Beschreibung im Lexikon

Finanzbuchhaltung

Finanzbuchhaltung als Teil des betrieblichen Rechnungswesens

1. Was ist die Finanzbuchhaltung?
2. Was gehört noch zum betrieblichen Rechnungswesen außer der Finanzbuchhaltung?
3. Was sind der innere und äußere Kreis der Buchhaltung?
4. Was sind die Aufgaben der Kreditoren- und Debitorenbuchhaltung?
5. Was ist die Finanzbuchhaltung für die Gewinnermittlung?
6. Welche Unternehmen sind zur doppelten Buchführung verpflichtet?
7. Was ist der Unterschied zwischen Finanzbuchhaltung und Betriebsbuchhaltung?
8. Wie hat sich die Art der Finanzbuchhaltung in Unternehmen durch den Einsatz von EDV-gestützter Software verändert?

Was ist die Finanzbuchhaltung?

Die Finanzbuchhaltung ist ein wichtiger Teil des betrieblichen Rechnungswesens und umfasst die Erfassung, Dokumentation und Analyse aller Finanztransaktionen eines Unternehmens. Sie dient sowohl internen Zwecken wie der Überwachung der Finanzlage des Unternehmens und der Unterstützung bei der Entscheidungsfindung, als auch externen Zwecken, wie der Erstellung von Finanzberichten für die Steuerbehörden und andere externe Interessenten.

Die Finanzbuchhaltung umfasst die Aufzeichnung von Zahlungen, die Erstellung von Finanzberichten, die Erfassung von Forderungen und Verbindlichkeiten, die Erstellung von Bilanzen und Gewinn- und Verlustrechnungen und die Erstellung von Finanzprognosen.

Die Finanzbuchhaltung ist in der Regel in zwei Bereiche unterteilt: die Kreditorenbuchhaltung und die Debitorenbuchhaltung. Die Kreditorenbuchhaltung befasst sich mit den Zahlungseingängen und Rechnungen von Lieferanten, die Debitorenbuchhaltung hingegen befasst sich mit den Zahlungseingängen und Rechnungen von Kunden.  Ein wichtiger Bestandteil der Finanzbuchhaltung ist die Erstellung von Finanzberichten. Dazu gehören die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) und die Bilanz. Die GuV zeigt die Gewinne und Verluste des Unternehmens über einen bestimmten Zeitraum, während die Bilanz einen Überblick über die Vermögens- und Schuldenlage des Unternehmens zum Ende des Berichtszeitraums gibt.

Die Finanzbuchhaltung ist zudem dafür verantwortlich, die Finanzdaten des Unternehmens gemäß den geltenden Buchführungsvorschriften und -standards aufzubereiten und zu archivieren. Dies ermöglicht es dem Unternehmen, seine Finanzlage genau zu überwachen und zu analysieren und gegebenenfalls gegensteuernde Maßnahmen einzuleiten.

Große Unternehmen sind gesetzlich dazu verpflichtet, eine doppelte Buchführung durchzuführen und Finanzberichte zu erstellen. Diese beruhen auf den Daten, die durch die Finanzbuchhaltung erfasst werden.

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Was gehört noch zum betrieblichen Rechnungswesen außer der Finanzbuchhaltung?

Das betriebliche Rechnungswesen umfasst mehrere Teilbereiche, die sich auf die Finanzen eines Unternehmens beziehen. Neben der Finanzbuchhaltung gehören hierzu noch:

  • Planungsrechnung: Dieser Bereich beschäftigt sich mit der Erstellung von Prognosen und Plänen für die zukünftige Entwicklung des Unternehmens.
  • Kosten- und Leistungsrechnung: Hier geht es um die Erfassung und Analyse von Kosten und Leistungen, um die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens zu beurteilen und Entscheidungen zu treffen.
  • Betriebswirtschaftliche Statistik: Dieser Bereich beschäftigt sich mit der Sammlung, Auswertung und Interpretation von betriebswirtschaftlichen Daten.
  • Finanzwirtschaft: Dieser Teilbereich beschäftigt sich mit der Finanzierung des Unternehmens und der Steuerung der Finanzströme.
  • Controlling: Dieser Bereich dient der Überwachung und Steuerung der Unternehmensentwicklung und trägt dazu bei, dass das Unternehmen seine Ziele erreicht.

Alle diese Teilbereiche des betrieblichen Rechnungswesens arbeiten zusammen, um ein klares und umfassendes Bild der Finanzsituation des Unternehmens zu schaffen und Entscheidungen zu treffen, die die Zukunft des Unternehmens positiv beeinflussen.

Was sind der innere und äußere Kreis der Buchhaltung?

