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10 Tipps für den Übergabeprozess: So können Sie sich am besten vom Unternehmen lösen

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Darüber, dass die Unternehmensnachfolge ein wichtiges Thema ist, gibt es kaum Zweifel. Für viele ist es aber ein unbequemes, weil auch sehr emotionales Thema. Das ist absolut verständlich: Wer gibt schon gerne sein Lebenswerk, sein eigenes Baby, in fremde Hände? Auch der Abschied von der erfüllenden, täglichen Aufgabe fällt nicht leicht. Wie bei vielen Problemen, kann das richtige „Mindset“, also eine positive Grundeinstellung zum Thema enorm helfen – und die Erfolgsaussichten verbessern. Um diese Grundeinstellung zu bekommen, braucht es eigentlich nur die richtigen Argumente. Die Unternehmensnachfolge kann in vielen Fällen auch eine Chance für ein neues, besseres Kapitel sein. Diese aktiv mitzugestalten ist der bestmögliche Weg und kann den Übergabeprozess zu einer positiven Erfahrung für alle Beteiligten machen.

Folgende Tipps für den Übergabeprozess werden Ihnen helfen:

  1. Als Chance für Verbesserung sehen

    Die Nachfolge ist die Chance frischen Wind in Ihr Unternehmen zu bringen. Niemand kann mit allen Trends Schritt halten. Ein jüngerer Nachfolger bedeutet nicht, dass Sie zum alten Eisen gehören. Es ist eine Gelegenheit, neue Impulse, neue Perspektiven, neue Lösungsansätze, neue Erfahrung und neues Fachwissen in ihr Unternehmen zu bringen. Vielleicht aus einer Richtung, die eine vielleicht schon länger fällige Modernisierung einfacher machen wird. So machen Sie Gutes noch besser.

  2. Spannende Alternative für Nachfolger

    Für potenzielle Kandidaten ist die Nachfolge ebenfalls attraktiv:  Ihr Unternehmen kann eine spannende Alternative zur Neugründung bedeuten. Warum nicht ein bestehendes Business übernehmen, weiterführen und weiter entwickeln, statt die mühsame Aufbauarbeit durchlaufen zu müssen? Warum nicht von den Leuten, die das Geschäft, Kunden und die Branche schon kennen und Erfahrungen gesammelt haben, profitieren? Mit dieser Starthilfe kann der Nachfolger ins eigene Geschäft sicherer einsteigen, statt alles selbst aufbauen zu müssen.

  3. Den richtigen Nachfolger finden

    Der Erfolg der Übergabe steht und fällt oft mit dem richtigen Kandidaten, der von extern oder intern kommen kann. Das bestätigt Maria Waschina von der HypoVereinsbank: „In der Suche eines geeigneten Nachfolgers, innerhalb oder außerhalb des Unternehmens, liegt die größte Herausforderung. Je größer das Unternehmen, desto einfacher und schneller findet sich in aller Regel ein Nachfolger.“ Eine gute Strategie ist es auf jeden Fall, früh mit der Suche beginnen. Das maximiert die Chancen.

  4. Digitale Transformation anstoßen

    Eine Veränderung, die in vielen Unternehmen dringend ansteht, ist die Digitalisierung. Laut dem Digitalisierungsindex, einer Studie der Deutschen Telekom, gibt es gute Gründe, diesen Trend nicht links liegen zu lassen: Unternehmen, die digital gut aufgestellt sind, machen im Schnitt 35 Prozent mehr Umsatz. Gleichzeitig ist die digitale Transformation auch eine wichtige Zukunftssicherung, denn die Welt verändert sich und wird digital. Nur wer Geschäftsprozesse digital abbilden kann, bleibt im Rennen – auch im globalen Wettbewerb. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass sich in Deutschland viele Branchen noch schwer mit der Transformation tun. Gerade diejenigen, die nicht schon seit Jahren gezwungen waren digitale Services anzubieten, wie etwa Banken die mit Online-Banking digital positioniert sind. Die digitale Transformation ist auch nicht leicht, denn viele Geschäftsprozesse müssen neu gestaltet und überdacht werden.

    Die Übergabe ist eine Chance sich kompetente Beratung ins Haus zu holen. Ein digital gut aufgestellter Nachfolger kann die Weichen in Richtung Digitalisierung stellen und so einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunftssicherung bedeuten. So kann innovative Technik ins Haus kommen, Kompetenzen bei bestehenden Mitarbeitern gefördert und Prozesse effizienter gestaltet werden. Neue digitale Services können mehr Umsatz und Wettbewerbsvorteile bedeuten.

