Staffel 1: Mitarbeiter - die Besten finden und binden

Jörg Kundrath Gründer von MINDSET MOVERS | Familienmensch | Anbieter von Führungskräfteentwicklung

Vom Frust zum Flow: Wie Sie Mitarbeiter mit intrinsischer Motivation binden und innere Kündigungen vermeiden

Viele Unternehmen suchen gerade händeringend nach gutem Personal – ein wahres Paradies für jeden Arbeitnehmer. Mit attraktiven Arbeitsangeboten auf dem Arbeitnehmermarkt kann die Fluktuation auch in Ihrem Unternehmen steigen.

Mit erhöhten Kosten, Know-How Verlust und Verunsicherung bei den Teamkollegen bringt eine Kündigung Folgen mit sich. Wie können Führungskräfte und Personaler leistungsstarke Mitarbeiter langfristig behalten?

Weg mit der (inneren) Kündigung!

Je wohler sich Ihre Mitarbeiter im Unternehmen fühlen und sich dort entfalten können, desto höher ist ihre emotionale Bindung an das Unternehmen und desto geringer die Wahrscheinlichkeit einer Kündigung. Laut Gallup Engagement Index 2020 möchten Beschäftige mit einer hohen emotionalen Bindung noch zu 82% in einem Jahr für die Firma arbeiten, bei Beschäftigten mit keiner emotionalen Bindung sieht das ganz anders aus: Hier können sich nur noch 41% vorstellen, in einem Jahr noch für diese Firma zu arbeiten.

Die Zahlen machen deutlich, wie wichtig eine hohe emotionale Bindung an das Unternehmen ist, damit Sie Ihre Leute behalten. Und damit meine ich nicht nur die klassische Kündigung, sondern auch die innere Kündigung, bei der Mitarbeiter wegen

Unzufriedenheit die ehemalige Leistungsbereitschaft deutlich zurückfahren. Ganze 16% der Befragten haben laut Gallup 2019 bereits die innere Kündigung eingereicht und 70% machen nur noch Dienst nach Vorschrift. Gallup errechnete, dass die volkswirtschaftlichen Ausgaben aufgrund innerer Kündigung jährlich bei 96,1 bis 113,9 Milliarden Euro liegen. Zeit, den Ursachen auf den Grund zu gehen und gegenzusteuern!

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Her mit der emotionalen Bindung!

Um die emotionale Bindung zu erhöhen, ist ein Umdenken von Command and Control zu Wertschätzung und Motivation notwendig. Und damit meine ich nicht die externen Motivationsfaktoren wie die beliebten frisch aufgefüllten Obstkörbe zum Wochenbeginn, den Tischkicker im Flur oder auch den Klassiker Geld. All diese externen Motivationsfaktoren funktionieren nur begrenzt. Am besten zeigt dies das folgende Beispiel:

Dein Kind räumt sein Zimmer nicht auf und du „motivierst“ es mit 2 €. Das funktioniert – zumindest für ein paar Wochen. Denn dann lässt es sich nur noch mit 4 € “motivieren”. Du kommst in eine Spirale und weder du noch dein Kind haben eine gute Zeit dabei.

Wenn also Unternehmen versuchen, über Geld zu motivieren, sagen sie implizit: “Meine Mitarbeiter arbeiten nicht gerne, also muss ich ihnen etwas zusätzlich bieten.” Das kann zwar einen kurzen Kick geben, ist aber vor allem sehr schnell wieder verpufft.

Sie können andere nicht motivieren, aber die intrinsische Motivation fördern.

Das Einzige, was nachhaltig funktioniert, ist intrinsische Motivation – die Motivation aus jedem einzelnen Teammitglied heraus. Sie verbessert sowohl die Produktivität als auch die emotionale Bindung und damit sinkt die Wahrscheinlichkeit einer Kündigung.

Wenn die intrinsische Motivation ins Schwanken gerät, haben sich Demotivationsfaktoren eingeschlichen, die wie eine mühsam aufgebaute Mauer zwischen Ihrem Mitarbeiter und seiner intrinsischen Motivation stehen. Das kann das Großraumbüro sein, obwohl der Mitarbeiter eher introvertiert ist und für sich alleine arbeiten möchte. Das kann eine Aufgabe sein, die der Mitarbeiter jede Woche auf seiner Liste hat, die aber so gar nicht zu seinen

Stärken passt. Und es kann auch die Art und Weise sein, wie Sie als Führungskraft mit Ihren Mitarbeitern umgehen – das alles können Demotivationsfaktoren sein und noch viele weitere.

Diese Demotivationsfaktoren sind einer der Hauptgründe für eine (innere) Kündigung, wenn sie über eine längere Zeit unentdeckt bleiben. Um herauszufinden, welche Mauer sich da im Hintergrund aufbaut und der intrinsischen Motivation mächtig im Weg steht, ist Kommunikation gefragt. Vor allem regelmäßige Gespräche der Führungskraft oder Personaler mit jedem einzelnen Teammitglied. Nur so können verschiedene Arten der Demotivation erkannt und gemeinsam gelöst werden.

3 Fragen, um Demotivationsfaktoren zu erkennen

Wenn Sie direkt mit dem Erkennen und Auflösen starten möchten, sind hier 3 Fragen, die für Klarheit sorgen und die Demotivationsfaktoren greifbar machen – wahre Türöffner für ein offenes Gespräch, um gemeinsam Lösungen zu erarbeiten und die intrinsische Motivation zu steigern.

  1. Wie motiviert sind Sie? (1 – 10)
  2. Wie motiviert wären Sie gerne? (1 – 10)
  3. Wenn Antwort (1) kleiner ist als Antwort (2), dann nachhaken.
  4. Wie habe ich dazu beigetragen, dass Sie nicht so motiviert sind, wie Sie es gerne wären?

Wichtig: Hier auf keinen Fall rechtfertigen! Sie können die Punkte erst einmal annehmen, sich ggf. entschuldigen oder weitere Klärungsfragen stellen.

Fazit: Um leistungsstarke Leute zu behalten, muss die emotionale Bindung erhöht und aufrechterhalten werden.

Ein Kernaspekt der emotionalen Bindung ist die intrinsische Motivation jedes einzelnen Teammitglieds. Führungskräfte und Personaler können ihre Mitarbeiter zwar nicht von außen motivieren, aber sie können die intrinsische Motivation fördern, indem sie die Demotivationsfaktoren erkennen und gemeinsam eine Lösung finden.

Tschüss (innere) Kündigung! Hallo intrinsische Motivation!


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*Gallup Engagement Index.