Der innere Kreis der Buchhaltung, auch als Betriebsbuchhaltung oder Kostenrechnung bezeichnet, bezieht sich auf die Verarbeitung und Aufbewahrung der Finanzdaten, die ausschließlich innerhalb des Unternehmens verwendet werden. Diese Daten werden von Personen innerhalb des Unternehmens, wie Buchhaltern, Finanzcontrollern und dem Finanzvorstand, verarbeitet und aufbewahrt. Im Gegensatz dazu befasst sich die Finanzbuchhaltung, die den äußeren Kreis der Buchhaltung bildet, mit Buchungsvorgängen, die nach außen gerichtet sind und an Kunden, Lieferanten, Banken und andere Einrichtungen gerichtet sind. Die Betriebsbuchhaltung baut auf den Daten der Finanzbuchhaltung auf und liefert wichtige Informationen für die unternehmerische Planung und die Preiskalkulation. Sie gibt Aufschluss über verschiedene Parameter im Unternehmen und ist somit ein wichtiges Instrument für die Steuerung und Kontrolle des Unternehmens.

Was sind die Aufgaben der Kreditoren- und Debitorenbuchhaltung?

Die Kreditorenbuchhaltung und die Debitorenbuchhaltung sind Teilbereiche der Finanzbuchhaltung, die sich mit der Erfassung und Verarbeitung von Forderungen und Verbindlichkeiten eines Unternehmens beschäftigen.

Die Kreditorenbuchhaltung hat die Aufgabe, die Eingangsrechnungen und Zahlungseingänge von Lieferanten sowie anderen Gläubigern des Unternehmens zu erfassen, zu buchen und zu verwalten. Dazu gehört die Überwachung der Zahlungsbedingungen, die Erstellung von Zahlungsaufforderungen und die Durchführung von Zahlungen an Lieferanten.

Die Debitorenbuchhaltung hingegen befasst sich mit den Ausgangsrechnungen und Zahlungseingängen von Kunden. Hier geht es um die Erfassung von Kundenaufträgen, die Erstellung von Rechnungen und die Überwachung der Zahlungseingänge. Es gehört auch die Bearbeitung von Mahnungen und die Durchführung von Inkasso-Maßnahmen falls nötig.

Beide Bereiche der Finanzbuchhaltung sind wichtig für die Überwachung der Liquidität des Unternehmens und die Erstellung von Finanzberichten. Sie ermöglichen es dem Unternehmen, die Zahlungsströme und die offenen Forderungen und Verbindlichkeiten genau zu überwachen und gegebenenfalls gegensteuernde Maßnahmen einzuleiten.

Die Kreditoren- und Debitorenbuchhaltung sind auch wichtig für die Erstellung von Finanzberichten wie z. B. der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) und der Bilanz. Diese Berichte sind notwendig, um die finanzielle Lage des Unternehmens zu analysieren und Entscheidungen zu treffen.  Insgesamt sind die Aufgaben der Kreditoren- und Debitorenbuchhaltung also darauf ausgerichtet, die Finanzen des Unternehmens genau zu überwachen und zu steuern, um eine gesunde finanzielle Entwicklung zu gewährleisten.

Was ist die Finanzbuchhaltung für die Gewinnermittlung?

Die Finanzbuchhaltung bildet die Grundlage für die Gewinnermittlung. Sie erfasst und dokumentiert die Kapitalbestände und Zahlungsbewegungen des Unternehmens und liefert damit die Daten für die Erstellung von Bilanzen und Gewinn- und Verlustrechnungen.

Die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) zeigt die Ertragslage des Unternehmens und gibt Auskunft über die Entwicklung des Gewinns oder Verlusts während eines bestimmten Zeitraums. Diese Informationen werden aus den Daten der Finanzbuchhaltung gewonnen und ermöglichen es, den Gewinn des Unternehmens zu ermitteln.

Die Bilanz gibt einen Überblick über die Vermögens- und Finanzlage des Unternehmens zu einem bestimmten Zeitpunkt. Sie enthält Angaben zu Vermögensgegenständen, Schulden und Eigenkapital. Diese Angaben sind ebenfalls aus den Daten der Finanzbuchhaltung gewonnen und ermöglichen es, die finanzielle Lage des Unternehmens zu beurteilen.

Somit ist die Finanzbuchhaltung die Grundlage für die Gewinnermittlung und ermöglicht es dem Unternehmen und den Steuerbehörden, die finanzielle Lage des Unternehmens zu überwachen und zu analysieren.

Welche Unternehmen sind zur doppelten Buchführung verpflichtet?

Unternehmen, die zur doppelten Buchführung verpflichtet sind, müssen ihre Finanzdaten jährlich in einer Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) und einer Bilanz darstellen. Diese Unternehmen unterliegen damit gesetzlichen Vorschriften und müssen ihre Finanzen von einem unabhängigen Prüfer überprüfen lassen.

