Beschreibung im Lexikon

Kosten

Kosten sind nicht gleich Kosten

Aus gutem Grunde gilt es unter Kaufleuten als unprofessionell und daher verpönt, von Unkosten zu sprechen. Sie sind aus betriebswirtschaftlicher Sicht Investitionen, die man zu leisten hat, um überhaupt Erlöse erzielen zu können. Wer nichts ausgibt, kann nichts einnehmen. Trotzdem kennen auch Unternehmen ihre umgangssprachliche Bedeutung, die in etwa dem entspricht, was Privatmenschen meinen, wenn sie von Lebenshaltungskosten sprechen. Bei Unternehmen werden diese Art von Ausgaben allgemeine Betriebskosten genannt.

Kosten in der Finanzbuchhaltung

In einer Finanzbuchhaltungssoftware sind die unterschiedlichen Kostenarten in den sogenannten Aufwandskonten dargestellt. Angefangen beim Einkauf von Waren, Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen über Mieten für Räumlichkeiten, Energie und Kommunikation bis hin zu Personal und Aufwendungen für Tilgung und Zinsen von Krediten stehen sämtliche Arten als Buchungssätze zur Verfügung. Sie spielen jedoch nicht nur dort eine Rolle, wo sie bereits angefallen sind und kontiert werden müssen. Für den geschäftlichen Erfolg entscheidend ist vor allem der vorausschauende Blick auf Arten, die noch entstehen werden oder könnten. Und auf solche, die das Unternehmen aufwenden muss, um eigene Leistungen im Markt anbieten zu können.

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Kosten als kalkulatorische Größe

Bei Angebotskalkulationen und bei der Festsetzung von Verkaufspreisen spielen zwei Arten eine entscheidende Rolle: variable Kosten und Fixkosten. Ersteres ist der Aufwand, der nötig ist, um ein Produkt oder eine Dienstleistung überhaupt erst erzeugen oder anbieten zu können. Sie werden auch als Herstellungs- oder Fertigungskosten bezeichnet, wobei Marketing- und Vertriebskosten oft eine besonders große Rolle spielen. Bei Händlern entsprechen die Aufwendungen für den Wareneinkauf den Herstellungskosten des produzierenden Gewerbes.

Fixkosten sind hingegen Ausgaben, die unabhängig von der Auftragslage oder von Umsatzgrößen anfallen. Dazu gehören unter anderem Verwaltungskosten und alle Arten von Gebühren und Beiträgen, die in der Regel monatlich anfallen und den Betrieb aufrechterhalten.

Kosten und Controlling

Von ihnen ist in der Betriebswirtschaft vor allem unter dem Aspekt der Kostenreduzierung die Rede. Jedes Unternehmen ist darauf bedacht, durch Senkung seines eigenen Aufwands den Erlös zu maximieren. Um diese zu senken, können Waren und Rohstoffe entweder zu günstigeren Konditionen eingekauft werden oder Produktionsprozesse optimiert werden. Im Controlling eines Unternehmens gehört der ständige Blick auf die Finanzen zu den Kernaufgaben. Dabei spielt bei großen Unternehmen und Konzernen, die Produkte und Dienstleistungen für Massenmärkte anbieten, vor allem das Senken der variablen finanziellen Aufwendungen die entscheidende Rolle. Denn in preissensiblen Märkten lassen sich Gewinne oft nur noch dadurch steigern, dass Waren und Rohstoffe in großen Mengen eingekauft oder produziert werden, wodurch Rabatte und Rationalisierungsmaßnahmen zu bedeutenden Faktoren werden.

Auch Abschreibungen sind Kosten

Bei Kleinunternehmern kann bereits das Senken von Fixkosten einen Beitrag liefern, mit höheren Gewinnen aus einem Wirtschaftsjahr hervorzugehen. Was Kleinunternehmer bei Angebotskalkulationen und Deckungsbeitragsberechnungen aber häufig außer Acht lassen: Betriebsmittel wie Maschinen und Anlagen verbrauchen sich und müssen nach einer bestimmten Nutzungsdauer neu angeschafft werden. Abschreibungen auf Betriebs- und Arbeitsmittel stellen nicht nur in der Finanzbuchhaltung betriebliche, sondern auch kalkulatorische Kosten dar und sollten bei der Festlegung von Preisen oder Stundensätzen berücksichtigt werden.

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