Beschreibung im Lexikon

Bilanz

Bilanz – was ist das?

Die Bilanz stellt Vermögen und Kapital eines Unternehmens gegenüber. Das Vermögen befindet sich auf der Aktivseite der Bilanz, auf der Passivseite zeigt die Bilanz das Kapital. Die beiden Bilanzseiten müssen ausgeglichen sein und sind nach dem Prinzip einer Waage aufgebaut. Die Bilanzierung erfolgt zu einem bestimmten Stichtag. Grundlage der Erstellung ist das Inventar.

1. Was ist die Bilanz?
2. Was zeigt die Passivseite der Bilanz?
3. Was zeigt die Aktivseite der Bilanz?
4. Was ist die Grundlage für die Erstellung einer Bilanz?
5. Was sind die Anforderungen an eine Bilanzierung laut HGB?
6. Welche Rechtsformen von Unternehmen müssen eine Bilanz erstellen?
7. Was unterscheidet die Gliederung der Bilanz bei kleinen und großen Kapitalgesellschaften?

1. Was ist die Bilanz?

Die Bilanz ist ein wichtiger Finanzbericht, der einen Überblick über die finanzielle Situation eines Unternehmens zu einem bestimmten Zeitpunkt gibt. Sie ist in zwei Teile unterteilt: die Aktivseite und die Passivseite. Beide Teile enthalten wichtige Informationen über das Unternehmen. Die Aktivseite der Bilanz listet alle Vermögenswerte des Unternehmens auf, die es zur Verfügung hat, um seine Geschäfte durchzuführen. Dazu gehören sowohl das Anlagevermögen wie zum Beispiel Immobilien, Maschinen und Patente, die langfristig genutzt werden und Einkommen generieren, als auch das Umlaufvermögen, wie zum Beispiel Lagerbestände, Forderungen und Kasse, die kurzfristig genutzt werden und dazu dienen, den laufenden Betrieb zu finanzieren.

Die Passivseite der Bilanz listet die Verbindlichkeiten und das Eigenkapital des Unternehmens auf. Verbindlichkeiten sind Schulden, die das Unternehmen gegenüber anderen hat, wie zum Beispiel langfristige Kredite, Anleihen oder kurzfristige Verbindlichkeiten wie Lieferantenrechnungen, Steuern und andere Verpflichtungen. Das Eigenkapital repräsentiert die Finanzierungsquellen des Unternehmens, die nicht in Form von Schulden finanziert sind, sondern durch Eigenmittel wie zum Beispiel Aktienkapital, Gewinnrücklagen oder Einlagen von Gesellschaftern. Eine Bilanz ermöglicht es, Vermögen und Schulden zu einem bestimmten Zeitpunkt zu vergleichen und gibt Aufschluss über die Finanzstruktur des Unternehmens. Es ist wichtig zu beachten, dass die Aktiv- und Passivseite der Bilanz in sich ausgeglichen sein müssen und das Vermögen dem Kapital entsprechen muss. Bilanzen sind auch für Investoren, Kreditgeber und andere Finanzdienstleister von großer Bedeutung, da sie Einblick in die Finanzlage des Unternehmens und dessen Fähigkeit, seine Verbindlichkeiten zu begleichen, geben.

2. Was zeigt die Passivseite der Bilanz?

Die Passivseite (Passiva) der Bilanz zeigt das Kapital eines Unternehmens zu einem bestimmten Stichtag auf.
Die einzelnen Positionen der Passiva unterteilen sich in

  • Eigenkapital
  • Rückstellungen
  • Verbindlichkeiten/Fremdkapital

Das Kapital beinhaltet sowohl die Verbindlichkeiten, die das Unternehmen hat, als auch das Eigenkapital, das dem Unternehmen gehört.

Verbindlichkeiten beziehen sich auf die Schulden, die das Unternehmen gegenüber anderen hat, wie beispielsweise langfristige Kredite, Anleihen, aber auch kurzfristige Verbindlichkeiten wie Lieferantenrechnungen, Steuern und andere Verpflichtungen. Das Eigenkapital repräsentiert die Finanzierungsquellen des Unternehmens, die nicht in Form von Schulden finanziert sind, sondern durch Eigenmittel, wie zum Beispiel Aktienkapital, Rückstellungen oder Einlagen von Gesellschaftern.

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3. Was zeigt die Aktivseite der Bilanz?

