Forderung

Eine Forderung ist ein Kredit

Grundsätzlich ist eine Forderung ein Anspruch gegen eine andere Person. Der Anspruch kann sich auf eine bestimmte Handlung beziehen oder auf eine Geldleistung. In der Betriebswirtschaft bezieht sich eine Forderung auf die Bezahlung eines Geldbetrags. Meist handelt es sich dabei um offene Rechnungen aus Warenlieferungen, Dienstleistungen oder Handwerkerleistungen. Aber auch die Rückzahlung eines Kredits ist eine Forderung. An Forderungen sind zwei Personen beteiligt, der Schuldner und der Gläubiger. Der Gläubiger hat seine Leistung bereits erbracht. Er hat Waren geliefert, eine Reparatur ausgeführt oder eine Dienstleistung für den Schuldner übernommen. Der Schuldner schuldet seine Verpflichtung aus dem Vertrag jedoch noch. Er hat also seine Rechnung noch nicht bezahlt. Im Fall eines Kredits ist die Bank der Gläubiger und der Kreditnehmer ist Schuldner. Im Wirtschaftsleben ist es üblich, Waren und Leistungen gegen Rechnung zu erbringen. Zur Bezahlung der Rechnung hat der Schuldner in der Regel zwei Wochen Zeit. Manche Lieferanten oder Handwerker räumen ihren Kunden längere Zahlungsziele von vier Wochen oder sogar mehreren Monaten ein. Da der Gläubiger mit seiner Leistung in Vorlage geht, ist eine Forderung eine besondere Form des Kredits.

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Auswirkungen der Forderung in der Bilanz

Forderungen wirken sich auf die Gewinn-und-Verlust-Rechnung und auf die Bilanz aus. Nach dem Handelsgesetzbuch gelten sie als Vermögenswerte des Umlaufvermögens und sind daher auf der Aktivseite der Bilanz auszuweisen. Die gesetzlich vorgeschriebene Bilanzposition trägt die Bezeichnung Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Weitere mögliche Bilanzpositionen sind

  • Forderungen gegen Unternehmen mit einem Beteiligungsverhältnis
  • Forderungen gegen verbundene Unternehmen
  • Sonstige Vermögensgegenstände

Problematisch kann bei der Bilanzierung die Bestimmung des Forderungswertes sein. Das trifft insbesondere bei außenwirtschaftlichen Beziehungen zu. Der Wert von Forderungen gegen Kunden aus einem nicht zum Euro-Raum zählenden Wirtschaftsraum unterliegt Währungsschwankungen. Er kann sich daher bis zur Bezahlung der Rechnung verändern. Auf nationaler Ebene schreibt das Handelsgesetzbuch die Bewertung einer Forderung mit dem vereinbarten Betrag oder Rückzahlungsbetrag vor. Insbesondere bei Forderungen, die über einen längeren Zeitraum bestehen, kann sich durch die Inflation der tatsächliche Wert verändern. Das trifft zum Beispiel bei langfristigen Krediten zu, aber auch bei Forderungen, die aufgrund längerer Zahlungsunfähigkeit des Kunden erst nach einem größeren Zeitraum beglichen werden. In diesem Fall besteht die Möglichkeit, im Rahmen des Vorsichtsprinzips einen niedrigeren Wert anzusetzen.

Forderung – Risiko minimieren

Das Risiko eines Forderungsausfalls oder einer Verringerung von Forderungsbeträgen bis zur Bezahlung oder Rückzahlung ist für viele Unternehmen groß. Insbesondere kleine und mittelständische Handwerksbetriebe und Versandhandelsgeschäfte leiden teilweise unter der schlechten Zahlungsmoral ihrer Kunden. Um dieses Risiko zu reduzieren, besteht die Möglichkeit, einen Forderungsausfall mit einer Kreditversicherung abzusichern. Ein regelmäßiger Überblick über die Höhe der Forderungen ist mit einer Buchführungssoftware möglich, die diese Position selbstständig überwacht. Versand- und Online-Geschäfte können spezielle Bezahlsysteme nutzen, um sich vor Forderungsausfällen zu schützen. Ein lückenloses Forderungsmanagement ist zudem eine wichtige Voraussetzung, um die Forderungen im Blick zu behalten und notfalls im Mahnverfahren einziehen zu können.