Recht, Steuern und Finanzen

Rechnungsbetrug: So schützen sich Unternehmen und Kunden

Rechnungsbetrug ist ein wachsendes Risiko im Geschäftsverkehr. Erfahren Sie, wie manipulierte Rechnungen erkannt werden und wie sich Unternehmen und Kunden wirksam schützen können.

3 Minuten zu lesen

Inhaltsverzeichnis

Rechnungsbetrug per E-Mail gehört inzwischen zu den häufigsten Betrugsmaschen im Geschäftsverkehr. Kriminelle fangen E-Mails ab, ändern unbemerkt die Bankverbindung und leiten Zahlungen auf eigene Konten um. Der finanzielle Schaden ist oft erheblich – und trifft zunehmend auch rechtlich das versendende Unternehmen.

Umso wichtiger ist es, beim Rechnungsversand wirksame Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Typische Betrugsmasche

Die Täter nutzen Sicherheitslücken im E-Mail-Verkehr. Rechnungen werden auf dem Übertragungsweg abgefangen oder nachgestellt, optisch identisch verändert und mit einer falschen Kontonummer versehen. Für Empfänger ist der Betrug meist kaum erkennbar.

Unsere 4 Tipps zeigen Ihnen auf, wie Sie dagegen vorgehen können:

1. Rechnungen technisch absichern

  • Rechnungen per E-Mail sollten Ende‑zu‑Ende‑verschlüsselt versendet werden.
  • Eine einfache Transportverschlüsselung (z. B. TLS) reicht bei sensiblen Daten nicht aus.
  • Alternativ: Versand über Kundenportale, sichere Downloadlinks oder verschlüsselte Anhänge mit separater Passwortübermittlung.

2. Bankverbindungen besonders schützen

  • Änderungen der Bankverbindung niemals nur per E-Mail mitteilen.
  • Jede Kontowechsel-Mitteilung sollte zusätzlich telefonisch oder schriftlich verifiziert werden.
  • Klare interne Regeln festlegen: Wann und wie dürfen Bankdaten geändert werden?

3. Rechnungen eindeutig kennzeichnen

  • Hinweis in der Rechnung:
    „Unsere Bankverbindung ändert sich nicht ohne vorherige schriftliche und telefonische Bestätigung.“
  • Wiederkehrende Rechnungsformate und gleichbleibende Absenderadressen nutzen.

4. Mitarbeitende sensibilisieren

  • Schulungen zu typischen E-Mail-Betrugsformen (Phishing, Man‑in‑the‑Middle).
  • Klare Prozesse für den Rechnungsversand und die Zahlungsabwicklung.
  • Verdächtige Auffälligkeiten (ungewöhnlicher Ton, geänderte IBAN) ernst nehmen.

Empfehlungen für Kunden

  • Bei hohen Rechnungsbeträgen immer prüfen, ob die Bankverbindung bekannt ist.
  • Bei Abweichungen: Rückfrage über einen zweiten Kommunikationsweg (z. B. Telefon).
  • E-Mails mit Zeitdruck oder ungewöhnlichen Zahlungsaufforderungen besonders kritisch betrachten.
  • Zahlungsdetails mit früheren Rechnungen vergleichen.

Sicherer Rechnungsversand

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Fazit

E-Mail-Betrug ist kein Einzelfall, sondern ein reales Geschäftsrisiko. Wer Rechnungen digital versendet oder empfängt, sollte Sicherheit nicht als technische Nebensache betrachten. Klare Prozesse, technische Schutzmaßnahmen und Aufmerksamkeit auf beiden Seiten sind der beste Schutz vor finanziellen Verlusten.

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