Die Gewinn- und Verlustrechnung zeigt die Ertragslage des Unternehmens und gibt Auskunft über die Entwicklung des Gewinns oder Verlusts während eines bestimmten Zeitraums. Die Bilanz hingegen gibt einen Überblick über die Vermögens- und Finanzlage des Unternehmens zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Große Unternehmen, die einen jährlichen Umsatz über 600.000 Euro und einen Gewinn über 60.000 Euro erwirtschaften, sind generell zur doppelten Buchführung verpflichtet. Kapital- und Personengesellschaften sowie eingetragene Kaufleute müssen ebenfalls eine Gewinn- und Verlustrechnung und eine Bilanz erstellen.

Freiberufler und Kleinunternehmer haben hingegen die Wahl, ob sie eine explizite Finanzbuchhaltung durchführen möchten oder ob sie darauf verzichten und stattdessen eine einfache Dokumentation der Zahlungsströme und Rechnungen in eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung einfließen lassen.

Es ist zu beachten, dass die gesetzlichen Vorschriften bezüglich der doppelten Buchführung je nach Land und Branche unterschiedlich sein können. Daher empfiehlt es sich, sich vorab bei den zuständigen Behörden oder einem Experten über die genauen Anforderungen zu informieren.

Was ist der Unterschied zwischen Finanzbuchhaltung und Betriebsbuchhaltung?

Die Finanzbuchhaltung bildet den äußeren Kreis der Buchhaltung. Sie befasst sich mit Buchungsvorgängen, die nach außen gerichtet sind, also an Kunden oder Lieferanten, Banken und andere Einrichtungen. Davon abzugrenzen ist der innere Kreis der Buchhaltung in Form der Betriebsbuchhaltung oder Kostenrechnung.

Finanzbuchhaltung
Die Finanzbuchhaltung ist ein Teilbereich der Buchhaltung, der sich mit der Erfassung, Dokumentation und Analyse der Finanztransaktionen eines Unternehmens beschäftigt. Sie umfasst die Erfassung von Finanzdaten wie Einnahmen, Ausgaben, Vermögensveränderungen und Schulden des Unternehmens. Diese Daten werden in einem Buchungssystem erfasst und aufbereitet, das es ermöglicht, die Finanzlage des Unternehmens zu überwachen und zu analysieren. Finanzbuchhaltung ist das zentrale Element des betrieblichen Rechnungswesens und dient sowohl dem Unternehmen als auch den Steuerbehörden als Basis für die Gewinnermittlung.

Betriebsbuchhaltung
Die Betriebsbuchhaltung, auch Kostenrechnung genannt, ist ein Teilbereich des betrieblichen Rechnungswesens, der sich mit der Erfassung und Analyse von Kosten und Leistungen des Unternehmens beschäftigt. Diese Daten werden verwendet, um die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens zu überwachen und zu steuern. Sie baut auf den Daten aus der Finanzbuchhaltung auf und dient ausschließlich innerbetrieblichen Zwecken, wie z. B. der Unternehmerischen Planung, Kostenkontrolle und Steuerung der Unternehmensprozesse. Die Betriebsbuchhaltung liefert zusätzliche Informationen über verschiedene Parameter im Unternehmen, die für die Entscheidungsfindung wichtig sind. Diese Informationen können bei der Preisgestaltung, der Produktions- und Absatzplanung, der Budgetierung und der Leistungsbewertung verwendet werden. Im Gegensatz zur Finanzbuchhaltung, die verpflichtend ist für Unternehmen die zur doppelten Buchführung verpflichtet sind, ist die Betriebsbuchhaltung optional und dient innerbetrieblichen Zwecken.

Wie hat sich die Art der Finanzbuchhaltung in Unternehmen durch den Einsatz von EDV-gestützter Software verändert?

Traditionell erfolgte die Buchung der Geschäftsvorfälle in der Finanzbuchhaltung anhand von manuell geführten Konten. Heute erfolgt die gesamte Buchhaltung EDV-gestützt oder als FiBu online. Mithilfe einer Finanzbuchhaltungssoftware, deren Leistung auf den Umfang der Zahlungs- und Wertströme im Unternehmen abgestimmt ist, erhält die Unternehmensführung mit wenigen Mausklicks Auskünfte über den aktuellen finanziellen Stand des Unternehmens. Die Finanz-Software erstellt automatisch Bilanz sowie Gewinn-und-Verlust-Rechnung und erspart langwierige Berechnungen. Die Buchführung folgt seit jeher festen Regelungen, den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung (GoB). Diese sollen gewährleisten, dass Finanzbehörden, Banken und andere an der Situation des Unternehmens interessierte Institutionen einen schnellen Überblick erhalten. Im Zeitalter der elektronischen Buchhaltung sind die traditionellen Grundsätze nur noch bedingt zeitgemäß. Aus diesem Grund erfolgt die Buchhaltung mit elektronischer Unterstützung auf der Grundlage der GoBD, der Grundsätze zur ordnungsgemäßen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in Unternehmen. Während die traditionellen GoB aus dem Handelsrecht und praktischen Anforderungen entstanden, handelt es sich bei den GoBD um eine Regelung des Bundesfinanzministeriums.

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