Drei entscheidende Kategorien für den Status Quo des SaaS-Marktes (Teil 2)
Frank Niemann macht im Mittelstandsblog eine Bestandsaufnahme. Wo steht SaaS eigentlich? Quelle: p Cloud-Lösung statt festinstallierter Software? Diese Frage stellen sich immer mehr Unternehmer. Gastautor Frank Niemann, Berater beim Beratungshaus Pierre Audoin Consultants (PAC), ist ihr im Sage Mittelstandsblog am Dienstag auf den Grund gegangen (lesen Sie hier Teil 1 dieses Beitrags), wo der Software-as-a-Service […]
Frank Niemann macht im Mittelstandsblog eine Bestandsaufnahme. Wo steht SaaS eigentlich? Quelle: p
Bereits etabliert: SaaS CRM
CRM-Systeme helfen Marketing, Vertrieb und Support Kunden zu managen. Mittlerweile gibt es zahlreiche Cloud-Lösungen, z. B. Sage CRM Cloud. Quelle: Sage
Eher noch Zukunftsmusik: ERP aus der Cloud
Die Vorteile einer SaaS-CRM-Lösung gelten im Grunde auch für integrierte Business-Applikationen wie ERP-Systeme (Enterprise Resource Planning), also deutlich geringerer Pflegeaufwand und schnelle Bereitstellung. Wie unsere Studie „ERP aus der Cloud“ ergeben hat, versprechen sich Firmen durch ein ERP-System aus der Cloud auch eine leichtere Einbindung ihrer internationalen Standorte. Jedoch ist die Bereitschaft, ein ERP-System aus der Cloud zu beziehen, deutlich geringer ausgeprägt als es bei CRM-Lösungen der Fall ist. Hemmschuh ist hierbei jedoch nicht das Konzept an sich, sondern die Rahmenbedingungen (Sicherheit, Rechtslage und auch die mögliche Abhängigkeit von einem Anbieter). Noch kann von einem Durchbruch für die ERP-Lösungen aus der Cloud in Deutschland nicht die Rede sein. Wie unsere Studie ergab, sind die Firmen allerdings davon überzeugt, dass ERP aus der Cloud in Zukunft ein fester Bestandteil der IT-Ausstattung sein wird. Weitere am Markt relevante SaaS-Lösungskategorien sind Finanzbuchhaltung und Lohnabrechnung. Vor allem bei letzterer kommt der Vorteil des SaaS-Konzepts der zentralen Bereitstellung und Aktualisierung einer Anwendung zum Tragen, da sich der Nutzer nicht selbst die gesetzlichen Änderungen der Software aufspielen muss.Wie geht es weiter?
Tendenz steigend: Langfristig werden Firmen auch dazu übergehen, veraltete Anwendungssysteme komplett durch SaaS zu ersetzen, prophezeit Niemann. Quelle: Pixelio.de/S.Hofschläger
- SaaS-Lösungen bieten schon heute eine taugliche Alternative zu lokal installierter Software. Auch gibt es mittlerweile zahlreiche Werkzeuge und Methoden, SaaS-Systeme mit im eigenen Hause betriebenen Applikationen zu integrieren, so dass mangelnde Integrationsfähigkeit kein Ausschlusskriterium für SaaS mehr sein muss.
- Je mehr ein Unternehmen bereit ist, standardisierte Funktionen zu nutzen, desto besser eignet sich ein SaaS-Angebot. Jedoch sollte nicht vergessen werden, dass auch ein SaaS-System professionell eingeführt werden muss.
- Das Angebot sowohl an SaaS-Lösungen als auch an entsprechenden IT-Dienstleistungen (Beratung, Integration und Schulung) wird umfangreicher und professioneller werden.
- SaaS-Lösungen werden mittelfristig eher als Ergänzung zu bestehenden Anwendungen statt als Ersatz für diese genutzt, was beispielsweise auf SaaS CRM zutrifft.
- Die Unterstützung von mobilen Geräten wird ein wesentliches Argument, das für SaaS-Lösungen spricht.
- SaaS-Systeme für Kommunikation und Zusammenarbeit werden dagegen Inhouse-Lösungen vielerorts auch ersetzen.
- Langfristig werden Firmen auch dazu übergehen, veraltete Anwendungssysteme komplett durch SaaS zu ersetzen.
Von Frank Niemann
Über Frank Niemann Frank Niemann ist seit Januar 2010 Mitglied des PAC-Teams in München. Er ist als Director für den Bereich Software zuständig und leitet PACs Software Research Program für die DACH-Region. Zuvor war er leitender Redakteur bei der Fachzeitschrift Computerwoche mit Schwerpunkt Geschäftsapplikationen.