Die Aktivseite (Aktiva) der Bilanz zeigt das Vermögen eines Unternehmens. Es listet die Vermögenswerte des Unternehmens auf, die zur Verfügung stehen, um Verbindlichkeiten zu begleichen. Diese Vermögenswerte werden in verschiedene Kategorien unterteilt, wie Anlagevermögen und Umlaufvermögen.

Das Anlagevermögen umfasst langfristige Investitionen, wie Gebäude, Maschinen und Equipment, die für den Betrieb des Unternehmens unerlässlich sind. Das Umlaufvermögen umfasst hingegen Vermögenswerte, die innerhalb eines Jahres oder weniger verwertet werden, wie beispielsweise Rohstoffe, Fertigprodukte und Forderungen.

Die Aktivseite der Bilanz ist grundsätzlich nach der Liquidität geordnet, das heißt zuerst werden die Vermögenswerte aufgelistet, die am schnellsten umgewandelt werden können und danach die, die länger dazu benötigen, dies ist in der Regel das Umlaufvermögen gefolgt von dem Anlagevermögen. Es ist wichtig zu beachten das die Art der Gliederung und die Bezeichnung der Positionen in der Bilanz je nach Unternehmen und Land variieren kann.

Die Positionen im Überblick:

  • Anlagevermögen
  • Umlaufvermögen
  • Warenvorräte
  • Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
  • Liquide Mittel

4. Was ist die Grundlage für die Erstellung einer Bilanz?

Die Grundlage für die Erstellung einer Bilanz ist das Inventar. Dies ist eine systematische Aufzeichnung aller Vermögensgegenstände, Schulden und Forderungen eines Unternehmens zu einem bestimmten Stichtag. Es beinhaltet sowohl das Anlagevermögen wie zum Beispiel Gebäude, Maschinen, Patente und Anlageimmobilien, als auch das Umlaufvermögen, wie zum Beispiel Lagerbestände, Forderungen und Kasse. Auch die Verbindlichkeiten, wie zum Beispiel Kredite, Anleihen und Lieferantenrechnungen sowie das Eigenkapital, wie zum Beispiel Aktienkapital, Gewinnrücklagen und Einlagen von Gesellschaftern werden in Inventar aufgenommen.

Es dient auch als Quelle für die Aufstellung von Jahresabschlüssen und ermöglicht es dem Unternehmen, seine finanzielle Lage zu überwachen und zu analysieren. Auf Basis des Inventars wird die Bilanz erstellt, das heißt es wird die Vermögens- und Finanzlage des Unternehmens zusammengefasst und dargestellt. Es gewährleistet auch, dass die Bilanz ausgeglichen ist und dass die Aktivseite die Mittel und Ressourcen des Unternehmens widerspiegelt und die Passivseite die Forderungen und Verbindlichkeiten des Unternehmens repräsentiert.

5. Was sind die Anforderungen an eine Bilanzierung laut HGB?

Das Handelsgesetzbuch (HGB) regelt die Bilanzierungspflicht für Kaufleute mit der sogenannten Pflicht zur Aufstellung. Nach § 242 HGB hat ein Kaufmann zum Beginn des Handelsgewerbes und zum Schluss des Geschäftsjahres das Verhältnis seines Vermögens und seiner Schulden darzustellen. Das bedeutet, dass er eine Bilanz erstellen muss, um die Finanzlage seines Unternehmens zu präsentieren.

Es gibt jedoch Ausnahmen von dieser Pflicht, Kaufleute, die bestimmte Umsatzhöhen und Gewinnhöhen im Wirtschaftsjahr nicht erreichen, unterliegen nicht der Bilanzierungspflicht. Seit dem 1.1.2016 gelten folgende Grenzen:

  • Gewinne unterhalb von 60.000 Euro
  • Umsätze im Wirtschaftsjahr unterhalb von 600.000 Euro


Kaufleute, die mit ihren Gewinnen bzw. Umsätzen unterhalb dieser Grenzen liegen, sind nicht zur Bilanzierung verpflichtet. Unternehmen bestimmter Rechtsformen sind bilanzierungspflichtig. Dazu zählen:

  • Personenhandelsgesellschaften
  • Beschränkt haftende Gesellschaftsformen


Es gibt jedoch Unternehmen bestimmter Rechtsformen, die Bilanzierungspflichtig sind, dazu zählen z. B. Personenhandelsgesellschaften und beschränkt haftende Gesellschaftsformen. Diese Unternehmen müssen eine Bilanz erstellen, unabhängig von ihrem Umsatz oder ihrem Gewinn.

