzielle Engpässe, die durch eine Erhöhung der Einnahmen oder eine Verringerung der Ausgaben zu beseitigen sind. Bei der Planung der Liquidität berücksichtigen Verantwortliche immer ein Sicherheitspolster als Reserve. Dies steht zur Verfügung, wenn es zu schwierigen finanziellen Situationen kommt, wie zum Beispiel durch unerwartete Ausgaben oder die Insolvenz eines größeren Kunden.

Die Analyse der Liquidität mithilfe von Kennzahlen

Für externe Interessenten, wie Banken und wichtige Lieferanten, liefert die Bilanz aussagekräftige Liquiditätsdaten. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass sich diese Informationen stets auf die Vergangenheit beziehen, denn die Handelsbilanz bildet als Teil des Jahresabschlusses die finanzielle Situation des Unternehmens zum Ende des letzten Geschäftsjahres am Bilanzstichtag ab.

Aus der Bilanz lassen sich durch einfache Rechenoperationen verschiedene Liquiditätskennzahlen ableiten. Die Liquidität ersten Grades, für die auch die Bezeichnung Cash Ratio üblich ist, ergibt sich aus der Division der flüssigen Mittel durch die kurzfristigen Verbindlichkeiten. Für die Ermittlung der Liquidität zweiten Grades erfolgt die Teilung der Summe aus flüssigen Mitteln, kurzfristigen Forderungen sowie den Wertpapieren des Umlaufvermögens durch die kurzfristigen Verbindlichkeiten. Die Liquidität dritten Grades lässt sich durch das Dividieren des Betrages, der sich aus der Addition von flüssigen Mitteln, kurzfristigen Forderungen, Wertpapieren des Umlaufvermögens sowie der Vorräte ergibt, durch die kurzfristigen Verbindlichkeiten berechnen. Die Liquidität fällt bei allen drei Kennzahlen umso besser aus, je höher der Wert ist.

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