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#SageNachfolgePlaner Podcast-Folge 6: Redet viel und über alles: Wie die familieninterne Nachfolge bei Hermannsen-Concept gelingt.

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Nicht selten scheitert der Fortbestand eines Unternehmens an der erfolglosen Suche von Senior-Chefs nach geeigneten internen oder externen Nachfolgern. Das liegt zum einen an der demographischen Situation in Deutschland: Die Zahl älterer Unternehmer, die sich dem Ruhestandsalter nähern, hat sich seit 2002 verdoppelt. Die Zahl jüngerer Unternehmer hat sich hingegen halbiert. Zum anderen ist es oft die mangelnde oder falsche Kommunikation zwischen den Beteiligten, die den Übergabeprozess ins Stocken geraten lässt. Besonders bei familieninternen Nachfolgen kommt es häufig zu Konflikten, deren Behebung langwierig und mühsam sein kann. Denn Berufliches und Privates zu trennen ist schwer. So können sich zum Tagesgeschäft oft alte unausgesprochene Konflikte mischen.

Eine gute, offene und transparente Kommunikation ist ein Grundstein für eine funktionierende Unternehmensübergabe. Gerade in der familieninternen Nachfolge. Uwe Hermannsen und Ben Dinklage von Hermannsen-Concept, einem Weiterbildungsinstitut für Führungskräfte, wissen das. Sie befinden sich mitten im Übergabeprozess, in dem sich der geschäftsführende Inhaber Uwe Hermannsen nach und nach aus dem operativen Geschäft zurückziehen möchte und seinem 28-jährigen Sohn die Führung überlässt.

Kommunikation und Vertrauen sind Voraussetzung für die Übergabe

„Jeder Unternehmer muss sich zwangsläufig irgendwann mit der Nachfolge auseinandersetzen – besser früher als zu spät“, so Uwe Hermannsen. Er leitet sein Unternehmen seit 2008 mit Herzblut und gibt selbst Seminare in Rhetorik und Kommunikation, Verhandlung & Konfliktmanagement und modernen Führungskompetenzen.  Er weiß, dass eine Übergabe seine Zeit braucht. Für ihn war schnell klar: „Nur meinem Sohn kann ich zu 100 Prozent vertrauen.“

Seit Juni 2019 ist Ben Dinklage im Unternehmen tätig und arbeitet sich nach und nach in die verschiedenen Bereiche ein. Der studierte Betriebswirt sieht das Vertrauen, das sein Vater in ihn hat, als große Chance auf berufliche Entfaltung. „Redet viel und über alles. Vertraut einander und habt Spaß“, so seine Tipps an alle Beteiligten einer Nachfolge. Dass er und sein Vater ein sehr gutes Verhältnis sowohl im Arbeitsumfeld als auch im Privaten haben, erleichtert den Prozess der Unternehmensnachfolge. Doch eine Herausforderung ist es trotzdem, in die Fußstapfen des Vaters zu treten.

Personal Branding für Nachfolger – Wie hebt man sich vom Vorgänger ab?

Als Nachfolger muss er sowohl seinen Vater als auch das Team von seinen Fähigkeiten überzeugen und eine eigene Handschrift entwickeln. „Ich will mich nicht auf den Lorbeeren meines Vaters ausruhen“, sagt er. Richtiges Personal Branding hilft dabei, sich als Nachfolger erfolgreich zu positionieren. Wer sich online und offline positioniert, seine Meinung äußert und sich mit Branchenexperten austauscht, macht sich sicht- und hörbar. Den Leitsatz seines Vaters, sich durch Persönlichkeit und Verhalten von der Masse abzusetzen, befolgt Ben Dinklage im Moment noch „etwas im Undercover-Bereich.“ Als Business Development Manager kümmert er sich neben Qualitätsmanagement und Kundenbindung vor allem um die Weiterentwicklung der Marke, und will durch gezielte Vernetzung mittel- und langfristig sein eigenes Branding stärken. Denn er teilt die Meinung: „Menschen und Emotionen erregen und binden besser Aufmerksamkeit als Firmen und Produkte.“

Mehr Praxistipps zur Unternehmensnachfolge im Podcast-Interview

Wie Uwe Hermannsen 2008 sein Unternehmen aufgebaut hat, welche Hürden er bis heute bewältigt hat, welche Tipps sein Sohn Ben Dinklage für Nachfolger hat und über welche Themen – von Erbrecht bis private Zukunftsplanung – Sie sich bei der Übergabe darüber hinaus im Klaren sein sollten, hören Sie in der aktuellen Podcast-Folge.