6. Welche Rechtsformen von Unternehmen müssen eine Bilanz erstellen?

In Deutschland sind Unternehmen bestimmter Rechtsformen verpflichtet, eine Bilanz zu erstellen. Dazu gehören insbesondere Personenhandelsgesellschaften wie die GbR, OHG, KG und die beschränkt haftenden Gesellschaften wie die GmbH und die UG (haftungsbeschränkt). Diese Unternehmen müssen regelmäßig eine Bilanz erstellen, unabhängig davon, ob sie Gewinne oder Verluste erwirtschaften oder ob sie einen bestimmten Umsatz erreicht haben.

Kapitalgesellschaften wie die Aktiengesellschaft (AG) und die Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) unterliegen besonderen Anforderungen an die Bilanzierung und müssen ihre Finanzen entsprechend transparent und nachvollziehbar darstellen. Diese Unternehmen müssen jährlich eine Jahresbilanz sowie einen Jahresabschluss erstellen und diese Unterlagen öffentlich zugänglich machen.

Es gibt auch Fälle, in denen Einzelunternehmer, die sich nicht als Personenhandelsgesellschaft oder beschränkt haftende Gesellschaft betrachten, bilanzierungspflichtig sind. Dies kann der Fall sein, wenn sie bestimmte Umsatzhöhen oder Gewinnhöhen erreichen und das Handelsgesetzbuch (HGB) entsprechende Regelungen dazu vorsieht. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Bilanzierungspflicht sich auf die Handelsbilanz bezieht und nicht jede Art von Bilanz diesen Anforderungen entspricht.

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7. Was unterscheidet die Gliederung der Bilanz bei kleinen und großen Kapitalgesellschaften?

Die Gliederung der Bilanz bei kleinen und großen Kapitalgesellschaften unterscheidet sich in erster Linie in Bezug auf die Anforderungen an die Detailliertheit und die Art der dargestellten Informationen. Große und mittelständische Unternehmen sind gemäß § 264 des Handelsgesetzbuchs (HGB) verpflichtet, eine ausführliche und detaillierte Bilanz zu erstellen, die eine detaillierte Darstellung der Vermögens- und Finanzlage des Unternehmens enthält. Diese Bilanzgliederung ist in der Regel in verschiedene Abschnitte unterteilt, wie z. B. Anlagevermögen, Umlaufvermögen, kurzfristige Verbindlichkeiten, Eigenkapital und langfristige Verbindlichkeiten. Diese Abschnitte enthalten spezifische Angaben über die einzelnen Vermögenspositionen, Finanzierungsquellen und Verbindlichkeiten des Unternehmens.

Im Gegensatz dazu haben kleine Kapitalgesellschaften gemäß § 267 HGB die Möglichkeit, von einigen der Anforderungen an die Detailliertheit und Angaben in der Bilanz befreit zu werden und stattdessen eine vereinfachte Bilanz erstellen zu dürfen. Diese Vereinfachungen können beispielsweise die Befreiung von der Pflicht umfassen, bestimmte Vermögenspositionen in der Bilanz aufzulisten oder bestimmte Angaben in der Bilanz darzustellen.

Es besteht jedoch immer noch die Pflicht, eine ordnungsgemäße und vollständige Darstellung der Vermögens- und Finanzlage des Unternehmens zu geben, um eine tragfähige und verlässliche Finanzaufstellung zu gewährleisten. Diese vereinfachte Bilanzgliederung ist in der Regel einfacher und übersichtlicher gehalten, um es kleineren Unternehmen zu ermöglichen, ihre Finanzen einfacher und effizienter zu verwalten. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Vereinfachungen in der Bilanzgliederung nicht zulassen, wichtige Informationen zu verschleiern oder zu verbergen. Eine vereinfachte Bilanz sollte immer noch ein klares und vollständiges Bild der finanziellen Situation des Unternehmens liefern, um Investoren, Kreditgebern und anderen Finanzdienstleistern eine solide Grundlage für ihre Entscheidungen zu geben.

Es ist auch wichtig zu beachten, dass bestimmte Branchen oder Geschäftsmodelle, die auf spezielle Finanzierungsbedürfnisse angewiesen sind, von der Möglichkeit der vereinfachten Bilanzierung ausgeschlossen sein können. Es ist daher wichtig, die relevanten Regelungen und Anforderungen sorgfältig zu prüfen, um sicherzustellen, dass die Bilanzierungsregeln ordnungsgemäß und vollständig eingehalten werden.

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