  5. Eigene Expertise im Unternehmen erhalten

    Wenn Sie die Übergabe frühzeitig planen und aktiv mit gestalten erhalten sie möglichst viel von ihrem eigenen Wissen. Finden Sie den richtigen Nachfolger, der gerne bereit ist von ihrer Kompetenz und Erfahrung zu lernen und ihre Vision, sowie die Firmentradition weiterzuführen. So ist die Nachfolgeplanung und aktive Nachfolgeregelung ein Beitrag dafür, dass Ihr Wissen, ihre Erfahrung und ihr persönlicher Management-Stil in ihrem Nachfolger weiterlebt.

  6. Saubere Übergabe ermöglichen

    Eine frühzeitige Planung der Übergabe macht es möglich, sie so geregelt und erfolgreich wie nur möglich zu gestalten. In einer Übergangsphase können Sie mit dem Nachfolger zusammenarbeiten. Sie können ihn auf die notwendigen operativen Aufgaben einlernen und ihn bei Kunden und Geschäftspartnern vorstellen. Die Übergabe wird so zu einer Lernphase, die Schritt für Schritt sich vorarbeitet, bis der Nachfolger sicher auf eigenen Beinen steht. Das ist besser als ein harter Schnitt mit Sprung ins kalte Wasser, der entsprechend viele Risiken mit sich bringt.

  7. Vertrauen schaffen

    Die Übergabe ist für beide Seiten – den Unternehmer und den Nachfolger – nicht einfach. Sich dafür Zeit zu nehmen, sich gegenseitig kennenzulernen und zu profitieren hilft. Die gemeinsame Übergangszeit mit dem Nachfolger schafft auf beiden Seiten Vertrauen und macht den Übergang deutlich einfacher.

  8. Aktive Zukunftssicherung für Unternehmen und Sie selbst

    Sich rechtzeitig um die Übergabe zu kümmern, statt das Thema zu verdrängen, bedeutet aktive Zukunftssicherung für Ihr Unternehmen. Auch für andere Situationen, als die unvermeidliche Unternehmensübergabe aus Altersgründen. Geschäftsführende Eigentümer oder Gesellschafter können auch durch Krankheit oder Unfall plötzlich ausfallen. Steht ein bereits im Thema eingearbeiteter Nachfolger bereit, haben Sie einen Plan B und Ihre Aufgaben können vorübergehend oder länger übernommen werden.
    Auch für Sie selbst bedeutet die gute Planung einen Gewinn an Sicherheit. Nachfolgeregelung bedeutet finanzielle Vorteile zu nutzen und gleichzeitig Schäden zu verhindern. „Sie können sich Ihre Altersabsicherung schaffen, Ihre Bonität verbessern (seit Basel ein Kriterium beim Bankrating), erbschaftssteuerliche Vorteile ausnutzen (z.B.: Begünstigung von Betriebsvermögen) etc.,“ schreibt Thomas Breit, Steuerberater aus Hamburg auf seiner Website.

  9. Mit gutem Gefühl gehen

    Wenn Sie Ihr Unternehmen mit dem richtigen Nachfolger und einer erfolgreich verlaufenen Übergabe in guten Händen wissen, fällt der Übergang leichter. Sie können zufrieden mit dem Kapitel abschließen und sich auf die nächste Lebensphase einstimmen.

  10. Ziele in der neu gewonnenen Zeit setzen

    Spätestens seit Loriot´s Filmkomödie „Pappa ante Portas“ wissen wir, dass der Gang vom Geschäftsleben in den Ruhestand gerade für Führungskräfte und Unternehmer nicht einfach ist. Doch auch hier hilft frühzeitige Planung. Jeder hat Träume, Pläne und Hobbys, die er aufgrund der hohen Anforderungen im Unternehmeralltag zurückstecken mussten.

Im dritten Lebensabschnitt winkt die Gelegenheit endlich mehr zu reisen, sich mehr ums Hobby, den Garten, den Lieblingssport, das Haustier und die Familie zu kümmern. Leben Sie lang gehegte Pläne und Träume. Verwirklichen Sie sich und genießen Sie die neu gewonnene Zeit und Freiheit,  statt den Schritt als ein drohendes Übel oder Schicksal zu sehen. Viele, die ihren Ruhestand aktiv und positiv gestalten, leben zufriedener und erfüllter als sie es in der Phase mit dem Geschäftsleben waren. Ein paar motivierende Vorüberlegungen helfen sich auf die neue Lebensphase zu freuen.