Beschreibung im Lexikon

Deckungsbeitrag

Welchen Zweck erfüllt der Deckungsbeitrag?

Der Deckungsbeitrag ist eine kalkulatorische Größe der Preisgestaltung, der Produktions- und Einkaufsplanung und des Controllings. Allen Deckungsbeitragsberechnungen, ob in einfacher oder komplexer Form, liegt die gleiche Idee zugrunde: Ein Umsatzerlös muss immer einen Anteil zur Deckung der Fixkosten eines Unternehmens übernehmen.

Variable und fixe Kosten als Größen der Deckungsbeitragsrechnung

Um ein marktfähiges Produkt herzustellen, muss ein Unternehmen Materialien, Rohstoffe, Bauteile und Komponenten wie Verpackungen oder Bedienungsanleitungen einsetzen. Je nach geplanter Stückzahl, die produziert und verkauft werden soll, ergeben sich variable Kosten pro Stück. Bei der Kalkulation des Verkaufspreises ist es obligatorisch, dass der Verkaufspreis pro Stück über den Herstellungskosten pro Stück liegt. Darüber hinaus muss die Marge zwischen Verkaufs- und Herstellungspreis je Einheit einen Anteil zur Deckung der allgemeinen Fixkosten beitragen. Ein hoher Deckungsbeitrag steuert mehr, ein niedriger Deckungsbeitrag weniger zur Finanzierung der allgemeinen Betriebsausgaben bei. Die geplanten Stückzahlen sind nun entscheidend. Bei besonders hohen Stückzahlen kann der Deckungsbeitrag entsprechend niedrig ausfallen. Umgekehrt verhält es sich bei kleinen Stückzahlen: Hier werden in der Regel höhere Deckungsbeiträge angesetzt, weil auch kleinere Stückzahlen in angemessener Weise zur Deckung der Fixkosten beitragen müssen.

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Grundzüge einer Deckungsbeitragsrechnung

Die einfachste bekannte Form einer Deckungsbeitragsrechnung lautet: Verkaufspreis abzüglich Wareneinkaufspreis. Verkauft ein Händler eine Ware zum Stückpreis von 100 Euro, die er selbst zum Preis von 40 Euro eingekauft hat, liegt der Deckungsbeitrag bei 60 Euro. In Prozentzahlen ausgedrückt, liegt er bei 150 % im Verhältnis zu den variablen Kosten, also dem Einkaufspreis.

Ein Beispiel aus der Praxis:
Ein Weinhändler hat monatliche Fixkosten von durchschnittlich 8.000 Euro. Darin enthalten sind sämtliche Kosten, angefangen bei seinem eigenen Gehalt und anderen Personalkosten über die Ladenmiete bis hin zu Kosten für Instandhaltung, Reinigung, Energie, Kommunikation, Bürobedarf, Versicherungen und Tilgung des Kredits für die Ladeneinrichtung. Als Weinhändler kann er weitestgehend selbst festlegen, zu welchen Ladenpreisen er die Weine in seinem Ladenlokal anbietet. 80 % seines Jahresumsatzes erwirtschaftet er mit Weinen der mittleren Preislage. Diese kauft er für durchschnittlich 5 Euro ein und verkauft sie für 10 Euro pro Stück, also mit einem Deckungsbeitrag von 100 %, abgeleitet aus den Wareneinkaufspreisen, seinen einzigen variablen Kosten. Mit diesem Deckungsbeitrag kann der Weinhändler gut wirtschaften. Schon ab 1.600 verkauften Einheiten pro Monat aus dem mittleren Segment sind alle Kosten gedeckt. Ganz anders sähe die Situation aus, wenn sich die Verkäufe bei gleichbleibender Stückzahl zusehends in Richtung der preiswerteren Lagen verschieben würden. Dann reicht ein Deckungsbeitrag von 100 % nicht mehr. An solchen kritischen Situationen setzen anspruchsvolle Deckungsbeitragsrechnungen an, wie sie erfahrene Kaufleute anstellen, um wichtige Entscheidungen zu treffen:

  • Lohnt es sich, bei unverändertem Deckungsbeitrag in Maßnahmen zur Verkaufsförderung zu investieren?
  • Können Fixkosten gesenkt werden, um bei gleichbleibendem Absatz und Verkaufspreis wirtschaftlich zu bleiben?
  • Gibt es Möglichkeiten, bei gleichbleibendem Absatz und fixem Deckungsbeitrag die variablen Kosten zu senken, also die Ausgaben für Wareneinkäufe zu senken?

Klassische Deckungsbeitragsrechnungen gehören zu den anspruchsvollsten Aufgaben der Betriebswirtschaft. Gleichzeitig eröffnen sie aber schon in ihrer einfachsten Form auch kleinen und mittelständischen Unternehmen den Blick auf den Zusammenhang zwischen Fixkosten, variablen Kosten, Preisgestaltung und Umsatzplanung.

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