Beschreibung im Lexikon

Istkostenrechnung

Istkostenrechnung – Periodenergebnisse ermitteln

Für Unternehmen ist es wichtig, alle Kosten im Blick zu behalten und rechnerisch für eine bestimmte Periode darstellen zu können. Diesen Zweck erfüllt im Rechnungswesen die Istkostenrechnung, die eine Aufstellung der in einer vergangenen Periode angefallenen Kosten vornimmt. Dabei erfüllen die Istkosteninformationen mehrere Funktionen:

  • Kontrolle der Wirtschaftlichkeit des Unternehmens
  • Preiskontrolle bzw. Nachkalkulation von Produkten und Leistungen
  • Bestandsbewertung für die Handels- und Steuerbilanz anhand von Herstellungskosten

Die Istkostenrechnung ist eine traditionelle Form der Kostenrechnung, mit der sich der betriebsbedingte Güter- und Dienstleistungsverkehr erfassen lässt. Für Unternehmen in Deutschland besteht keine gesetzliche Pflicht, eine Kosten- und Leistungsrechnung vorzunehmen. Da die Istkostenrechnung jedoch mit relativ geringem Aufwand verbunden ist und gute Hinweise liefert, empfiehlt sich die Berechnung für geeignete Zeiträume, die individuell festzulegen sind. Schwanken die angefallenen Kosten stark von Monat zu Monat, ist eine längere Berechnungsperiode zu wählen. Die Zuordnung der Kosten basiert auf dem Zeitpunkt des Rechnungseingangs bzw. der Kostenentstehung.

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Wie werden die Istkosten berechnet?

Im Rechnungswesen lassen sich die Istkosten wie folgt berechnen:
Istmengen (verbrauchte Mengen) x Istpreise (Beschaffungspreise)

Da die Berechnung vergangenheitsbezogen durchgeführt wird, sind vollständige Daten über einen Zeitraum von mindestens einem Monat erforderlich. Die tatsächlich angefallenen Kosten der Periode werden mit den erbrachten Leistungen verrechnet. Konsequenz dieser Berechnungsmethode ist, dass sich schnell abweichende Ergebnisse ergeben können. Ein Beispiel hierfür: Während der Produktionsperiode im Dezember werden aufgrund der Feiertage über Weihnachten weniger Waren hergestellt als im vorherigen Kalendermonat. Die Kosten sind jedoch für beide Monate gleich, da unabhängig von der Anzahl der Arbeitstage weiterhin Lohnkosten, Mietkosten für die Betriebsräume usw. in gleicher Höhe anfallen.

Eine Abgrenzung zu den Istkosten stellen die Normalkosten dar. Bei der Normalkostenrechnung werden die Istkosten um Sondereffekte bereinigt, d. h. Extremwerte werden eliminiert, und durch die Bildung von Durchschnittswerten erfolgt eine Normalisierung der Kosten. Die Normalkostenrechnung wird im Gegensatz zur Istkostenrechnung nicht durch Unregelmäßigkeiten beeinflusst.

Vorteile und Nachteile der Istkostenrechnung

Die Istkostenrechnung liefert wichtige Informationen, die vom Controlling bei der Berechnung aufwandsgleicher Kosten übernommen werden können. Kritischer ist hingegen zu bewerten, dass die Istkosten nur für Abrechnungsperioden in der Vergangenheit betrachtet werden. Außerdem können die angefallenen Kosten der Periode unter anderem Preis- und Verbrauchsschwankungen unterliegen, die unberücksichtigt bleiben. Eine Kostenkontrolle ist nur in eingeschränktem Maße möglich, da die Istkosten nicht mit Sollwerten verglichen werden.

Aufgrund dieser Nachteile eignet sich die Istkostenrechnung nur als einfache Form der Kostenkontrolle. Aus den Berechnungen können sich jedoch wertvolle Anhaltspunkte ergeben, die zu weitergehenden Analysen heranziehbar sind.

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