Bilanz

Bilanz – was ist das?

Die Bilanz stellt Vermögen und Kapital eines Unternehmens gegenüber. Das Vermögen befindet sich auf der Aktivseite der Bilanz, auf der Passivseite zeigt die Bilanz das Kapital. Die beiden Bilanzseiten müssen ausgeglichen sein und sind nach dem Prinzip einer Waage aufgebaut. Die Bilanzierung erfolgt zu einem bestimmten Stichtag. Grundlage der Erstellung ist das Inventar.

Die Bezeichnung Bilanz leitet sich vom italienischen Wort „bilancia“ für Waage ab. Das Prinzip der Buchführung, wie es noch heute Anwendung findet, geht zurück bis ins Jahr 1340, als in der italienischen Stadt Genua erstmals die doppelte Buchführung angewendet wurde. Die Erfassung von Warenkonten und Warenbestand regelt ein vom venezianischen Mönch im Jahr 1426 verfasstes Lehrbuch. Diese Methode wird bei der Buchhaltung heute noch angewendet.

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Bilanzierungspflicht nach HGB

Das Handelsgesetzbuch regelt die Bilanzierungspflicht für Kaufleute mit der sogenannten Pflicht zur Aufstellung. Nach § 242 HGB hat ein Kaufmann zum Beginn des Handelsgewerbes und zum Schluss des Geschäftsjahres das Verhältnis seines Vermögens und seiner Schulden darzustellen. Nicht jeder Kaufmann muss automatisch eine Bilanz erstellen. Seit dem 1.1.2016 gelten folgende Grenzen:

  • Gewinne im Wirtschaftsjahr unterhalb von 60.000 Euro
  • Umsätze im Wirtschaftsjahr unterhalb von 600.000 Euro

Kaufleute, die mit ihren Gewinnen bzw. Umsätzen unterhalb dieser Grenzen liegen, sind nicht zur Bilanzierung verpflichtet. Unternehmen bestimmter Rechtsformen sind bilanzierungspflichtig. Dazu zählen

  • Personenhandelsgesellschaften
  • Beschränkt haftende Gesellschaftsformen

Die Bilanzgliederung ergibt sich aus der Unternehmensgröße und der Rechtsform. Besondere Vorschriften bei der Bilanzerstellung gibt es für Kapitalgesellschaften, dabei wird zwischen kleinen Kapitalgesellschaften sowie großen und mittleren Gesellschaften unterschieden. Genaueres regelt § 267 HGB. Für Einzelkaufleute gibt es keine besonderen Gliederungsvorschriften.

Die Aktivseite der Bilanz

Auf der Aktivseite der Bilanz ist das Vermögen des Unternehmens dargestellt. Hier ist zu erkennen, wofür die Unternehmen ihre Mittel verwenden. Dabei wird zwischen dem Anlage- und dem Umlaufvermögen unterschieden. Die Gliederung der einzelnen Positionen regelt § 266 HGB. Auf der Aktiva-Seite werden die Positionen nach der Liquidität geordnet: Zunächst wird das Anlagevermögen aufgelistet, danach folgt das Umlaufvermögen. Beim Anlagevermögen handelt es sich um Gegenstände, die dem dauernden Geschäftsbetrieb dienen. Das Umlaufvermögen beinhaltet Positionen, die nur vorübergehend im Unternehmen vorhanden sind. Die Positionen im Überblick:

  • Anlagevermögen
  • Umlaufvermögen
  • Warenvorräte
  • Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
  • Liquide Mittel

Die Passivseite der Bilanz

Aus der Passivseite der Bilanz ergibt sich das Kapital des Unternehmens – die Mittelherkunft ist erkennbar. Die einzelnen Positionen der Passiva unterteilen sich in

Die Mittel werden nach absteigender Fälligkeit geordnet. Aktiv- und Passivseite der Bilanz müssen stets die gleich Summe ausweisen, die Summe wird als Bilanzsumme bezeichnet. Gerade kleinere Unternehmen, Freiberufler oder Selbstständige erledigen ihre Buchhaltung und die Bilanzierung mit einer entsprechenden Bilanz-Software in der Regel schnell und unkompliziert selbst.